Opern-Premiere

„Nabucco“ auf dem Burgplatz begeistert das Publikum

Der Einzug von König Nabucco - mit Pferd!

Der Einzug von König Nabucco - mit Pferd!

Braunschweig. Viel Applaus gab’s bei der Premiere der diesjährigen Opern-Inszenierung auf dem Braunschweiger Burgplatz. „Nabucco“ von Giuseppe Verdi wird dort noch bis zum 4. September gegeben – und das eher klassisch.

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Tyrannen, die sich für Gott halten

Das Stück bietet genug Parallelen zur heutigen Zeit: Ob Tyrannenartige Despoten, die sich für Gott halten, oder Völker, die gegeneinander aufgewiegelt werden. Doch Regisseur Klaus Christian Schreiber verzichtet auf das offensichtliche Hinstupsen der Zuschauer auf aktuelle Bezüge. Manchmal kann weniger auch mehr sein.

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Denn die Premieren-Inszenierung des Stücks von 1842 bot auch zwei herausragende Solisten, die als Gäste vom Staatstheater verpflichtet wurden: Da ist zum einen Yulianna Bawarska, deren wohl akzentuierter Sopran auch in den höchsten Lagen überzeugt. Die Ukrainerin spielt die machthungrige Abigaille, die ihrem Vater die Krone stibitzt. Zum anderen brillierte in der Rolle von eben jenem Nabucco (alias Nebukadnezar) der Russe Ivan Krutikov mit einem kraftvollen Bariton und starkem Schauspiel.

Terzett als erster Höhepunkt

Ein erster Höhepunkt ist das Terzett „Io t’amava“, bei dem außer den beiden Hauptpersonen in der Premieren-Vorstellung auch Dorothea Spilger als Fenena mitwirkt. Die wichtigen Rollen sind allerdings allesamt doppelt besetzt.

Der Star ist der Gefangenenchor

Der wahre Star ist für viele bei „Nabucco“ natürlich ohnehin der berühmte Gefangenenchor „Va, pensiero“, der in seiner vollen Schönheit auf dem Burgplatz dargeboten wird. Von einem mal dieses, mal jenes Volk darstellenden Chor, der in diesem Stück oft zu hören ist – im Gegensatz zu den meisten Nebenrollen-Solisten. Positiv erwähnenswert ist das Dirigat von Generalmusikdirektor Srba Dinic. Zurückhaltend da, wo es zurückhaltend sein muss. Wuchtig da, wo es wuchtig sein muss.

Bühne ist schlicht gehalten

Die Bühne mit der Kulisse des babylonischen Wüstensandes ist schlicht gehalten, auch die Kostüme und das Licht sind es. Stark ist hier das Bild, in dem Nabucco in einem Davidstern-Scheinwerferlicht sitzt. Auch der Burgplatz-Lowe ist schön in die Kulisse integriert. Und wenn da am Ende die etwas mickrig geratene Götzenfigur bei ihrem Sturz nicht zerbricht, wird deutlich, dass vermeintliche Stürze der angebeteten Götter nicht zwangsläufig nachhaltig sein müssen.

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Sehenswerte Inszenierung

Bei der teilweise von heftigen Regenfällen geprägten Premiere wurde auch zwischendurch immer wieder heftig applaudiert, fast niemand verließ das Open-Air-Theater auf dem Burgplatz. Dafür war die kurzweilige Inszenierung von „Nabucco“ einfach zu sehenswert.

Weitere Termine und Karten

„Nabucco“ wird noch bis zum 4. September fast täglich auf dem Burgplatz aufgeführt. Für die meisten Vorstellungen gibt es noch Restkarten. Entweder an der Abendkasse, auf staatstheater-braunschweig.de oder unter Telefon (05 31) 1 23 45 67.

Von Alex Leppert

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