Luxus aus China

Erster Fahrbericht zum Maxus Mifa 9: Elektro-Van als Komfortriese

Der Mifa 9 von Maxus feierte auf der IAA Transportation in Hannover seine Deutschlandpremiere. Nächstes Jahr soll der Elektro-Van nach Deutschland kommen.

Der Mifa 9 von Maxus feierte auf der IAA Transportation in Hannover seine Deutschlandpremiere. Nächstes Jahr soll der Elektro-Van nach Deutschland kommen.

Die IAA Transportation ist eigentlich Showbühne für Nutzfahrzeuge, doch die chinesische Marke Maxus zeigt auf ihrem Messestand mit dem Mifa 9 außerdem einen luxuriös ausgestatteten Siebensitzer-Pkw mit E-Antrieb, der nächstes Jahr in Deutschland auf den Markt kommen soll. Am Rande der Messe konnten wir mit dem etwas eigenwilligen Komfortriesen bereits eine kleine Runde im öffentlichen Straßenverkehr von Hannover drehen.

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Gestartet sind wir in der Testarena in Halle 11, wo der Mifa 9 zwischen Lieferwagen, mittelschweren Lkw und mächtigen Sattelschleppern fast ein wenig verloren wirkte. Tatsächlich ist er mit 5,27 Meter Länge für hiesige Straßenverhältnisse schon ein wenig überdimensioniert. Neben den üppigen Außenmaßen lässt ihn auch sein monolithisch wirkendes Blechkleid sehr wuchtig erscheinen.

Einen im Wortsinn überirdischen Komfort bieten die Liegesitze in Reihe zwei, denn vom Zuschnitt erinnern sie an Business-Class-Gestühl für Langstrecken-Jets.

Einen im Wortsinn überirdischen Komfort bieten die Liegesitze in Reihe zwei, denn vom Zuschnitt erinnern sie an Business-Class-Gestühl für Langstrecken-Jets.

Wuchtiges Gestühl erinnert an Flugzeug-Businessklasse

Im Gegenzug bietet der Mifa 9 einen äußerst geräumigen Innenraum mit viel Kopffreiheit und sieben Sitzplätzen. Die beiden Einzelsitze der zweiten Reihe machen ihn zu einer Chauffeurslimousine. Das wuchtige Gestühl mit feinen Lederbezügen ähnelt Sitzen, wie man ihnen sonst in der Business-Class von Interkontinentaljets begegnet. Wie bei diesen gibt es feste Seitenwände mit Armlehnen, aus denen sich ein Tablet herauszaubern lässt. Über ein in der Armlehne integriertes Bediendisplay lassen sich unter anderem Klimatisierung, Massagefunktion und Sitzposition einstellen.

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Werden Fußablage nach vorn und Rückenlehne nach hinten geklappt, können sich Gäste hier sogar entspannt ausstrecken. Überm Fondabteil erstreckt sich ein mächtiges Panorama-Glasschiebedach, das die Insassen in Reihe zwei über eine eigene Bedieninsel im Dachhimmel öffnen und schließen können.

Hinter den mittleren beiden Sitzen bietet der Mifa 9 eine durchgehende Sitzbank für bis zu drei Fahrgäste. Auch hier können Erwachsene bequem aufrecht sowie mit guter Bein- und Fußfreiheit sitzen. Beeindruckend ist der über alle Sitzreihen hinweg topfebene Fahrzeugboden.

Viel Entfaltungsspielraum im schick eingerichteten Cockpit

Vorn hat man ebenfalls viel Entfaltungsspielraum in einem schick eingerichteten Cockpit. Verarbeitung und Materialien sind auf hohem Qualitätsniveau, der Arbeitsplatz ist modern gestaltet. Hinterm Lenkrad gibt es ein digitales Kombiinstrument, mittig im Armaturenbrett befindet sich der freistehende Touchscreen für das Infotainmentsystem. Über dieses lassen sich auch viele Fahrzeugfunktionen steuern.

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Beim oberflächlichen Stöbern machte die Menüführung einen etwas komplizierten Eindruck. In der Mittelkonsole mit ihren zwei Ebenen finden sich viele Ablagen, Getränkehalter und eine Induktionsladeschale für Smartphones. Ein sonst üblicher Gangwahlhebel stört den aufgeräumten Eindruck nicht. Will man losfahren, muss man den rechten Lenkstockhebel nach unten auf D drücken.

Das Cockpit ist modern und aufgeräumt, Materialien und Verarbeitung sind auf gehobenem Qualitätsniveau.

Das Cockpit ist modern und aufgeräumt, Materialien und Verarbeitung sind auf gehobenem Qualitätsniveau.

Der Raumriese fährt sich angenehm entspannt und leise

Angetrieben wird der in der Topversion rund 2,6 Tonnen schwere Mifa 9 von einem 180 kW/245 PS starken E-Motor an der Vorderachse. Beim Anfahren auf regennasser Fahrbahn sorgten seine 350 Newtonmeter Drehmoment häufiger für kurzzeitig durchdrehende Vorderräder. Ansonsten fährt der Raumriese angenehm entspannt und leise. Durchzug ist mehr als genug vorhanden, zum spritzigen Elektro-Feger reicht es allerdings nicht. Auch fahrwerksseitig deutete sich eine Abstimmung an, die eher zu entspannter Fahrweise verleitet. Immerhin: 180 km/h Topspeed sind möglich.

Strom liefert eine 90 kWh große Batterie, die über 400 Kilometer Reichweite erlaubt. Bei unserer Testrunde zeigte der Bordcomputer einen halbvollen Akku sowie 187 Kilometer Restreichweite an. Ein sparsames Auto ist der kommende Maxus mit Verbräuchen von vermutlich über 20 kWh pro 100 Kilometer also nicht, was angesichts von Größe und Gewicht allerdings nicht verwundert.

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Aktuell konkurrenzloser Familien-Van mit E-Antrieb

Mit dem Mifa 9 stößt Maxus in eine Lücke vor, denn als klassischer Familien-Van mit Elektroantrieb ist er aktuell konkurrenzlos. Seine Vorzüge sind ein besonders komfortabel eingerichteter Fahrgastraum mit viel Platz sowie seine große Reichweite. Im Fall der Topversion mit Liegesitzen eignet sich der Van alternativ auch als Nobel-Taxi oder VIP-Shuttle. Die spannendste Frage, was der neue Maxus in Deutschland kosten wird, bleibt vorläufig unbeantwortet. In seiner Heimat China startet der Mifa 9 bei umgerechnet rund 40.000 Euro. In Deutschland dürfte das neue Maxus-Modell rund 50 Prozent mehr kosten.

RND/SP-X

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