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Kunstaktion

Ausstellung „Rad(t)los“ im Schaukasten

„Rad(t)los?!“ im Schaukasten: Der Mainzer Konzeptkünstler Weltraumgurke feierte die Vernissage in Norddeutschlands kleinster Galerie mit Julius C. Hahn (r.) und Silke Baumert.

„Rad(t)los?!“ im Schaukasten: Der Mainzer Konzeptkünstler Weltraumgurke feierte die Vernissage in Norddeutschlands kleinster Galerie mit Julius C. Hahn (r.) und Silke Baumert.

Wolfsburg. Nach einem Jahr Zwangspause wegen eines Wasserschadens ist Norddeutschlands kleinste Galerie in Wolfsburg jetzt wieder täglich geöffnet: Im 1950er-Jahre-Schaukasten am Schachtweg/ Ecke Kleiststraße gibt es eine neue Ausstellung. Bei der Vernissage am Freitag stieß der Konzeptkünstler Weltraumgurke aus Mainz mit Julius C. Hahn und Silke Baumert vom Wolfsburger Schaukasten-Künstlerkollektiv auf den Erfolg an.

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Jochen und die Weltraumgurke

Und dieser Erfolg stellte sich prompt ein: Schnell blieben die ersten Betrachter stehen. Eine Ehepaar auf Klapprädern erkundigte sich interessiert nach dem Kunst-Rad mit dem Namen Jochen, das im Schaukasten auf Fotos mit einem namenlosen Modell und kopfstehend mit fehlendem Hinterrad zum Perspektivenwechsel aufruft. Das Rad sei buchstäblich „etwas geknickt“, sagte der Künstler und erzählte, sonst fahre er täglich mit Jochen zur Arbeit. Wegen dieses Broterwerbs will Weltraumgurke genau wie sein menschliches Fotomodell übrigens namentlich nicht genannt werden.

Jochen steht Kopf: Normalerweise fährt der Künstler mit dem Rad täglich zur Arbeit. Jetzt dient es als Kunstobjekt in Wolfsburg.

Jochen steht Kopf: Normalerweise fährt der Künstler mit dem Rad täglich zur Arbeit. Jetzt dient es als Kunstobjekt in Wolfsburg.

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Die Fotos entstanden analog als „One Shot“; gewissenhaft inszeniert und entwickelt in der privaten Dunkelkammer. Zur Vernissage kam der Mainzer Künstler mit seinem VW-Bulli. Die Liebe zu diesem Oldtimer verbindet ihn ebenso mit Wolfsburg wie einige persönliche Freundschaften.

Perspektivwechsel: Im Schaukasten waren auch schon Gürtel und Bügeleisen ausgestellt. Das Künstlerkollektiv will Bürgern so Alltagskunst nahe bringen.

Perspektivwechsel: Im Schaukasten waren auch schon Gürtel und Bügeleisen ausgestellt. Das Künstlerkollektiv will Bürgern so Alltagskunst nahe bringen.

Einen neuen Freund gewannen Weltraumgurke und das Künstlerkollektiv noch hinzu: Der Pedelec-Fan Frank Poerschke aus Barnstorf hatte Silke Baumert am Vorabend der Ausstellung zufällig beim Aufbau gesehen und erschien auch zur Eröffnung. „Ich find’s stark!“, schwärmte er vom künstlerischen Konzept. Jochen steht noch bis zum Herbst im Schaukasten. Dann wird weitergeradelt.

Von Andrea Müller-Kudelka

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