Kinderärztin zu Omikron-Verläufen

Corona bei Babys und Kleinkindern: „Milde Symptome können Eltern selbst behandeln“

Bei Babys und Kleinkindern verläuft die Corona-Infektion meist mild.

Angesichts der Corona-Pandemie haben viele Eltern Angst und sorgen sich um ihre Kinder - allen voran aufgrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante. Babys und Kleinkinder haben bei einer Infektion mit dem Virus aber überwiegend einen milden Verlauf, weiß Professorin Ingeborg Krägeloh-Mann, ehemalige Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). In den meisten Fällen könnten die Kleinen demnach auch zu Hause versorgt werden.

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Frau Krägeloh-Mann, leiden Babys und Kleinkinder bei einer Corona-Infektion mehr als Erwachsene?

Seit Beginn der Pandemie ist deutlich, dass Kinder überwiegend einen sehr milden Verlauf zeigen, wenn sie an einer Covid-19-Infektion erkranken – das gilt auch aktuell bei den allgemein sehr hohen Infektionszahlen. Da die Risikogruppen, also insbesondere die Älteren, geimpft werden können, ist die Infektionsschwere nun auch generell nicht mehr so hoch.

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Worauf sollte man bei Kleinkindern und Babys achten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben?

Säuglinge können durch Infektionen der Atemwege, wie es die Covid-19-Erkrankungen sind, schwerer beeinträchtigt sein als ältere Kinder. So zeigt auch das Register der DGPI (Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie), dass Säuglinge prozentual etwas häufiger in den Kinderkliniken aufgenommen werden müssen. Insgesamt liegt die Krankheitslast bei Covid-19-Erkrankungen bei den Kindern aber niedrig – und intensivmedizinisch müssen nur sehr wenige Kinder behandelt werden.

Festzuhalten ist auch, dass ein anderes Virus, das RS-Virus (RSV), am Ende des letzten Jahres eine vergleichsweise viel schwerere Krankheitswelle ausgelöst hat und die Kinderkliniken sehr belastet hat. Im November waren die Betten und Intensivbetten der Kinderkliniken deswegen mit Säuglingen und Kleinkindern belegt, die schwere Atemwegserkrankungen durch das RSV aufwiesen. Statt ein bis zwei Tage – wie bei Covid-19-Erkrankungen – lagen die Kinder mit RSV-Erkrankungen ein bis zwei Wochen in der Klinik.

Gibt es bei Kleinkindern andere Symptome als bei Erwachsenen?

Die Symptome sind insgesamt milder, aber vergleichbar. Oft haben Kinder aber auch gar keine Krankheitssymptome.

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Können Eltern ihre Kleinkinder und Babys, die sich mit Corona infiziert haben, zu Hause auch selbst behandeln?

Im Prinzip müsste hier keine andere Regel als für andere Virusinfektionen gelten. Milde Symptome können Eltern selbst behandeln. Aber die Pandemie bedingt aktuell noch, dass eine Covid-19-Erkrankung diagnostiziert werden sollte und dass das Kind getestet wird, damit Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Verbreitung getroffen werden können. Wenn jedoch die Umgebung adäquat geimpft ist, wird dieses Problem auch geringer. Die Erwachsenen, gerade auch in der Umgebung von Kleinkindern und Babys, sollten sich in ihrer Verantwortung für die nachwachsende Generation impfen lassen.

Wann sollte man mit Babys oder Kleinkindern einen Arzt aufsuchen oder sogar ins Krankenhaus fahren?

Hier gibt es für Covid-19-Erkrankungen keine andere Regel als für andere Virusinfektionen: Wenn das Kind durch die Infektion deutlich beeinträchtigt wirkt, etwa nicht mehr trinken will, eventuell sogar apathisch wirkt, das Fieber durch fiebersenkende Maßnahmen nicht zu senken ist, sollte man einen Arzt aufsuchen.

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