Missbrauchsskandal

Kirche streicht Priester Peter R. die Pension

„Institutionelles Versagen“: Fälle wie der von Peter R. hatten der Kirche viel Kritik eingetragen.

„Institutionelles Versagen“: Fälle wie der von Peter R. hatten der Kirche viel Kritik eingetragen.

Hildesheim. Er gilt als einer der Haupttäter im kirchlichen Missbrauchsskandal: Von 1998 bis 2003 war der katholische Priester Peter R. im Bistum Hildesheim tätig. Allein für diesen Zeitraum wurden ihm elf Missbrauchsfälle nachgewiesen. Jetzt hat die Kirche den 77-Jährigen, der heute in Berlin lebt, endgültig aus dem Priesterstand entlassen. Wie das Bistum Hildesheim mitteilte, verliert der seit Langem suspendierte Priester damit einen großen Teil seiner Pensionsansprüche. Die Versorgung durch das Bistum werde auf ein Mindestmaß zur Grundsicherung im Alter angeglichen. Außerdem zahlt das Bistum 20.000 Euro in ein Projekt zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg. Auch dort war Peter R. einer der Haupttäter.

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In Niedersachsen wurde der Priester unter anderem in Wolfsburg, Hildesheim, Göttingen und Hannover-Mühlenberg eingesetzt. Ein Gutachten kreidete der Kirchenleitung 2017 gravierende Versäumnisse im Umgang mit dem Fall an. Peter R. war häufig in neue Pfarreien versetzt worden, obwohl das Bistum wusste, dass von ihm eine Gefahr für Minderjährige ausging. "Frühzeitiges und konsequentes Handeln hätte höchstwahrscheinlich vielfaches Leid verhindert", sagt der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. "Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass die Kirche über Jahrzehnte viel zu wenig getan hat, um Peter R. zur Verantwortung zu ziehen." Wilmer kritisierte ein "institutionelles Versagen" seiner Diözese in der Vergangenheit.

Bereits im Dezember 2018 war ein kirchenrechtliches Urteil gegen Peter R. gefällt worden, das nun rechtskräftig geworden ist. Die Entlassung aus dem Klerikerstand ist das höchste Strafmaß, das ein Kirchengericht verhängen kann. Peter R. darf damit keine kirchlichen Ämter mehr ausüben.

Von Simon Benne

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