Neues Elektro-SUV aus Südkorea

Korando e-Motion: der Old-School-Stromer

Ssangyong

Auch für kleine Automobilhersteller führt kein Weg an dem Umstieg auf die Elektromobilität vorbei. Dass der in Köln ansässige deutsche Importeur der koreanischen Marke SsangYong besonders stolz auf die „so frühzeitige Einführung unseres ersten Elektroautos, des Korando e-Motion“ ist, wie Geschäftsführer Ulrich Mehling betont, liegt aber auch an den neuen Hausherren im fernen Osten. Denn die Übernahme des Unternehmens durch den auf Elektroantriebe spezialisierten E-Bus-Hersteller Edison Motors zu Jahresbeginn hat ein Insolvenzverfahren gerade noch abgewendet.

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Der rein elektrisch fahrende Hoffnungsträger, ein 4,47 Meter langes Kompakt-SUV, unterscheidet sich optisch hauptsächlich durch eine veränderte Frontpartie mit geschlossenem Kühlergrill und ein paar blauen Akzenten an Scheinwerfern, Außenspiegeln und Unterfahrschutz von seinen Verbrennerkollegen mit Otto- oder Dieselmotoren. Designmäßig reißt das nicht unbedingt vom Hocker, unansehnlich ist es aber auch nicht.

Kofferraum fasst bis zu 1248 Liter

Gleiches gilt für den Innenraum. Beim Cockpit haben sich die Koreaner für die Old-School-Variante entschieden. Statt futuristischer iPad-Bedienung weiterhin viele Schalter und Knöpfe. Das dürfte einigen Zeitgenossen gar nicht mal so unlieb sein. Bei 2,68 Metern Radstand gibt es auch beim Platzangebot für die Hinterbänkler nichts zu meckern. Und dank der flach im Boden montierten Batterien wird das Kofferraumvolumen von 551 Litern nicht beeinträchtigt. Durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Rücksitze passen sogar 1248 Liter in das Heckabteil.

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Der 140 kW/190 PS starke Elektromotor an Bord, der die Vorderräder antreibt, wird aus einem 61,5-kWh-Akku gespeist, der nach dem kombinierten WLTP-Testzyklus groß genug für 339 Kilometer Reichweite sein soll. Tatsächlich signalisierte uns der Korando e-Motion vor der ersten Testrunde im Rhein-Main-Gebiet einen Aktionsradius von 322 Kilometern, der auf einem längeren Autobahnstück allerdings ziemlich rasch zusammenschmolz. Vor allem, wenn wir in den Bereich der Höchstgeschwindigkeit von 156 km/h vordrangen.

Die Verbrauchsunterschiede je nach Terrain sind jedenfalls sehr groß. Auf der Schnellstraße klettert der Stromverbrauch in die Nähe von 30 kWh/100 km. In der Stadt und bei wechselndem Tempo mit häufigeren Rekuperationsmöglichkeiten lagen wir knapp unter 20 kWh/100 km, aber immer noch deutlich über dem Normwert von 16,8 kWh/100 km. Beeinflussen lässt sich das natürlich über den Drive-Mode-Schalter, der neben Comfort, Sport und Eco auch einen Eco+-Modus vorsieht, bei dem die Geschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt wird sowie Heizung und Klimatisierung abgeschaltet werden. Zudem lassen sich über Schaltpaddels am Lenkrad drei Rekuperationsstufen einstellen. Positiv: in jedem Fall serienmäßig an Bord ist eine Wärmepumpe, die die von den Komponenten erzeugte Wärme nutzt, um den Innenraum zu temperieren.

Eher unterdurchschnittliche Ladeleistung

Die Ladeleistung des Korando-Stromers erweist sich in seinem Wettbewerbsumfeld aber eher als unterdurchschnittlich. Mit einer Aufnahme von lediglich 6,6 kW an der heimischen Wechselstrom-Wallbox dauert ein voller Ladezyklus maximal zehn Stunden, was in der Regel dennoch über Nacht für die 100-prozentige Kapazität reichen sollte. An der CCS-Schnellladesäule mit Gleichstrom wird der Hochvoltakku mit bis zu 80 kW Ladeleistung befüllt. Nach SsangYong-Angaben erhöht das die Batterieladung in 33 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Gängig sind in dieser Fahrzeugklasse allerdings Ladeleistungen von 100 bis 150 kW.

Das koreanische E-SUV ist komfortabel abgestimmt. In flotten Kurven führt das zu leichter Seitenneigung, die tief eingebauten Batterien und der damit verbundene niedrige Schwerpunkt sorgen dennoch für eine gute, sichere Straßenlage. Die Lenkung könnte aber etwas mehr Fahrbahngefühl vermitteln.

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Der SsangYong Korando e-Motion soll spätestens bis Ende April bei allen rund 180 Händlern stehen. Er wird in drei Ausstattungsvarianten angeboten, wobei bereits das unterste Bronze-Level ab 38.990 Euro unter anderem mit LED-Nebelscheinwerfern, sechs Airbags und einigen Assistenzsystemen (Notbremssystem, Spurhalter, Verkehrszeichenerkennung), Rückfahrkamera, Audio-System, Smartphone-Einbindung und einigem mehr ordentlich ausgestattet ist. Nach Abzug der vollen Umweltprämie reduziert sich das Ganze auf 29.420 Euro.

In der mittleren Platinum-Ausstattung (ab 41.990 Euro) wächst der zentrale Touchscreen von acht auf neun Zoll, kommen Einparkhilfen vorn und hinten sowie eine induktive Ladeschale fürs Smartphone hinzu. Im Topniveau Titanium (ab 45.590 Euro) wird zur Vollausstattung aufgerüstet inklusive weiterer elektronischer Helferlein, LED-Scheinwerfern, elektrischer Sitzverstellung und Ambientelicht. Einziger Posten auf der Optionsliste ist hier nur noch die Metalliclackierung für 600 Euro.

Fazit: Der vollelektrische SsangYong Korando e-Motion dürfte in erster Linie Pragmatiker ansprechen. Auch wegen eines weiteren Pluspunktes: SsangYong gewährt für Fahrzeug und Batterie eine Garantie über sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Laufleistung.

 

SsangYong Korando e-Motion

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Motor: Elektro

Leistung: 140 kW/190 PS

0–100 km/h: 8,5 s

Antrieb: Vorder­räder

Drehmoment: 360 Nm

Spitze: 156 km/h

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Reichweite (kombiniert): 339 km (WLTP)

Stromverbrauch: 16,8 kWh/100 km

CO₂-Emission: 0 g/km

Batteriekapazität: 61,5 kWh

Länge/Breite/Höhe: 4465/1870/1645 mm

Ladeleistung: 6,6 kW AC und bis 80 kWh DC

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Kofferraum: 551 bis 1248 l

Leergewicht: 1840 bis 1897 kg

Preis: ab 38.990 Euro

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