Von Inzidenz bis Impfquote: So wütet die Corona-Pandemie aktuell in den einzelnen Bundesländern

Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken.

Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist an diesem Sonntag im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 390,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 402,90 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 439,2 (Vormonat: 263,7). Damit sinkt die Inzidenz erstmals seit dem 18. November wieder unter die Schwelle von 400.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 32.646 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 42.055 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 132 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patientinnen und ‑Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,71 (Donnerstag 5,75) an. Bundesweit gibt es etwas Entlastung auf den Intensivstationen. Wie dem Tagesbericht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zu entnehmen ist, sind 45 Personen weniger in intensivmedizinischer Behandlung.

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Mit den Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, die der Bundestag und der Bundesrat diese Woche beschlossen haben, haben die einzelnen Bundesländer im Pandemiemanagement mehr Befugnisse erhalten. Anders als zuvor dürfen die Länder bei einer angespannten Lage nun doch wieder Ausgangsbeschränkungen oder Schulschließungen anordnen.

Deswegen wird auch der Blick auf das Infektionsgeschehen in den Ländern wichtiger, was regional sehr unterschiedlich ist. Wir geben Ihnen einen Überblick.

Baden-Württemberg: Alarmstufe II wegen steigender Hospitalisierung

In Baden-Württemberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag laut RKI bei 462,6. Der Negativspitzenreiter ist der Kreis Tuttlingen, wo die Inzidenz weit über 800 steht. Die Zahl der Personen, die auf einer Intensivstation liegen, ist allerdings in dem Bundesland leicht gestiegen. Derzeit müssen 666 Covid-Patientinnen und -Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Der Hospitalisierungswert (Stand: 9.12., RKI) in dem Bundesland liegt bei 5,85. Das Bundesland hat eine Impfquote (Stand: 10.12.) von 67,5 Prozent. Dabei handelt es sich um den Anteil der Bevölkerung, die bereits doppelt geimpft ist.

In Baden-Württemberg gilt: Wird die Schwelle von 450 Intensivpatientinnen und -patienten überschritten, gilt die Alarmstufe zwei und damit auch schärfere Regeln – besonders für Ungeimpfte. Aber auch vollständig geimpfte oder genesene Personen müssen sich wieder einschränken. In der Gastronomie und in Freizeiteinrichtungen gilt weitgehend die 2G-plus-Regel, Clubs und Diskotheken müssen ihre Türen abermals schließen, und Großveranstaltungen wie beispielsweise Spiele der Fußball-Bundesliga finden ohne Zuschauerinnen und Zuschauer statt.

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Strikte Regeln in Bayern – bald Lockerungen?

In Bayern wurden am Sonntag laut RKI 6193 Neuinfektionen gemeldet – bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 408,6. Die Hospitalisierungsrate (Stand: 9.12., RKI) liegt bei 7,02, die Impfquote (Stand: 10.12.) in dem Bundesland liegt bei 67,8.

In Bayern gilt ab einer Inzidenz von 1000 ein Lockdown. Außerdem hat das Land Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte eingeführt und die Weihnachtsmärkte als eines der ersten Länder komplett abgesagt, Veranstaltungen wurden auf 25 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer reduziert. Clubs und Bars bleiben geschlossen, für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr.

Seit Donnerstag liegt allerdings kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt in Bayern mehr über dem kritischen Wert von 1000. Bleibt das auch die kommenden Tage so, könnten schon am Dienstag die verschärften Regeln aufgehoben werden.

Berlin – Absage von Silvesterparty wegen Infektionslage

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin lag am Sonntag laut RKI bei 314,7. An dem Tag wurden lediglich 315 Neuinfektionen registriert. Die Hospitalisierungsrate liegt (Stand: 9.12.) bei 3,85, die Quote der Doppeltgeimpften (Stand: 10.12.) bei 71,1 Prozent.

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Konsequenzen werden auch in der Hauptstadt gezogen: Zuletzt wurde dort die Planung der für dieses Jahr eigentlich wieder mit Publikum geplanten Silvesterparty am Brandenburger Tor abgeändert. Die soll nun wegen der Infektionslage doch ohne großes Publikum und als Liveshow im ZDF stattfinden, wie die Veranstalter am Freitag bestätigten.

Die Lage in Brandenburg

In Brandenburg lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag laut RKI bei 641,5, 1597 Neuinfektionen standen an dem Tag auf dem Papier. Die Hospitalisierungsrate liegt (Stand: 9.12., RKI) bei 6,36, die Impfquote (Stand: 10.12.) bei 62,9 Prozent.

