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Alarmierende Zahlen

Naturschutzbeauftragter befürchtet, dass die Aller zur Kloake wird

Gifhorn: Kreis-Naturschutzbeauftragter Jürgen Wagner will die Wasserqualität in der Aller verbessern.

Gifhorn: Kreis-Naturschutzbeauftragter Jürgen Wagner will die Wasserqualität in der Aller verbessern.

Gifhorn.Kritische Sauerstoffwerte, Versandung und Fischsterben: Jürgen Wagner, Kreis-Naturschutzbeauftragter, sorgt sich um den Zustand der Aller im Stadtgebiet. Einem geplanten Erlass einer Verordnung über das Naturschutzgebiet „Allertal im städtischen Bereich von Gifhorn“ versagt er seine Zustimmung. „Die Aller ist in keinem schützenswerten Zustand“, fordert er Sofortmaßnahmen.

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Alarmierende Zahlen

„Gar nichts machen ist kein Naturschutz – es wurde in den letzten Jahren eine Kulturlandschaft geschaffen, deren Schutzwürdigkeit ich einfach nicht sehe“, kritisiert Wagner. In dem Aller-Abschnitt zwischen der K 114 und der Flutmulde sei die Schlammschicht von 40 auf 80 Zentimeter angestiegen, nennt er alarmierende Zahlen. Wagner, der vor einer weiteren Versandung und Verschlammung des Flusses warnt, kennt die Gründe: „Durch Ausbaumaßnahmen und Aufweitungen – geschehen bereits vor 30 Jahren – wurde der Aller die Schleppkraft genommen.“ Eine verstärkte Ablagerung von Sedimenten sei die Folge.

Fischsterben in der Aller

„Die Intervalle für Fischsterben sind immer kürzer geworden“, verweist Wagner auf Ereignisse in den Jahren 2015 und 2017. „Bei einem starken Regenguss 2015 ist durch eine Regenwasserleitung Schlamm in der Aller so aufgewühlt worden, dass es zu einer starken Sauerstoffzehrung kam“, weiß Wagner. Viele Fische verendeten qualvoll.

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Geruchsbelästigung: Aller stinkt wie „Abwasserkanal“

Beim Hochwasser 2017 habe sich die Aller zudem als Nadelöhr herausgestellt – Flächen oberhalb von Gifhorn hätten zu lange unter Wasser gestanden, beklagt Wagner. „Ganz schlimm war in diesem Jahr zudem die Geruchsbelästigung vom 3. bis 20. August – die Aller hat gestunken wie ein Abwasserkanal“, erinnert er sich. Kunden in der Fußgängerzone hätten darunter gelitten.

Lösungsansätze

„Langfristig geht es um die Veränderung des Niedrigwasserprofils“, fordert Wagner eine Studie und ein langfristiges Rückbau-Konzept unter Einbeziehung des Hochwasserschutzes. Als Sofortmaßnahmen schlägt er eine Entkrautung des Aller-Flusslaufes vor. „Wenn nichts passiert, werden wir im Sommer häufiger eine stinkende Kloake in Gifhorn haben“, steht für Wagner fest.

Von der Redaktion

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