Impfpanne in Hannover: Welche Auswirkungen hat die Erwachsenendosis auf Kinder?

Ein achtjähriger Junge steht am Impfzentrum am Zoo im früheren Regenwald-Panorama des Erlebnis-Zoo Hannover.

Ein achtjähriger Junge steht am Impfzentrum am Zoo im früheren Regenwald-Panorama des Erlebnis-Zoo Hannover.

Hannover. Was passiert, wenn Kindern die Erwachsenendosis eines Impfstoffes gespritzt wird? Diese Frage stellen sich wohl nun Eltern von 42 Jungen und Mädchen, denen in Hannover versehentlich eine weitaus höhere Dosis des Biontech-Vakzins gegen das Coronavirus verabreicht wurde. Mit schlimmen Nebenwirkungen sei jedoch eher nicht zu rechnen, erklären Fachleute gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). Nach menschlichem Ermessen sei nicht davon auszugehen, dass es zu schweren Nebenwirkungen komme, sagte Kinderarzt Thomas Buck, der Mitglied im Vorstand der niedersächsischen Ärztekammer ist, auf Anfrage der HAZ.

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Denn: Die Dosis für die Altersgruppe sei im Vergleich zu Erwachsenen verringert worden, weil Immunantwort und Immunsystem der Kinder besser seien und die Kleinen für einen guten Schutz daher nicht so viel Wirkstoff benötigten. Die höhere Dosis bezeichnet der Arzt als „überflüssig, aber nicht schädlich“. Auch könnten die betroffenen Kinder nach einigen Wochen – wie im Impfschema vorgesehen – die zweite Spritze bekommen.

Dennoch müsse man das Qualitätsmanagement in Impfzentren immer wieder überprüfen. Buck berichtet, dass in seiner Praxis Kinder und Erwachsene in komplett getrennten Räumlichkeiten geimpft werden würden.

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Impfpanne in Hannover

Im Impfzentrum am Zoo in Hannover hatten 42 Jungen und Mädchen Impfstoff mit der höheren Konzentration für Erwachsene gespritzt bekommen. Sie haben also die dreifache Dosis des für diese Altersgruppe bestimmten Biontech-Vakzins erhalten: 30 statt zehn Mikrogramm.

Für die Kinder war eigentlich der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige vorgesehen, wie eine Sprecherin der Region Hannover am Montag mitteilte. Alle Eltern der betroffenen Kinder seien von der Regionsverwaltung direkt telefonisch und per E-Mail informiert worden, hieß es weiter.

Erhöhte Nebenwirkungen möglich

Dass das Dreifache der empfohlenen Dosis erhöhte Nebenwirkungen hervorrufen könne, schließt Prof. Tobias Welte nicht aus. Er ist der Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Solche Nebenwirkungen könnten etwa Fieber oder andere grippale Symptome sein.

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„In den Zulassungsstudien ist es ebenfalls bei einigen Kindern zu Überdosierungen gekommen, ohne dass etwas passiert ist“, sagt der Wissenschaftler gegenüber der HAZ. Er empfiehlt, die Kinder in den kommenden Tagen zur Kontrolle zum Kinderarzt zu bringen.

Lokalreaktionen und Fieber erwartet

Die leitenden Fachärztin des Gesundheitsamts Hannovers, Marlene Graf, schließt sich dem Urteil ihrer Kollegen an. Es seien keine gravierenden Folgen zu erwarten.

„Mögliche Nebenwirkungen sollten sich nach unseren Erkenntnissen auf Lokalreaktionen und Fieberreaktionen beschränken. Medizinisch gesehen handelt es sich um eine nicht notwendige erhöhte Dosis des Impfstoffs, die sich nicht negativ auswirken dürften“, sagte Graf einer Mitteilung der Region Hannover zufolge.

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RND/dpa/saf

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