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Vorsfelde Lange Öffnungszeiten und grenzenlose Freude: So erlebte Vorsfelde den Mauerfall
Wolfsburg Vorsfelde Lange Öffnungszeiten und grenzenlose Freude: So erlebte Vorsfelde den Mauerfall
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16:13 06.11.2019
Grenzöffnung: So jubelten vor 30 Jahren die Menschen hier in der Region. Quelle: Manfred Hensel
Vorsfelde

Ganz Wolfsburg war im Freudentaumel, als sich vor 30 Jahren die deutsche Grenze öffnete. Ganz besonders groß war der Jubel in Vorsfelde. Kein Wunder: Die Kleinstadt, heute ein Ortsteil von Wolfsburg, hatte bis zur deutschen Teilung engste Beziehungen zu Oebisfelde.

„Das betraf viele Bereiche, vom Schulwesen über das Einkaufen bis zum Sport“, so der Vorsfelder Ortsbürgermeister Günter Lach. „Natürlich war die Grenzöffnung für Vorsfelde der Startschuss, diese Kontakte zu Oebisfelde schnell wieder aufleben zu lassen.“

500 Mal gab’s Begrüßungsgeld

Doch zunächst kamen nach dem 9. November 1989 die Besucher aus der DDR. Vorsfelde zeigte sich vorbereitet. So gab auch die Verwaltungsstelle des Ortsteiles das Begrüßungsgeld aus, am ersten Wochenende nach der Grenzöffnung rund 500 Mal. Die Büros waren ausnahmsweise auch am Sonntag geöffnet, Verwaltungsstellenleiter Uwe Rabe und sein Team machten Überstunden. Zudem öffnete das Schulzentrum im Eichholz seine Türen für DDR-Besucher, die übernachten wollen; ein Angebot, das bis zu 200 Menschen pro Nacht nutzten.

Die Geschäftswelt in Vorsfelde reagierte ebenfalls auf die Situation und machte Läden auf Bitte der Werbegemeinschaft länger auf, zum Teil auch am Sonntag. Dafür sorgte schon die Werbegemeinschaft. „Das haben wir damals alles schnell auf dem kleinen Dienstweg in die Wege geleitet“, so Christan Kluge vom Fachgeschäft Hohls. „In Vorsfelde wurde den ja unkundigen DDR-Besuchern auch nichts wie anderswo zu überteuerten Preisen angedreht, darauf habe wir geachtet!“

Ware für DDR-Kunden günstiger

Im Gegenteil: Einige Händler boten einige Waren für DDR-Kunden sogar etwas billiger an. Viel zu tun hatte das Rote Kreuz Vorsfelde. Die ehrenamtlichen Kräfte betreuten zum Beispiel die DDR-Besucher, die im Eichholz übernachteten, die Helfer waren zum Teil rund um die Uhr im Einsatz und boten Essen und Getränke an. Wobei sich die Hilfe der Vorsfelde nicht nur auf den Ortsteil beschränkte. Die Landfrauen Vorsfelde und Nordsteimke versorgten beispielsweise im Wolfsburger Rathaus die DDR-Besucher mit heißen Getränken.

Nach dem ersten Trubel wurden schnell die alten Beziehungen zu Oebisfelde aufgenommen. Als sich die Grenze bei Büstedt zumindest für einen Tag für West-Besucher öffnete, waren viele Vorsfelder unter den Menschen, die nach Oebisfelde strömten. Als diese Besucher wenig später durchgehend möglich waren und die Bahn Pendelverkehr zwischen Wolfsburg und Oebisfelde eingerichtet hatte, nahmen die Kontakte stark zu.

So fuhr beispielsweise eine Delegation des SSV Vorsfelde nach Oebisfelde und besuchten den dortigen Sportverein SV Lok - wenig später spielten dann die Fußballer beider Klubs gegeneinander im Drömlingstadion, die erste Partie nach vielen Jahrzehnten. Wie das Spiel endete? Das war damals völlig unwichtig. Wichtig war nur, dass dieses Spiel stattfand.

Von Carsten Baschin

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