Bremen mit höchster Impfquote in Deutschland

Die Sieben-Tage-Inzidenz des Bundeslandes liegt am Sonntag bei 191,6. Über die Fallzahl lässt sich heute keine Auskunft geben, da das Land Bremen am Sonntag keine neuen Zahlen meldet. Die Hospitalisierung liegt aktuell laut RKI (Stand: 9.12.2021) bei 4,12. Die Impfquote liegt demnach bei 81 Prozent (Stand: 10.12.) – damit ist Bremen Vorreiter in Deutschland. Kein anderes Bundesland hat so eine hohe Quote.

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Hamburg: Weihnachtsmärkte laufen – aber schlecht

Hamburg verzeichnet am Sonntag 666 Neuinfektionen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 225,9 – also auch unter dem Bundesdurchschnitt. Die Hospitalisierung liegt laut RKI (Stand: 9.12.) bei 2,7. Die Impfquote liegt bei 75,4 Prozent (Stand: 10.12.).

In Hamburg durften etwa im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern die Weihnachtsmärkte offen bleiben. Doch besucht werden sie laut den Betreibern nicht besonders gut – was sowohl an den strengen Regeln als auch am vorsichtigen Verhalten der Menschen liegen könnte. Die Betreiberinnen und Betreiber klagen über deutlich weniger Umsatz als 2019, dem letzten Jahr vor Corona.

Hessen

Hessen liegt am Sonntag laut RKI bei 1918 Neuinfektionen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 258,3. Die Impfquote in dem Land liegt demnach bei 68,4 Prozent, die Hospitalisierungsrate (Stand: 9.12.) bei 4,53.

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Mecklenburg-Vorpommern und die Corona-Proteste

In Mecklenburg-Vorpommern wurden am Sonntag 821 Neuinfektionen registriert, und die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI bei 426,1. Die Impfquote liegt demnach bei 67,7, die Hospitalisierung (Stand: 9.12.) bei einem relativ hohen Wert von 8,07.

Das Land hat wie einige andere auch mit Protesten von Corona-Gegnern zu kämpfen. Zuletzt hatte die Polizei eine Corona-Demo vor der Wohnung der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, verhindert.

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Niedersachsen geht den Sonderweg

In Niedersachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag im Bundesvergleich mit 173,3 recht niedrig. Am Samstag wurden 2863 neue Corona-Fälle gemeldet, 27 Menschen sind an dem Virus gestorben. Wie auch in Bremen, melden die niedersächsischen Gesundheitsämter am Sonntag keine Fallzahlen. Die Impfquote in dem Nordbundesland liegt aktuell bei 74,6 Prozent. Die Hospitalisierung liegt an diesem Samstag bei einem Wert von 6,1.

Zudem geht Niedersachsen einen Sonderweg über Weihachten und Silvester. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil kündigte am Freitag eine Weihnachtsruhe an. Dann gilt die Warnstufe drei. Das bedeutet unter anderem, dass es schärfere Kontaktbeschränkungen geben wird und keine großen Silvesterpartys möglich sein werden.

Lesen Sie auch: 2G im Einzelhandel, Weihnachtsruhe, Veranstaltungen: Das ändert sich ab Sonntag in Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen mit relativ guter Impfquote

In Nordrhein-Westfalen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag laut RKI bei 279,6, 6125 Neuinfektionen sind außerdem gemeldet worden. Der Hospitalisierungswert liegt bei 4,88. Die Impfquote in dem Land ist mit 72,6 Prozent verhältnismäßig gut.

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In einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sprach NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Samstag über die aktuelle Lage und sagte unter anderem, dass er sich von der Ampelregierung mehr Möglichkeiten wünscht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Zuletzt war er in die Kritik geraten, weil 50.000 Menschen am 11.11. den Karnevalsauftakt feierten. Nur wenige Tage später wurde das Rheinderby der Fußballbundesliga 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach vor einem ausverkauften Stadion ausgetragen, was ebenfalls 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauern entspricht.

Rheinland-Pfalz: geringes Infektionsgeschehen

In Rheinland-Pfalz ist das Infektionsgeschehen etwas geringer als im bundesweiten Schnitt. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt laut RKI 267,1 (Stand: 10.12., RKI), und die Hospitalisierungsrate liegt bei 3,88 (Stand: 9.12., laut RKI).

Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz meldeten dem RKI innerhalb 24 Stunden 588 Corona-Neuinfektionen. In dem Bundesland beträgt die Impfquote inzwischen 68,8 Prozent (vollständig geimpft).

