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Gifhorner Weltkriegstragödie

Luftbilder-Beweis: Massengrab war auf Gelände der SV Gifhorn

Heute SV-Areal: Hier befand sich das Massengrab der Methanol-Opfer.

Heute SV-Areal: Hier befand sich das Massengrab der Methanol-Opfer.

Gifhorn.Mehr als 200 von 400 Zwangsarbeitern, die kurz nach Kriegsende durch das Trinken von Methylalkohol starben, wurden in einem Massengrab auf dem Vereinsgelände der SV Gifhorn bestattet. „Das belegen Luftbilder“, sagt Ehrenbürgermeister Manfred Birth, der das Forschungsergebnis am Dienstag gemeinsam mit Heinz Gabriel präsentierte.

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Die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen – sie brachen am 24. April 1945 auf dem Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn einen Waggon mit Methanol-Fässern auf – starben nach dem Trinken der Flüssigkeit qualvoll. „Viele Leichen lagen entlang der Braunschweiger Straße“, glaubt Birth den Grund zu kennen, warum man sich für eine Bestattung in einem Wald auf dem heutigen SV-Sportplatz entschieden hat.

Fündige Forscher: Manfred Birth und Heinz Gabriel (r.)

Fündige Forscher: Manfred Birth und Heinz Gabriel (r.)

„Der entscheidenden Hinweis zur genauen Lage des Massengrabes kam von Heinz Gabriel“, lobt Birth. Der ehrenamtliche Beauftragte der Kreisarchäologie, der sich derzeit mit den früheren Baracken des Reichsarbeitsdienstes (RAD) auf dem Eyßelheide-Areal befasst, habe das Grab auf einer Luftaufnahme aus dem Mai 1946 entdeckt.

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Zeitzeuge kann sich erinnern

"Das Wäldchen ist längst verschwunden, an dieser Stelle befindet sich heute der Asche-Trainingsplatz", erklärt Gabriel. Die Lage des Massengrabes – die Umbettung von 211 Toten auf einen Friedhof in Wietzendorf erfolgte 1959 – sei auch durch die Aussage eines Zeitzeugen belegt. "Dieser hat das Grab beschrieben", sagt Gabriel. In der Anfangszeit habe es dort auch Blumen und Holzkreuze gegeben.

Birth, der weitere Grabstellen der Methanol-Opfer auch auf anderen Friedhöfen in Gifhorn und im Kreisgebiet entdeckt hat, will die Ereignisse auch zum Thema im Kreiskalender 2020 machen. Als Beleg für die Bestattung weiterer Opfer dieser Kriegstragödie hat Birth Fotos von Grab- und Gedenksteinen gemacht. „Ich arbeite gerade an einem Entwurf für den redaktionellen Beitrag im Kreiskalender“, erklärt der frühere Gifhorner Bürgermeister. Er befasst sich seit mehr als einem Jahr mit der Thematik.

Von Uwe Stadtlich

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