Daten von Millionen Schwedinnen und Schweden ausgewertet

Studie: Risiko von Lungenembolien und Venenthrombosen nach Corona-Infektion mehrere Monate erhöht

Eine Krankenpflegerin behandelt einen Corona-Patienten.

Eine Krankenpflegerin behandelt einen Corona-Patienten.

Laut einer Studie, die am Mittwoch in der Fachzeitschrift „BMJ“ erschienen ist, ist Covid-19 noch mehrere Monate nach der Infektion ein Risikofaktor für tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien und Blutgerinnsel. Bis zu drei Monate nach der Infektion mit dem Coronavirus stellten die Forschenden ein erhöhtes Risiko für eine tiefe Venenthrombose fest. Eine Lungenembolie sei bis zu sechs Monate nach Covid-19 signifikant wahrscheinlicher als bei gesunden Personen. Besonders hoch war das Risiko einer Lungenembolie in der akuten Phase einer Corona-Infektion. Die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel war bis zu zwei Monate nach Covid-19 signifikant erhöht.

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Dass Covid-19 das Risiko für venöse Thromboembolien erhöht, war schon länger bekannt, neu ist die Erkenntnis, wie lange dieses Risiko anhält. Die Studie stellte außerdem ein höheres Risiko für Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen sowie für jene mit schwererem Covid-19-Verlauf fest. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verwies bei Twitter auf die Studie. „Fast jeden Tag gibt es neue Studien zu langfristigen Schäden der Corona-Infektion, (das) wird uns noch Jahre begleiten. Wir müssen mehr über diese Langzeitschäden aufklären“, schrieb er.

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Höheres Risiko als bei Grippe?

Grundlage der Studie sind die Daten von mehr als einer Million Schwedinnen und Schweden, die sich zwischen Februar 2020 und Mai 2021 mit Corona infiziert hatten. In der Kontrollgruppe waren mehr als vier Millionen Menschen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden und der Versuchsgruppe in Alter und anderen soziodemografischen Faktoren ähnelten.

Die Studie unterstreiche die Bedeutung der Impfung gegen Covid-19. „Unsere Ergebnisse unterstützen die Thromboseprophylaxe zur Vermeidung thrombotischer Ereignisse, insbesondere bei Hochrisikopatienten“, heißt es außerdem. Es müsse noch weiter erforscht werden, ob eine Sars-CoV-2-Infektion das Risiko für venöse Thromboembolien oder Blutungen stärker erhöhe als Atemwegsinfektionen wie eine Grippe.

RND/vv

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