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100 Jahre Strom

Am Sonntag, 6. Oktober 1918, gingen in Jembke die Lichter an

100 Jahre Strom in Jembke: Polnische Zwangsarbeiter errichteten die Masten für die Elektrifizierung des Ortes.

100 Jahre Strom in Jembke: Polnische Zwangsarbeiter errichteten die Masten für die Elektrifizierung des Ortes.

Jembke.Vor ganz genau 100 Jahren kam der elektrische Strom nach Jembke – davon weiß Chronist Harald Harms Einzelheiten zu berichten: „Auch die Bürger unseres Dorfes wollten an der neuen Erfindung teilhaben.“

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Demnach holten am Freitag, 15. Februar 1918 Jembker Fuhrwerksbesitzer Masten für die elektrische Lichtanlage vom Bahnhof Fallersleben ab. Am Dienstag darauf begannen polnische Zwangsarbeiter mit dem Aufstellen der Masten. In einem Schulaufsatz vom 28. Juni 1918 schrieb Frida Herbold: „Die Freude war überraschend, denn ein jeder freute sich, daß wir nächstens nicht mehr im Dunkeln zu sitzen brauchten. Auf je 40 bis 50 Schritte voneinander entfernt, wurde nun ein Loch gemacht. Letztere mußten 1,60m tief sein. Mit großer Bewunderung sahen wir uns an, wie die Leute mit geschickter Hand die Masten von etwa 12m Höhe aufrecht zu stellen suchten, um dieselben in der Erde den nötigen Halt zu verschaffen. Nachdem kamen Männer mit Steigeisen und kletterten an den Masten empor, um weiße Porzellanglocken daran zu befestigen. Auch an den Häusern wurden welche angebracht. Darnach wurde fingerdicker Draht von Mast zu Mast gezogen, ebenfalls zu den Häusern. Hierauf kam eine Truppe Schlosser und legte die Leitungen im Hause an. Nun mußte noch ein Turm gebaut werden. Derselbe hat seinen Platz auf der Masche gefunden und ist etwa 10m hoch. Es wurde ungefähr 14 Tage daran gearbeitet. “ Gemeint war der Bau eines Transformatorenhauses auf dem Grundstück der späteren Schmiede Wenk.

Mit der Überlandzentrale Weferlingen und Umgebung – heute FEAG – wurde ein Vertrag geschlossen über die Lieferung von Drehstrom: und zwar ohne Unterbrechung Tag und Nacht – mit Ausnahme von Sonn- und Festtagen von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags.

In der Schulchronik schrieb Lehrer Ludwig Röber am Sonntag, 6. Oktober 1918: „Das erste elektrische Licht leuchtet in den Häusern auf, die Freude darüber ist überall groß.“ Jembke war ans Stromnetz angeschlossen.

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Von Jörg Rohlfs

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