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AZ-Interview

Rüdiger Hoffmann spricht über sein Markenzeichen

Kann als Comedian quasi machen, was er will: Rüdiger Hoffmann genießt die große Freiheit.

Kann als Comedian quasi machen, was er will: Rüdiger Hoffmann genießt die große Freiheit.

Gifhorn.„Ich hab’s doch nur gut gemeint...“ heißt das neue Live-Programm von Rüdiger Hoffmann, mit dem der Comedian mit der verschmitzten Unschuldsmiene beim Kabarett-Festival „Heiße Kartoffeln“ der Kulturververeine am Donnerstag, 20. September, um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Gifhorn zu sehen ist. AZ-Redakteurin Christina Rudert sprach vorher mit ihm.

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Ihr Einstieg „Ja hallo erstmal – ich weiß nicht, ob Sie’s wussten“ ist Ihr unverwechselbares Markenzeichen. Wie ist es entstanden?

Ich habe damals nach der schlechtesten Begrüßung gesucht, die man sich so vorstellen kann. Nach einem richtigen Anti-Anfang. Geworden ist das dann „Ja, Hallo erstmal. Ich weiß gar nicht ob Sie es wussten, aber ich bin jetzt so ein bisschen nervös und falls Sie jetzt in dem Moment merken, dies ist jetzt doch nicht so die Art von Unterhaltung, was sie sich vorgestellt haben, dann könnte ich es verstehen, wenn Sie noch etwas anderes machen wollen“. Damit wollte ich mein Publikum irritieren. Die Leute haben es geliebt, und so ist daraus dann mein Markenzeichen entstanden.

Ich habe gelesen, dass Sie Ihre Ideen in Notizbüchern notieren, wenn Sie unterwegs sind. Wie viele vollgeschriebenen Notizbücher brauchen Sie für ein neues Programm? Und was genau steht in diesen Notizbüchern: einzelne Wörter oder ganze, ausformulierte Szenen?

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Mittlerweile spreche ich es mit Siri auf mein iPhone. Das können einzelne Wörter sein, oder auch ganze Sätze. Was damit gemeint ist, oder wo die Reise hingeht, verstehe allerdings nur ich. Das kann ich auch ein Jahr später ausarbeiten, ich weiß dann immer noch, was ich meinte.

Das Internet behauptet, Sie würden gerne als Live-Musiker mit einer Band auftreten. Was hindert Sie daran? Oder sind Sie doch noch lieber Comedian als Musiker?

Im Vorprogramm einer Band bin ich zumindest schonmal aufgetreten. Allerdings als Comedian. Das war damals bei den Stones, und es war der Wahnsinn! In einer Band muss man aber sich ständig mit den anderen Band-Mitgliedern abstimmen. Als Comedian hat man den Vorteil, dass man allein auf der Bühne steht und quasi machen kann, was man will. Da hat man schon eine große Freiheit. Auch wenn Musikmachen natürlich eine großartige Sache ist. Ich habe das Glück und kann beides machen. Bei meinen Auftritten spiele ich auch immer ein paar Songs am Klavier.

Ihr Echo in der Kategorie Comedy stammt von 1999. Haben Sie nach dem Skandal um die Rapper Farid Bang und Kollegah diese Auszeichnung auch zurückgegeben?

Ich halte es da mit meinem Freund Campino, der die Rückgabe des Echos ein wenig theatralisch fand und seine behalten hat. Was er selbst dort gemacht hat, finde ich super.

„Ich hab’s doch nur gut gemeint“ heißt Ihr aktuelles Programm. In welcher Situation haben Sie diesen Satz schon mal zu hören bekommen, und wie haben Sie darauf reagiert?

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Den Titel habe ich gewählt, weil er so schön die Rolle beschreibt, die ich auf der Bühne verkörpere. Da stelle ich einen dar, der sich nach außen hin positiv präsentiert, hinten herum aber nur seine eigenen Interessen damit verbindet. Beispielsweise möchte er seinem Freund helfen, dem Single-Dasein zu entfliehen und eine Frau zu finden und möchte die dann aber doch lieber für sich. So einer ist das.

Von Christina Rudert

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