Zahlen der Statistikbehörde ONS

Großbritannien: Pandemie fordert Rekordzahl an Alkoholtoten

Eine Frau hält ein Glas in dem sich der Kräuterlikör Ramazzotti und ein Eiswürfel befinden.

Eine Frau hält ein Glas in dem sich der Kräuterlikör Ramazzotti und ein Eiswürfel befinden.

London. In Großbritannien sind 2021 so viele Menschen wie noch nie an den Folgen schweren Alkoholkonsums gestorben. Das liege wohl an der Corona-Pandemie, während der starke Trinker noch mehr Alkohol zu sich genommen hätten als ohnehin, teilte die britische Statistikbehörde ONS am Donnerstag mit. Demnach könne der Tod von 9641 Menschen im Vereinigten Königreich direkt mit Alkohol in Verbindung gebracht werden. Das sei gut ein Viertel mehr als 2019, dem letzten vollen Jahr vor der Pandemie. Nachdem die Todeszahlen jahrelang stabil waren, stiegen sie schon 2020 deutlich an - und 2021 erneut um rund 7,4 Prozent.

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„Jede Zahl eine individuelle Familientragödie“

Die Tendenz war von Forschern erwartet worden. Im Sommer hatte eine Studie der Universität Sheffield ergeben, dass vor allem Menschen, die bereits zuvor riskante Mengen konsumierten, in der Zeit mit Corona-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen mehr getrunken haben.

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„Diese Statistiken sind absolut niederschmetternd. Hinter jeder Zahl verbirgt sich eine individuelle Familientragödie“, sagte Karen Tyrell von der Wohltätigkeitsorganisation Drinkaware der BBC. „Es ist inakzeptabel, dass in einem der reichsten Länder der Welt die Rate der alkoholbedingten Todesfälle bei Männern in den ärmsten Gegenden vier Mal höher war als in den wohlhabendsten.“ Aktivisten fordern unter anderem eine deutliche Anhebung der Alkoholsteuer.

Die meisten Menschen starben in Schottland: Dort lag die Quote bei 22,4 Alkoholtoten je 100.000 Einwohner. Im größten Landesteil England waren es mit 13,9 die wenigsten. Lebererkrankungen waren die mit Abstand häufigste Todesursache. Männer starben doppelt so häufig an den Folgen ihres Alkoholkonsums wie Frauen.

RND/dpa

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