Großteil der Bevölkerung ist ungeimpft

Corona in Nordkorea: Neue Todesfälle bestätigt

ARCHIV - 13.10.2021, Nordkorea, Pjöngjang: Eine Lehrerin misst die Körpertemperatur einer Schülerin, bevor sie die Kim-Song-Ju-Grundschule im Zentralbezirk betritt. Nordkorea hat einen ersten Todesfall im Land nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache explosionsartig im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien am 13.05.2022. Foto: Cha Song Ho/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seoul. Der Corona-Ausbruch in Nordkorea greift offenbar weiter um sich. Am Montag meldeten die Staatsmedien unter Berufung auf eine zuständige Behörde acht neue Todesfälle und Hunderttausende weitere Fälle mit Fiebersymptomen. Seit Beginn des Ausbruchs Ende April seien mehr als 1,2 Millionen Menschen erkrankt, rund 564.860 befänden sich aktuell in Quarantäne. Mit den acht neuen Sterbefälle innerhalb von 24 Stunden Stand Sonntagabend (Ortszeit) stieg die Zahl der Toten auf bisher 50.

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Unklar war, wie viele sogenannte Fieber- und Todesfälle nachweislich auf Covid-19 zurückgehen. Expertinnen und Experten vermuten, dass Nordkorea nicht über die Kapazitäten verfügt, um Massentests durchzuführen. Weiter vermied es das abgeschottete und autoritär regierte Land, die Krankheit direkt beim Namen zu nennen. Stattdessen war weiter von der „Ausbreitung der Epidemie“ die Rede.

Vergangene Woche hatte das Land mehr als zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie eingeräumt, dass erste Fälle der Omikron-Variante des Virus bestätigt worden seien. Nordkorea hatte zuvor lange behauptet, coronafrei zu sein. Die Angaben stießen im Ausland jedoch auf Skepsis.

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Gravierende Folgen für Nordkorea

Sollte Nordkorea den Ausbruch nicht schnell in den Griff bekommen, drohen dem Land nach Einschätzung von Expertinnen und Experten gravierende Folgen. Das Gesundheitssystem gilt als rudimentär, die Bevölkerung als nahezu ungeimpft, der Ernährungszustand der 26 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner außerdem als schlecht.

Gegen eine Annahme der über das UN-Beschaffungsprogramm Covax angebotenen Vakzine hat sich die Führung in Pjöngjang bisher gesträubt. Ein solcher Schritt wäre mit internationalen Kontrollen verbunden.

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Bei einer neuen Dringlichkeitssitzung des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei ordnete Machthaber Kim Jong Un den Berichten zufolge an, das Militär solle bei der Verteilung von Medikamenten helfen. Der Einsatz soll demnach jedoch zunächst auf die Hauptstadt Pjöngjang beschränkt sein.

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Kim habe die zuständigen Stellen dafür gerügt, bisher keine ausreichende Versorgung mit medizinischen Mitteln zu gewährleisten, hieß es. Er habe sich unter anderem darüber informiert, welche fiebersenkenden und antibiotischen Mittel die Apotheken der Stadt vorrätig hätten und ob diese auch rund um die Uhr geöffnet seien.

RND/AP/dpa

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