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Vorsfelde Tierschützer sorgen sich um Salamander
Wolfsburg Vorsfelde Tierschützer sorgen sich um Salamander
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00:18 20.01.2018
Kein Schutz: Die Salamanderschranke bleibt verschwunden. Tierschützer sorgen sich um die Reptilien.  Quelle: Sebastian Bisch/Archiv
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Barnstorf/Waldhof

 Während Kritiker grundsätzlich am Sinn der Sperre zweifeln, machen sich Naturschützer Sorgen um die Reptilien.

Zwischen dem 16. und 26. Dezember wurden beide Schlagbäume zwischen Waldhof und Barnstorf abmontiert, einen nahmen die Unbekannten sogar mit (WAZ berichtete). Bei der Polizei in Vorsfelde gingen bisher weder Hinweise auf die Diebe noch auf den Verbleib der Sperranlage ein.

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Dieser junge Feuersalamander hat offensichtlich ordentlich zu Abend gegessen. Quelle: Susann Brosch

Möglichst schnell müsse eine neue Schranke her, fordern Naturschützer. „Im Moment ist es zu kalt, aber das Wetter kann kurzfristig umschlagen und dann wandern die Tiere wieder“, warnt Manfred Wenst vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund). Er hatte die Zahl der Feuersalamander im Barnstorfer Wald zuletzt im Jahr 2015 im Auftrag der Stadt erfasst, damals waren es 120. Trotz Schranke und obwohl sie nur nachts aktiv sind, wurden im Laufe eines Jahres laut Bund zuletzt mindestens acht Feuersalamander von Autoreifen zerquetscht. „Die Gesamtanzahl der toten Tiere lässt sich nur schwer ermitteln, da müsste man schon ständig Patrouille laufen“, sagt Wenst. Schlimm sei der Tod jedes einzelnen – denn der Barnstorfer Wald ist eines der wenigen Gebiete in Niedersachsen, in dem sie überhaupt noch in größerer Anzahl vorkommen.

Die große Hoffnung des Bund ist der Bau einer Reptilien-Leitanlage mit Tunneln für die 800 Meter lange Strecke, auf der die Salamander die Straße kreuzen. Einen Antrag bei Bingo-Lotto auf Förderung will Wenst jetzt stellen, mindestens 15 Prozent der Kosten – etwa 20.000 Euro – müssten die Initiatoren aber selbst tragen. Durch den Verkauf von Postern und Salamander-Memorys versucht der Bund zu Geld zu kommen (WAZ berichtete). Und auf einen Zuschuss der Stadt hoffen die Naturschützer auch.

 Bis eine Realisierung möglich ist, müssten die Schranken wieder her, so Wenst. Er appelliert an Anwohner, die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich um der Sperre kümmern, als Dienst für die Natur anzuerkennen.

Von Andrea Müller-Kudelka

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