Französischer Hersteller baut Portfolio um

Renaults große Elektrooffensive

Renaissance einer legendären Rennmöhre. Der R5 als Elektroauto. Im Hintergrund links der neue Strom-Mégane.

Erfahrung mit der Elektromobilität kann man Renault nicht absprechen. Der Zoe gehörte zu den ersten Großserienstromern in Europa, war häufig sogar Bestseller über alle Segmente hinweg. „Renault weiß, wie Elektro geht“, sagt CEO Luca de Meo, „wir haben Know-how aus über 400.000 Fahrzeugen, die mehr als zehn Milliarden Kilometer abgespult haben.“ Jetzt leiten die Franzosen ihr zweites Elektrokapitel ein, mit einem Fahrzeug im in Europa äußerst populären C-Segment, der Mégane E-Tech Electric, ein knackig gestyltes Crossover-Hatchback-Modell.

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„Der neue Mégane wird die Massen dazu bringen, umzusteigen“, glaubt de Meo. Die derzeitige vierte Generation des Mégane wird Renault noch bis 2024 weiterproduzieren. Angeblich macht man sich daher in Paris schon Gedanken um einen elektrischen Mégane-Kombi.

Neue Plattform für Produktionsallianz

Der neue Mégane E-Tech Electric, wie er im Frühsommer in den Handel geht, ist das erste Modell der Marke, das auf der neu entwickelten Allianzplattform (Renault/Nissan/Mitsubishi) CMF-EV steht. Die vollelektrische Architektur soll in den kommenden Jahren in unterschiedlichen Größen aus Ausprägungen einer ganzen Reihe an Elektroautos als technische Grundlage dienen. Ende des Jahrzehnts will Renault 90 Prozent seiner Modelle batterieelektrisch antreiben.

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Auf den Mégane E-Tech folgt bereits im nächsten Jahr – ebenfalls auf CMF-EV, jedoch ein Segment höher positioniert – ein vollelektrisches Crossover-Modell mit flacher und langer Silhouette. Gerüchte kursieren, dass es sich dabei um den Nachfolger des Scenic und Grand Scenic handeln und sogar der Name übernommen werden soll. Das Van-Konzept in dieser Klasse wäre damit beerdigt. Hinsichtlich der Batteriegröße liegt bei Renault das Limit derzeit bei 87 kWh, was eine Reichweite von knapp 500 Kilometern bedeuten würde. An CCS-Schnellladesäulen sind bis zu 130 kW Leistung möglich.

Nutzen dürfte die EV-Plattform mit gleicher Akkukapazität und gleichem Ladegerät auch Alpine. Renaults Sportmarke will 2024 ihre Elektrifizierung mit zunächst drei Modellen beginnen. In Planung sind ein elektrischer Sportwagen als Nachfolger des A110. 2025 soll ein fünfsitziges Crossover-Modell mit der Bezeichnung GT X-Over folgen. Aller Voraussicht nach mit sportlich ausgelegtem Allradantrieb. Die Produktion wird im Werk Dieppe erfolgen.

Comeback für den R5 Alpine und R4

Und bei der Marke Alpine darf natürlich ein knackiges Modell der Gattung „Hot Hatches“ nicht fehlen. Hierbei handelt es sich um einen Neuaufguss des legendären R5 Alpine, mit dem die Franzosen 1977 die Kleinwagenszene aufmischten. Abgeleitet ist das elektrische Alpine-Derivat vom R5, den Renault wohl Ende 2023 erstmals in der Serienversion zeigen und 2024 einführen wird. Die schicke Studie hierzu stand voriges Jahr auf der IAA Mobility in München und wurde bereits mit einem Designpreis ausgezeichnet. Technische Basis bildet die etwas kleinere CMF-BEV-Allianz-Architektur. Ablösen soll der elektrische R5 den Zoe.

Auf der neuen BEV-Plattform wird auch die Reinkarnation einer weiteren Renault-Ikone stehen: der R4. Allerdings könnte sich dieses Modell etwas in Richtung Hochdachkombi verändern. Zu hören ist, dass es sogar eine Rolldachversion geben soll. Marktstart: wohl erst 2025.

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Konventionell geht es bei Renault dieses Jahr mit dem Austral weiter. Das Mittelklasse-SUV wird im zweiten Halbjahr eingeführt und tritt die Nachfolge des Kadjar an. Einmal mehr wird der Dieselmotor gestrichen. Vor wenigen Jahren wäre dieses Vorgehen in einem solchen Segment noch undenkbar gewesen. Kunden können beim Austral zunächst zwischen Benziner und Hybrid-Benziner wählen. Ein Plug-in-Hybrid soll dann 2023 folgen. Im selben Jahr startet der neue Koleos. Das Mittelklasse-SUV wird Platz für bis zu sieben Personen haben.

Michael Specht/SP-X

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