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Verbrechensbekämpfung

Prognose-App hilft Polizei bald landesweit bei Einbrecherjagd

Das Land Niedersachsen hat bereits mehrere Programme zur Vorhersage von Einbrüchen getestet. Die App „Premap“ soll jetzt landesweit eingeführt werden.

Das Land Niedersachsen hat bereits mehrere Programme zur Vorhersage von Einbrüchen getestet. Die App „Premap“ soll jetzt landesweit eingeführt werden.

Hannover.Polizisten in ganz Niedersachsen sollen künftig die Vorhersage-Software „Premap“ nutzen, um besser gegen Einbrecherbanden vorgehen zu können. Wie das niedersächsische Innenministerium auf Anfrage der HAZ bestätigte, soll das Programm „sukzessive im ganzen Land“ eingesetzt werden. „Damit wird Niedersachsen vor dem Beginn der sogenannten dunklen Jahreszeit hoffentlich noch wirkungsvoller gegen Einbrecher vorgehen können“, sagt Hans Gehrmann, der Sprecher des Innenministeriums.

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Die neue Software war seit dem Frühjahr 2017 in einzelnen kleineren Polizeiinspektionen getestet worden. Ab November weitete das Ministerium das Pilotprojekt auf urbanere Umgebungen wie die Städte Hannover und Osnabrück aus. Bis März dieses Jahres testeten Beamte der Polizeiinspektion Ost im Einsatz- und Streifendienst die App auf ihren Tabletcomputern. Anschließend wurden die Ergebnisse des Testlaufs ausgewertet. Die Ergebnisse waren offenbar so überzeugend, dass das Programm jetzt landesweit eingeführt wird.

Das Programm stellt Zusammenhänge zwischen Einbrüchen her und errechnet aufgrund der Daten mögliche Orte und Zeiten für weitere Taten. Durch die Analysen von „Premap“ soll es den Einsatzkräften künftig möglich sein, den Tätern zuvorzukommen. Die Polizei in Bayern setzt bereits ein ähnliches Programm ein. Nach der Einführung ist die Zahl der Einbrüche in der Landeshauptstadt München um 42 Prozent zurückgegangen.

Matthias Karsch, der niedersächsische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK), hat das Pilotprojekt mit der neuen Software in Hannover begleitet. Er ist von der Entscheidung, „Premap“ künftig landesweit einzusetzen, überzeugt. „Die Software hat sich bewährt, die Kollegen arbeiten gerne damit, die Vorhersagen sind ziemlich gut“, sagt er. Die neue App müsse allerdings nicht nur zur Prävention, sondern auch zur Repression eingesetzt werden, forderte der Gewerkschafter. „Ziel muss es sein, die Täter festzunehmen und sie nicht in andere Gebiete zu verdrängen“, sagte Karsch. Zudem dürfe es wegen der Einführung der neuen Software nicht zum Stellenabbau bei der Polizei in Niedersachsen kommen.

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Welche Kosten die landesweite Einführung der neuen Software mit sich bringen wird, steht nach Angaben des Innenministeriums noch nicht fest. Die dafür erforderlichen Haushaltsmittel würden im Rahmen der üblichen IT-Entwicklungsplanung eingesetzt, teile Sprecher Hans Gehrmann mit. Für die Einführung von „Premap“ und die anschließende Pilotphase seien bislang rund 100.000 Euro ausgegeben worden. Ebenfalls ist noch unklar, ob die Software künftig nur für die Bekämpfung von Einbrechern eingesetzt wird, oder ob sie auf weitere Deliktsfelder ausgeweitet wird.

Von Tobias Morchner

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