Messengerstudie: Mehrheit junger Menschen mit Falsch­informationen und Mobbing konfrontiert

Belästigung ist laut der Studie in Messenger­diensten ein großes Problem – vor allem für Mädchen und junge Frauen: 40 Prozent von ihnen gaben in einer aktuellen Befragung an, über einen Messenger belästigt worden zu sein.

Falschinformationen, Mobbing, Hassrede und Belästigung: Die Mehrheit junger Menschen kommt in Deutschland über Messenger­dienste wie Whatsapp, Signal und Co. mit problematischen Inhalten in Kontakt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Mobilfunk­netzbetreiber Vodafone und des Wahlforschungs­instituts Infratest Dimap. Demnach gaben unter den befragten 14 bis 24 Jahre alten Menschen 61 Prozent an, über Chats Falsch­informationen bekommen zu haben.­

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Hälfte erhält Falschnachrichten von Bekannten aus Schule, Universität oder Beruf

Unter den Plattformen, auf denen den Studien­teilnehmern zufolge besonders häufig Falsch­informationen kursierten, waren Whatsapp und die Chatfunktionen von Twitter, Facebook oder Instagram: 40 Prozent der jungen Menschen haben auf diesen Diensten schon mal Falsch­nachrichten wahrgenommen. Weniger waren es bei Telegram (12 Prozent), Snapchat (11 Prozent) und Discord (9 Prozent).

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Jeder Zweite erhielt solche Nachrichten von Bekannten aus Schule, Universität oder dem beruflichen Umfeld. 40 Prozent bekam Falsch­informationen von Menschen geschickt, die sie nicht gekannt haben. Doch auch Menschen, zu denen die Befragten ein engeres Verhältnis haben, schickten ihnen Falsch­nachrichten: 37 Prozent der 14- bis 24-Jährigen erhielten sie von Freunden, 27 Prozent von Familien­mitgliedern.

Messenger: Mobbing und Belästigung ein großes Problem – vor allem für junge Frauen

Auch mit Mobbing und Hassrede wurden viele junge Menschen konfrontiert: Jeder Dritte wurde schon mal selbst beleidigt, gemobbt oder bedroht. Etwa die Hälfte hat Mobbing (53 Prozent) und Hassrede (48 Prozent) in den Chats beobachtet. Auch Belästigung war ein Thema in der Studie, wovon besonders Mädchen und junge Frauen stark betroffen waren: 40 Prozent von ihnen gaben in der Befragung an, bereits mit pornografischen Inhalten oder Kontakt­versuchen über einen Messenger belästigt worden zu sein.

Bei den jungen Männern waren es 29 Prozent. 40 Prozent haben schon einmal in einer Chatgruppe Stellung gegen Falsch­informationen sowie beleidigende oder rassistische Inhalte bezogen, wie aus der Studie hervorgeht. Zudem haben 40 Prozent der Befragten bereits problematische Inhalte bei den Plattformen gemeldet. Nur 40 Prozent der Meldungen waren jedoch erfolgreich. Als problematisch erwies sich auch, dass ein Drittel keine Rückmeldung auf die Meldung erhalten hat.

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99 Prozent der jungen Menschen nutzen Whatsapp, Telegram, Signal und Co.

Angesichts der starken Nutzung von Messenger­diensten unter den 14 bis 24 Jahre alten Menschen in Deutschland sind die Ergebnisse der Studie besonders gravierend: Fast alle (99 Prozent) der 2064 Befragten sind auf Messenger­diensten unterwegs, über drei Viertel von ihnen (76 Prozent) nutzen sie mehr als eine Stunde am Tag. Fast ein Viertel (23 Prozent) nutzt Dienste wie Whatsapp, Signal oder Telegram sogar mehr als vier Stunden pro Tag.

„Informationen, die über Chats geschickt werden, wirken besonders vertrauensvoll. Das macht die Verbreitung von Desinformation über Messenger gerade für junge Menschen besonders gefährlich“, sagte Inger Paus, Geschäftsführerin der Vodafone-Stiftung, zu den Ergebnissen der Studie. Es sei lange unterschützt worden, dass Messenger­dienste wie Whatsapp und Telegram einen erheblichen Einfluss auf die Meinungs­bildung und die psychische Gesundheit junger Menschen haben. Paus sprach sich dafür aus, von politischer Seite Angebote für Medien­kompetenz, politische Meinungs­bildung und Jugend­schutz zu stärken.

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