Intensivmediziner Janssens blickt optimistisch auf längerfristige Corona-Entwicklung

Uwe Janssens, ehemaliger Präsident der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin), spricht in der Bundespressekonferenz.

Köln. Der Intensivmediziner Uwe Janssens blickt optimistisch auf die längerfristige Entwicklung des Coronavirus. Die neue Variante Omikron löse zwar hohe Infektionszahlen aus, aber sie führe anteilig zu weniger schweren Erkrankungen beziehungsweise zu geringeren Quoten der Krankenhausbehandlungen, sagte Janssens vom St. Antonius Hospital in Eschweiler bei Aachen am Mittwoch in WDR-Radio. Die Abnahme der Krankenhausaufnahmeraten liege im Vergleich zur Delta-Variante bei etwa 70 Prozent. Auch bei schweren intensivmedizinischen Verläufen mit Beatmung sei mit einer Abnahme von 80 Prozent eine deutlich niedrigere Quote zu beobachten. „Das ist die gute Botschaft“, sagte der Mediziner.

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Die schlechte Botschaft allerdings betreffe die extrem hohen Infektionszahlen bei der Omikron-Variante, sagte Janssens. Dies bedeute, trotz der sinkenden Raten von stationären Aufnahmen, einen Anstieg in absoluten Zahlen von Menschen, die dann vielleicht doch ins Krankenhaus müssen. Und dies sei zusammen mit dem Ausfall von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus Anlass zur Sorge.

Janssens: Um Quarantäne zu verkürzen, fehle es an Daten

Mit Blick auf eine mögliche Verkürzung von Quarantänezeiten verwies Janssens auf fehlende wissenschaftliche Erkenntnisse. Daher mahnte er bei einer eventuellen Verkürzung vor allem für die Krankenhäuser eine engmaschige Testung an. Im Gegensatz zu Unternehmen, die auf ihre Belegschaft schauten, „haben wir hier noch Patienten, die vulnerabel sind“, sagte Janssens. Umso mehr müsse darauf geachtet werden, dass infektiöse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu früh zurückkehrten und die verletzlichen Patientinnen und Patienten ansteckten.

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Der Intensivmediziner blickt aber längerfristig optimistisch in die Zukunft. Das laufende Jahr werde nachhaltige Veränderungen bedeuten. „Wir werden mit dem Virus leben. Wir werden eine endemische Lage bekommen“, sagte Janssens. Irgendwann 2023 oder 2024 werde es dann Alltag bedeuten. Janssens warb für das Maskentragen, vor allem in geschlossenen Räumen, und für Impfungen als „beste Waffe“ gegen schwere Krankheitsverläufe.

RND/epd

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