Entwickler berichtet

20 Jahre Volkswagen R: 2002 stellte Guido Sever den Golf R32 auf dem GTI-Treffen am Wörthersee vor

Hoch hinaus: Entwickler Guido Sever schuf mit dem Golf R32 eine Rakete, die auch bummeln kann.

Hoch hinaus: Entwickler Guido Sever schuf mit dem Golf R32 eine Rakete, die auch bummeln kann.

Warmenau. Wer das Gebäude des Geschäftsbereichs Volkswagen R in Warmenau betritt, sieht ihn sofort: Der blaue Golf IV R 32 steht mitten im Foyer. Er ist der Urknall aller R-Modelle von Volkswagen. Als er vor 20 Jahren auf den Markt kam, staunten Fans und Fachleute gleichermaßen. Einer, der aus diesen Anfangstagen berichten kann, ist Guido Sever. Der 54-jährige Ingenieur war damals in der VW-Sonderfahrzeugentwicklung tätig und somit ein Mann der ersten Stunde.

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Mit einem Phaeton-Motor fing alles an...

"Wir haben damals ein Team für die Entwicklung von sportlichen Sondermodellen gegründet", berichtet er. Es gab zwar ein GTI-Sondermodell "25 Jahre GTI" – aber ein echter Konkurrent für den internationalen Wettbewerb war das noch nicht. "Wir dachten uns: Über dem GTI muss es doch noch etwas geben", sagt Guido Sever. Und lächelt wieder: Sein Team nahm den "Performance-Wettbewerb" ins Visier: Der Golf R 32 hatte einen Sechszylindermotor mit 3,2 Liter Hubraum aus dem Phaeton, 241 PS, bis zu 320 Newtonmeter Drehmoment, Sportsitze und als erster Volkswagen das Doppelkopplungsgetriebe (DSG).

Guido Sever: Er musste den Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit hinbekommen – so wie es der erste Prospekt anpreist.

Guido Sever: Er musste den Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit hinbekommen – so wie es der erste Prospekt anpreist.

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Auch äußerlich sollte er sich von der Masse abheben: Er hatte drei große Lufteinlässe in der Frontschürze, tiefe Seitenschweller, einen Dachkantenspoiler und zwei Endrohre – mit Klappensteuerung für den sportlichen Sound. Der Sport-Golf donnerte mit bis zu 247 km/h über die Rennstrecke. „Wir wollten schon damals den Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit hinbekommen“, erklärt Guido Sever, damals für die Entwicklung der R-Modelle verantwortlich. „Morgens zum Brötchen holen, nachmittags auf den Nürburgring – der R32 kann beides.“ Eine Charaktereigenschaft, die alle R-Modelle bis heute auszeichnet.

Guido Sever stellte den R32 auf dem GTI-Treffen vor

Aber wer so ein tolles Auto baut, der muss es auch zeigen: 2002 fuhr Guido Sever mit einem Prototypen – damals ein Fünftürer – zum GTI-Treffen an den Wörthersee. „Die Leute waren aus dem Häuschen“, erinnert sich der 54-Jährige. Zum einen wegen des sportlichen Über-Golfs, zum anderen, weil ein an der Entwicklung beteiligter Ingenieur ihnen persönlich dieses Auto präsentierte. „Das kam am Wörthersee super an“, sagt Sever. Und sei auch heute noch ein Grund dafür, warum das R-Team einen engen Kontakt zu seinen Fans und Fahrern pflegt.

So fing es 2002 an: Ingenieur Guido Sever stellte den neuen Golf R32 beim GTI-Treffen am Wörthersee vor.

So fing es 2002 an: Ingenieur Guido Sever stellte den neuen Golf R32 beim GTI-Treffen am Wörthersee vor.

Und noch eine zweite Besonderheit wurde in der Wörthersee-Zeit geboren: Damals habe es die dynamische Pressevorstellung des Golf VI R auf der Eisfläche im österreichischen Ellmau gegeben, an der er gemeinsam mit den Rallyefahrern Dieter Depping und Hans-Joachim Struck teilgenommen habe, berichtet Guido Sever. „Daraus entstand die Idee, unsere R-Modelle auf dem Nürburgring mittels Rennstreckendauerlauf ausgiebig zu testen.“ Noch heute – im nagelneuen Golf R „20 Years“ – gibt es diesen speziellen „R“-Modus: das Ergebnis der Entwicklung auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Das ist der VW Golf IV R32

Eigentlich plante Volkswagen vom Golf IV R 32 nur eine limitierte Auflage von 5.000 Stück. Doch die Kleinserie war sehr schnell ausverkauft, vor allem wegen der hohen Nachfrage aus den USA. Daraufhin entschied sich Volkswagen, den R32 in Serie zu bauen – wie alle Golf bis heute im Wolfsburger Stammwerk. Insgesamt wurden 2002 und 2004 12.000 Fahrzeuge gebaut – 7.000 für Europa und 5.000 für die USA. Die in den USA verkauften Modelle unterschieden sich von der europäischen Variante durch einen schwarzen Dachhimmel, ein serienmäßiges Schiebedach, ein weicheres und höheres Fahrwerk, andere Rückleuchten, Seitenmarkierungsleuchten sowie Halogen- statt Xenonscheinwerfer. Heute ist der R32 ein gesuchtes Sammlerobjekt.

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Guido Sever war in den vergangenen 20 Jahren an der Entwicklung vieler weiterer R-Modelle beteiligt, auch am Übergang von den Sauger- hin zu den Turbomotoren. "Der R32 ist mein Lieblings-R", betont er. "Dieses Fahrgefühl, dieser Sound – einzigartig." So einzigartig, dass er aktuell nach einem R32 für den Privatgebrauch sucht...

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