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Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts

Broken-Heart-Syndrom: Wenn ein gebrochenes Herz krank macht

Bei vielen Patientinnen und Patienten mit Broken-Heart-Syndrom sind den Beschwerden emotional belastende Ereignisse vorausgegangen.

Ein gebrochenes Herz gilt als Metapher für den Schmerz, den ein Mensch nach dem Verlust einer nahestehenden Person spürt. Etwa nach einer Trennung von der Partnerin oder dem Partner oder nach einem Todesfall in der Familie. Unter solchen herzzerreißenden Momenten können Betroffene Monate, Jahre und manchmal auch ein Leben lang leiden.

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Doch traumatische Erlebnisse können auch mehr als Liebeskummer oder Trauer auslösen. Das Herz kann wortwörtlich brechen und Betroffene krank machen – ein Phänomen, das als „Broken-Heart-Syndrom“ bezeichnet wird. Jüngstes Beispiel könnte der US-Amerikaner Joe Garcia sein, der Berichten zufolge zwei Tage nach dem Tod seiner Ehefrau Irma Garcia beim Amoklauf in einer Grundschule in Texas offenbar an einem Herzinfarkt gestorben ist. Einige Ärztinnen und Ärzte vermuten jedoch, dass der plötzliche Tod eine Folge des Broken-Heart-Syndroms ist, wie sie gegenüber „Nbc News“ sagten.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Unter dem Broken-Heart-Syndrom sind plötzlich auftretende Herzbeschwerden zu verstehen, die oft nach einer schweren seelischen Belastung oder Krise auftreten. Über das Syndrom wurde erstmals 1990 in Japan berichtet. Ärztinnen und Ärzte bezeichnen das Phänomen als Stress-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Syndrom. Letztere Bezeichnung verdankt ihren Namen der traditionellen japanischen Tintenfischfalle „Takotsubo“. Dieser Krug mit seinem engen Hals erinnert an die Form des Herzens bei dem Syndrom. Denn die Herzspitze weitet sich dabei wie ein Luftballon aus, der darüber liegende Bereich verengt sich aber stark. Dabei kann die Pumpfunktion der Herzens akut nachlassen.

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Was sind die Symptome des Broken-Heart-Syndroms?

„Die Beschwerden ähneln oft denen eines Herzinfarkts. Deshalb führt die Erkrankung oft zu einer notfallmäßigen Aufnahme in die Notaufnahme oder das Herzkatheterlabor der Klinik“, sagt Sebastian Grundmann, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Herzzentrums am Universitätsklinikum Freiburg, in einer Mitteilung.

Zu den Symptomen zählen dementsprechend unter anderem starke Schmerzen in der Brust, massive Luftnot, Herzrhythmusstörungen und teilweise auch Schweißausbrüche oder Übelkeit. Beim Herzultraschall lässt sich zudem meist eine deutliche Bewegungsstörung der linken Herzkammer feststellen. Im EKG zeigt sich das Syndrom anhand erhöhter Herzenzymwerte im Blut oder einer veränderten Herzstromkurve.

Eine akute Phase kann lebensbedrohlich sein – mitunter droht auch ein Herzstillstand. Manche Patientinnen und Patienten erleiden zudem einen kardiogenen Schock. Laut des Universitätsklinikums Freiburg ist das Risiko für Komplikationen in der Akutphase ähnlich hoch wie bei einem Herzinfarkt. „Da die Symptome denen eines Herzinfarktes sehr ähneln und sich auch klinische Parameter verändern, führen wir zunächst eine umfangreiche Diagnostik durch, mit der wir einen Herzinfarkt erkennen beziehungsweise ausschließen können“, sagt Grundmann.

Erhöht eine Corona-Infektion das Herzinfarktrisiko?

Wie viele Virusinfektionen kann auch Covid-19 zu Herzproblemen führen. Lebensbedrohliche Komplikationen wie Herzinfarkte können sogar noch Monate nach überstandener Krankheit auftreten. Betroffen sind Studien zufolge dabei nicht nur ältere und vorerkrankte Menschen.

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Was sind die Ursachen des Broken-Heart-Syndroms?

Das Broken-Heart-Syndrom ist noch nicht ausreichend erforscht, daher sind auch die Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Als Auslöser gelten nach aktuellem Wissen vor allem stark emotionale Ereignisse. Gut ein Drittel der Betroffenen haben vor den Beschwerden Liebeskummer, Trauer oder Ähnliches erlebt. Jedoch müssen das nicht immer nur negative Erlebnisse sein: „[…] bei einem kleinen Teil der Betroffenen sind Auslöser auch besonders positive Emotionen. Man spricht dann vom ‚Happy Heart Syndrom‘“, sagt Grundmann.

Frauen sind deutlich häufiger als Männer vom Broken-Heart-Syndrom betroffen – meist nach der Menopause. Nur 10 Prozent der Patientinnen und Patienten sind Männer. Daher werde erforscht, ob ein veränderter Hormonhaushalt eine Ursache für das Syndrom sein könnte, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums Freiburg. Sehr wahrscheinlich sei auch, dass das autonome Nervensystem aktiviert wird und zur Erkrankung beitrage. Studien hätten demnach gezeigt, dass Patientinnen und Patienten vermehrt Stresshormone ausschütten. Außerdem sei das sympathische Nervensystem überaktiviert.

Wie wird das Broken-Heart-Syndrom behandelt?

Die Beschwerden sind meist vorübergehend. Patientinnen und Patienten erholen sich in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen von allein. In schwerwiegenderen Fällen werden Betroffene aber auch auf der Intensivstation überwacht und erhalten Betablocker, damit der Herzrhythmus stabilisiert werden kann. „Neben einer medikamentösen Therapie steht bei allen Patientinnen und Patienten die Vermeidung von körperlichem oder emotionalem Stress während der Erkrankung im Vordergrund“, betont Grundmann.

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Betroffene sollten die Beschwerden jedoch nie in der Hoffnung ignorieren, dass sie von allein verschwinden. Da das Broken-Heart-Syndrom potenziell lebensgefährlich sein kann, gilt es, bei Anzeichen eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Kardiologinnen und Kardiologen untersuchen dann das Herz auf mögliche Komplikationen. Bei akuten Beschwerden sollten Patientinnen und Patienten unbedingt den Notruf wählen.

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