Gegen Gifteinsatz

Eichenprozessionsspinner: Grüne sehen Minister in der Pflicht

Eichenprozessionsspinner: Die Kreis-Grünen lehnen eine großflächige Bekämpfung ab.

Eichenprozessionsspinner: Die Kreis-Grünen lehnen eine großflächige Bekämpfung ab.

Landkreis Gifhorn. Diplom-Biologe Florian Preusse vom Nabu-Kreisverband warnte davor, dass bei einem großflächigen Gifteinsatz auch 366 weitere Schmetterlingsarten betroffen seien. „Die langfristigen Folgen einer solchen Maßnahme sind nicht absehbar“, so der Fachmann. Der Lebensraum Eiche sei besonders schützenswert. Ein flächiger Einsatz bedürfe darum einer ganz genauen Abwägung.

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Warnung vor großflächiger Bekämpfung

Für Dr. Joachim Rutschke von der Aktion Fischotterschutz sind angedachte großflächige Bekämpfungen des Eichenprozessionsspinners „nur kosmetische Maßnahmen“. Da der Wirkungsgrad nur bei 70 bis 80 Prozent liege, werde sich die Population rasch wieder erholen. „Man wird mit einer Bekämpfung nicht auskommen“, steht für den Biologen fest. Zudem würde durch das Gift auch in die Nahrungskette eingegriffen werden – auch andere Tiere wären betroffen, so Rutschke.

„Geld für das Absaugen muss vom Land kommen“

Absperrungen, das Absaugen und der punktuelle und gezielte Einsatz von Insektiziden: So sieht für die Landtagsabgeordnete Imke Byl der erfolgreiche Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner aus. „Das Geld für das Absaugen muss vom Land kommen“, forderte die Parlamentarierin am Mittwochabend. Sie sieht Umweltminister Olaf Lies (SPD) in der Pflicht. Dieser habe sich bei einem Besuch im Landkreis öffentlichkeitswirksam in einem Schutzanzug ablichten lassen, wolle nun aber von gemachten Zusagen und Versprechen nichts mehr wissen.

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Klaus Rautenbach, Fraktionschef der Grünen, zeigte sich verärgert: „Wir wehren uns dagegen, dass mit den Ängsten der Menschen gespielt wird.“ Von der Kreisverwaltung forderte er eine „Versachlichung des Themas“. Für den nächsten Umweltausschuss schlagen die Kreis-Grünen darum vor, Experten referieren zu lassen.

Von Uwe Stadtlich

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