n Google Assistant, Homepod und Co

Smart Speaker: Wo bleibt der große Durchbruch?

Bunt und rund: Geräte wie der Homepod mögen reduziert in der Gestaltung sein - es gibt sie zuweilen aber in poppigen Farben.

Bunt und rund: Geräte wie der Homepod mögen reduziert in der Gestaltung sein - es gibt sie zuweilen aber in poppigen Farben.

München/Nürnberg. Sprachassistenten begegnen uns an immer mehr Stellen im Alltag: Im Auto zum Beispiel kann das Telefon damit gesteuert werden und zu Hause wechselt der Fernseher auf Zuruf das Programm. Smart Speaker mit integrierten Sprachassistenten gehen noch weiter: Sie recherchieren auf Befehl auch im Internet, lesen den Wetterbericht oder die Nachrichten vor.

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Die schlauen Lautsprecher können auch als Steuerungszentrale für andere vernetzte Geräte wie Licht, Musik oder Heizung funktionieren. Oftmals in Kugel- oder Kegelform verbaut, nehmen sich Smart Speaker in den eigenen vier Wänden sehr zurück und brauchen im Akku-Betrieb nicht einmal einen Stromanschluss, um zu funktionieren.

Erst große Begeisterung, dann rückläufige Verkäufe

Doch die Begeisterung für die schlauen Lautsprecher scheint nach anfänglicher Euphorie etwas abgekühlt zu sein. Zahlen des Branchenverbands gfu Consumer & Home Electronics zufolge sind die Verkäufe im Bereich Smart Audio rückläufig. „Nach einem Peak mit 1,9 Millionen verkauften Geräten im Jahr 2019 waren es 2020 und 2021 nur noch rund 1,5 Millionen“, sagt Roland Stehle von der gfu.

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Die Gründe hierfür seien vielschichtig und könnten neben einer allgemeinen Sättigung auch mit dem insgesamt sehr zersplitterten Smarthome-Markt zusammenhängen, so Stehle. Dort fehle nach wie vor ein einheitlicher Standard, was es für Endverbraucher und -verbraucherinnen erschwere, sich zu orientieren.

Sprachassistenten von Amazon und Google auch in anderen Geräten

Smart Speaker sind noch relativ neu auf dem Markt. „2016 hat Amazon den ersten in Deutschland auf den Markt gebracht. Kurz darauf folgte Google und später Apple“, sagt Timo Brauer vom Technik-Magazin „inside digital“. Vor allem Amazon und Google würden seither versuchen, die Marktanteile für ihre Systeme Alexa und Google Assistant zu erhöhen. „Beide Firmen erlauben auch anderen Herstellern, ihre jeweiligen Sprachassistenten zu verbauen.“

So gebe es immer mehr Bluetooth-Lautsprecher, Soundbars oder Fernseher mit eingebauten Sprachassistenten, sagt Brauer. Doch so einfach das Dirigieren der smarten Lautsprecher auch geht, in der Praxis gerät die Technik schnell auch an Grenzen.

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Manche Tätigkeiten nicht so gut für Sprachsteuerung

„Die Hersteller mussten erkennen, dass Smart Speaker zwar für einzelne Funktionsbereiche sehr praktisch sind, aber keine Universalassistenten darstellen“, sagt Rainer Müller vom Fachmagazin „connect“. „Die Suche im Web oder das Pflegen von Einkaufslisten ist mit einer rein akustischen Interaktion weniger nützlich, als man zunächst meinen könnte“, sagt er.

Deutlich hilfreicher und auch populärer ist die Nutzung smarter Speaker für Anwendungen im Bereich Smarthome. „Auf Zuruf vernetze Lampen, Jalousien, Heizungsthermostate oder Saugroboter zu steuern, ist sehr komfortabel“, sagt Müller. Und auch für die Steuerung der Musik würden die Sprachassistenten häufig genutzt.

Was ist Lautsprecher und was Deko? Das lässt sich bei so reduzierten Speakern wie dem Echo von Amazon auf den ersten Blick schon mal verwechseln.

Was ist Lautsprecher und was Deko? Das lässt sich bei so reduzierten Speakern wie dem Echo von Amazon auf den ersten Blick schon mal verwechseln.

