Flüchtlingsrat Niedersachsen

Kritik an Abschiebung eines 23-Jährigen aus Celle nach Afghanistan

Der 23-Jährige wurde Anfang November nach Afghanistan abgeschoben (Symbolbild).

Der 23-Jährige wurde Anfang November nach Afghanistan abgeschoben (Symbolbild).

Hannover. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat die Abschiebung eines 23-Jährigen aus dem Landkreis Celle nach Afghanistan kritisiert. „Abgeschobene Männer sind in Afghanistan extrem gefährdet“, sagte Geschäftsführer Kai Weber am Mittwoch.

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Binnen kürzester Zeit seien die Abgeschobenen und ihre Familien in ihrem Herkunftsland von Gewalt bedroht, Abschiebungen dorthin seien daher „menschenrechtlich unerträglich“. Der Flüchtlingsrat erwarte von Innenminister Boris Pistorius, solche Abschiebungen zu stoppen.

23-Jähriger gelobte Besserung

Der 23-Jährige war den Angaben zufolge nach seiner Ankunft in Deutschland im Herbst 2016 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Mann habe die Tat aber bereut, die deutsche Sprache gelernt und eine Arbeit aufgenommen. „Es handelte sich bei dem Mann keineswegs um einen schweren Straftäter“, sagte Weber.

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Dem Flüchtlingsrat zufolge wurde der Mann am 6. November im Rahmen einer bundesweiten Sammelabschiebung außer Landes gebracht. Zuvor habe sich Niedersachsen im August bereits an zwei Sammelabschiebungen nach Afghanistan beteiligt.

Seit Dezember 2016 haben Bund und Länder insgesamt 756 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Dort sterben täglich Menschen im Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Allein von Juli bis September dokumentierte die UN-Mission in Afghanistan fast 1200 Todesopfer.

Von RND/dpa

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