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Saarland mit hoher Impfquote

Das Saarland hat inzwischen eine der höchsten Impfquoten deutschlandweit. Laut RKI sind derzeit 75,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft (Stand: 10.12.). Nur in Bremen gibt es eine höhere Impfquote. Das Saarland hatte zuletzt sein Angebot für Kinderimpfungen ausgebaut: In den vier Impfzentren wurden zusätzliche Kinderimpfkabinen eingerichtet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit 374,4 aber höher als in anderen Bundesländern, ebenfalls die Hospitalisierung von 6,1 (Stand: 9.12., laut RKI). Die Zahl der Neuinfektionen gaben die Gesundheitsämter in Saarland am 12. Dezember mit 511 an.

Sachsen: das Corona-Sorgenkind

Mit einer Impfquote von 58,8 Prozent sind in Sachsen nach wie vor so wenige Menschen geimpft wie in keinem anderen Bundesland (Stand: 10.12.). Sachsen ist zugleich das einzige Bundesland, in dem die Impfquote noch unter 60 Prozent liegt.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Schnitt bei 990,5. Damit ist das ostdeutsche Bundesland nicht weiter der negative Spitzenreiter und wird an diesem Sonntag von Thüringen abgelöst. Je nach Landkreis gibt es aber auch deutliche Unterschiede. Der Landkreis Meißen war zuletzt bei einer Inzidenz von knapp 3000. Inzwischen liegt die Inzidenz bei rund 1929,9 und ist damit noch immer deutschlandweit am höchsten.

Die Hospitalisierungsrate lag am 9.12. laut RKI bei 9,93. Nur wenige Bundesländer haben eine höhere Hospitalisierung. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt daher einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus. Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sieht keine andere Alternative.

Sachsen-Anhalt

Die Impfquote in Sachsen-Anhalt ist so niedrig wie in kaum einem anderen Bundesland. Sie beträgt derzeit 65,9 Prozent (vollständig geimpft, Stand: 10.12.). Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 842,1 an. Nur Thüringen und Sachsen haben eine höhere Inzidenz.

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Die Hospitalisierung gab das RKI zuletzt mit 9,58 an (Stand: 9.12.), eine der höchsten in Deutschland. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages beträgt in Sachsen-Anhalt 1484 (Stand: 10.12.).

Schleswig-Holstein: niedrigste Inzidenz

In Schleswig-Holstein gibt es die mit Abstand niedrigste Inzidenz in Deutschland. Laut RKI beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz dort 162,7 (Stand: 10.12.). Die Gesundheitsbehörden meldeten zuletzt 505 neue Corona-Fälle.

Die Hospitalisierungsrate ist mit 3,37 ebenfalls sehr gering in Schleswig-Holstein. Außerdem gibt es eine recht hohe Impfquote von 74 Prozent. Trotzdem gibt es offenbar viele Menschen, die in Schleswig-Holstein mit einem gefälschten Impfpass unterwegs sind. Apotheker im Norden fordern daher fälschungssichere Impfdokumente, wie die „Kieler Nachrichten“ berichten.

Thüringen

Die mit Abstand höchste Hospitalisierungsrate ist mit 18,82 laut RKI in Thüringen (Stand: 9.12.). Das führt dazu, dass die Krankenhäuser in Thüringen schon seit vielen Tagen Patienten in die Kliniken anderer Bundesländer verlegen müssen. Trotzdem gehen noch immer Hunderte Menschen zu unangemeldeten Corona-Demonstrationen auf die Straßen in Thüringen.

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Derweil infizieren sich immer mehr Menschen: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist laut RKI inzwischen die höchste in Deutschland und beträgt 1025 (Stand: 12. Dezember). Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter 2242 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden (Stand: 12. Dezember). Viele Menschen sind zudem nicht geimpft. Die Impfquote der vollständig Geimpften beträgt in Thüringen lediglich 63,5 Prozent.

In Thüringen befindet sich auch der Landkreis, in dem bundesweit die höchste Inzidenz ist. So steht der Wert im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bei 1869.

Hinweis: Die aktuellen Fallzahlen müssen unter Berücksichtigung der Überlastung der Gesundheitsämter betrachtet werden. Viele Ämter sind an ihrer Belastungsgrenze und können daher nicht mehr alle Fälle verfolgen – dies gilt besonders für die Wochenenden. Deswegen muss mit Nachmeldungen gerechnet werden.

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