Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Macht und Kontrolle

Steckt hinter Eifersucht wirklich immer Verlustangst?

Eifersucht ist kein Zeichen von Liebe.

Eifersucht wird meist mit Verlustangst in Verbindung gebracht. Aber steckt wirklich immer Verlustangst dahinter oder geht es hier auch um ganz andere Themen?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eifersucht ist ein Gefühl von Mangel, Angst und Unsicherheit. Es geht aber nicht selten auch um Kontrolle und Macht. Einige glauben, Eifersucht sei ein Zeichen besonders großer Liebe. Menschen zeigten dem oder der anderen damit, dass er oder sie einem besonders wichtig sei.

Ein gewisses Maß an Eifersucht ist in einer Beziehung normal. Natürlich möchte man einen Menschen, den man liebt, nicht verlieren. In bestimmten Situationen fühlt man sich auch mal getriggert, vor allem, wenn der oder die andere einem tatsächlich einen Anlass zur Eifersucht gibt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Gründe für starke Eifersucht

Extreme Eifersucht hat für mich aber wenig mit Liebe zu tun. Nach mehr als zwanzig Jahren Paartherapie kann ich sagen, dass Eifersucht oft mit Projektion, Macht und Kontrolle zu tun hat. Wenn ich selbst schon fremdgegangen bin, in der Beziehung gern flirte oder mehrere Interessentinnen oder Interessenten im Hintergrund warmhalte, dann traue ich dieses Verhalten auch allen anderen zu. Ich wittere dann also Gefahr, wo gar keine ist.

Bei starker Eifersucht geht es auch um Macht und Kontrolle. Wir haben Angst davor, die Kontrolle zu verlieren. Aber es gibt nun mal keine hundertprozentige Sicherheit, wir können niemanden kontrollieren. Gerade die Freiwilligkeit und die Tatsache, sich jeden Tag aufs Neue für die Partnerin oder den Partner zu entscheiden, macht moderne Beziehungen doch aus.

Was Eifersucht mit einem selbst zu tun hat

Jeder und jede macht in letzter Konsequenz, was er oder sie will. Alle können sich neu verlieben und eine Beziehung verlassen. Diesen Fakt sollte man einfach anerkennen, wenn man eine Beziehung eingeht. Der permanente Druck, der durch starke Eifersucht entsteht, kann so auch irgendwann zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Man sollte die Beziehung verlassen, wenn man unter der starken Eifersucht des Partners oder der Partnerin leidet, und nicht selbst auf die dunkle Seite wechseln und fremdgehen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Tatsächlich kann ständige unbegründete Eifersucht dazu führen, dass der Partner oder die Partnerin die Beziehung hinterfragt und verlässt. Somit kommt es zum erwarteten Verhalten. Letztlich fühlt man sich dann auch noch bestätigt, dass Partnerinnen oder Partner nicht bei einem bleiben, und sieht die Eifersucht als begründet an. Die Eifersucht wird so zu einer Art Selbstsabotage und das destruktive Verhalten führt dazu, dass man nie in stabile Beziehungen kommt, die durch Vertrauen, Nähe und echte Liebe getragen werden.

Das Gefühl brennender Eifersucht hat meist mehr mit einem selbst als mit dem Partner oder der Partnerin zu tun. Daher sollte es genauer betrachtet werden. Begründetes Misstrauen hingegen sollte zur Auseinandersetzung oder zur Trennung führen – und nicht zu Eifersucht.

Der Autor Christian Hemschemeier und seine Kurse sind zu erreichen unter www.liebeschip.de. Sein drittes Buch „Die neue Dimension der Liebe“ ist gerade erschienen.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Expertinnen und Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
 

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter.

Mehr aus Liebe & Partnerschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.