„Alexa, spiel doch mal Metal...“

Nicht zuletzt durch die Vielzahl an Geräten, die Amazon mit seinem Sprachassistenten herausbringt, sei Alexa bei den Heimanwendungen inzwischen dominierend. „Alexa hat sich in dem fragmentierten Smarthome-Bereich zu einer Art Quasi-Standard entwickelt“, sagt Müller. „Es gibt praktisch kein Smarthome-Gerät, das sich nicht über die Alexa-App vernetzen und mit dem Sprachassistenten steuern lässt.“

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Im Gegensatz dazu aber habe Google mit seinem Sprachassistenten Google Assistant im Auto die Nase vorn, was sicherlich auch mit der Kompetenz von Google im Bereich Navigation zusammenhänge.

Andere Anbieter hingegen spielen Timo Brauer zufolge kaum noch eine größere Rolle bei Sprachassistenten. „Vor einigen Jahren hatte Samsung einen Smart Speaker mit dem eigenen Sprachassistenten Bixby vorgestellt, der jedoch kam hierzulande nie auf den Markt“, sagt er.

Auch Microsoft habe sich mit Cortana aus dem Endkundengeschäft verabschiedet. Große Elektronikhersteller wie etwa Xiaomi würden zwar auf ihrem Heimatmarkt China auf eigene Technik setzen, dieselben Smart Speaker aber für den europäischen Markt mit den Assistenten von Amazon oder Google ausrüsten. Apple-Nutzer und -Nutzerinnen sprechen traditionell mit Siri. Die dazu passende vernetzte Box ist der Homepod.

Manche Geräte mit Sprachsteuerung sind durchaus erschwinglich

Insgesamt, meint Brauer, seien Sprachassistenten schon deutlich im Alltag angekommen, was generell zu einer höheren Akzeptanz der Technik geführt habe. „Anfangs waren Smart Speaker ein Gadget für technisch versierte Nutzer. Nicht zuletzt aber auch aufgrund günstiger Anschaffungspreise von 30 oder 40 Euro finden die Geräte ihren Weg in viele Haushalte“, sagt Brauer.

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Speziell bei jungen Nutzern und Nutzerinnen sei die Hemmschwelle sehr niedrig. „Kinder haben keine Vorbehalte, sich mit einer künstlichen Intelligenz zu unterhalten und nutzen die Technik intuitiv, um Fragen zu stellen oder ihre Lieblingsmusik oder Hörbücher zu hören.“ Erwachsene wiederum begründen ihre Ablehnung vor allem mit Sicherheitsbedenken.

Skepsis vor den schlauen Speakern?

„Es gibt eine große Gruppe von Verbrauchern, die Smart Speakern sehr skeptisch gegenüberstehen, was vor allem mit dem Datenschutz zu tun haben dürfte“, sagt Müller. Dies sei vermutlich auch ein Grund für die stagnierenden Verkaufszahlen. Hinzu komme, dass viele Verbraucher und Verbraucherinnen für sich keinen Nutzwert in den vernetzten Boxen erkennen würden.

Aber auch mangelndes Vertrauen in die Technik kann zur Ablehnung führen, wenn etwa von Smart Speakern berichtet wird, die sich selbstständig aktiviert haben. Derartige Bedenken hält Müller aber für kaum begründet. Die Geräte seien im Normalfall immer auf Empfang und warteten auf das Aktivierungswort, erst dann starte die Aufzeichnung, sagt er: „Ungewolltes Aktivieren dürfte in der Praxis kein großes Problem sein.“ Bei komplexeren Fragen könne es jedoch sein, dass der Sprachassistent kein Ergebnis liefere.

Was gesucht wurde, kann schnell gelöscht werden

Timo Brauer sieht die Technik an Grenzen kommen, wenn ein Smart Speaker von mehreren Nutzern, also beispielsweise einer ganzen Familie, Sprachbefehle erhält. „Das funktioniert nicht zuverlässig und es ist dann auch nicht möglich, beispielsweise auf verschiedene Streamingkonten zuzugreifen, sodass jeder seine Playlist auf Zuruf abspielen kann.“

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Das Löschen von Suchanfragen hingegen ist den Experten zufolge bei allen gängigen Sprachassistenten mit wenigen Klicks möglich. „Amazon und Google lassen einen sogar jede einzelne Anfrage einsehen und auf Wunsch separat löschen“, sagt Brauer. Zudem gebe es bei Amazon und Google die Option, alle Sprachaufnahmen nach einem selbst einstellbaren Zeitraum automatisch löschen zu lassen.

RND/dpa

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