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Vorsfelde Landwirte-Demo: Michael Germer fährt mit seinem Traktor nach Berlin
Wolfsburg Vorsfelde Landwirte-Demo: Michael Germer fährt mit seinem Traktor nach Berlin
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11:19 26.11.2019
Bereit: Matthias Schum, Henrik Bremer, Michael Germer und Sebastian Beek (v.l.) fahren zur Demo nach Berlin. Quelle: Roland Hermstein
Hehlingen/Glentorf

„Land schafft Verbindung“ – unter diesem Mottofahren am Dienstag tausende Landwirte mit ihren Traktoren nach Berlin. Sie wollen für den Erhalt ihrer Existenzen und für mehr Fairness im Umgang mit ihnen demonstrieren. Auch der Hehlinger Landwirt Michael Germer (47) macht sich gemeinsam mit Kollegen auf den Weg in die Hauptstadt.

Schon am Montagvormittag rollten dutzende Trecker aus den Kreisen Celle und Hannover über die B 188 durch Gifhorn und Wolfsburg. Michael Germer traf sich am Montagnachmittag mit Kollegen an seinem zweiten Standort in Glentorf. „In der Nacht zu Dienstag treffen wir uns mit weiteren Landwirten in Oebisfelde“, berichtet er. „Von dort aus fahren wir gemeinsam nach Berlin.“ Die Organisatoren rechneten zunächst mit rund 5000 Treckern bei der Demonstration – „mittlerweile rechnet man mit 8000 Traktoren“, sagt Germer.

Video: Beeindruckende Aufnahmen des Trecker-Korsos:

Landwirte fühlen sich „hintergangen“

All die Landwirte fühlen sich von der Bundesregierung nicht nur „hintergangen“, wie es Germer ausdrückt. „Sondern viele haben schlicht und ergreifend Angst um ihre Existenz. Würde mich heute mein Sohn fragen, ob er meinen Betrieb eines Tages übernehmen soll – ich weiß nicht, ob ich ’ja’ sagen würde. Eine ganze Branche steht auf der Kippe.“

Deshalb hat sich vor einigen Wochen – Anfang Oktober – die Bewegung „Land schafft Verbindung“ gegründet: ein Zusammenschluss von Landwirten und weiteren grünen Berufen rund um die Landwirtschaft – laut Homepage vertreten die Organisatoren mittlerweile über 30 000 Landwirte in ganz Deutschland. Und das verbandsübergreifend.

Chaos um Düngeverordnung

Der Tropfen, der für viele Landwirte das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen brachte, ist die neue Düngeverordnung: „Die Standards zur Lagerung von Gülle werden erhöht. Doch eine erfolgreiche Genehmigung für den Ausbau zur modernen Lagerungsanlage unsicher ist“, heißt es auf dem Flugblatt von „Land schafft Verbindung“. Denn: Behörden würden sich gegenseitig blockieren, es gebe viel Papierkram und hohe Kosten. Und: „Der Ausgang ist ungewiss. Ohne die Modernisierung ist die rechtliche Vorgabe nicht erfüllt: die Zukunft des Betriebs steht in Frage.“

Die Landwirte wünschen sich realistische, praxisnahe Vorgaben mit zuverlässiger Rechtsprechung. Ein weiterer Punkt bewegt Michael Germer: „das gesellschaftliche Miteinander.“ Es gebe mittlerweile ein permanentes „Bauernbashing“, Politiker und Interessengruppen würden bewusst negative Stimmung gegenüber Landwirten schüren. Kritik üben die Landwirte auch am Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika: In den Ländern würden die hohen deutschen Lebensmittelstandards nicht gelten – die importierten Produkten seine günstiger herzustellen und demnach billiger im Supermarktregal zu haben als hochwertigere Lebensmittel von deutschen Landwirten. Aber das sage den deutschen Verbrauchern niemand. Fair sei so eine Politik nicht.

Fach- und sachgerecht diskutieren

Was wollen die Demonstranten? „Wir möchten einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander“, schreiben die Organisatoren. „Probleme sollten fach- und sachgerecht diskutiert werden, um praktikable Lösungen zu finden.“ Michael Germer bringt es auf den Punkt: „Wir wollen auch morgen noch unsere hochwertigen Lebensmittel in Deutschland verkaufen können.“ Und Betriebe rentabel führen, um sie später an die nächste Generation weitergeben zu können. Doch genau dieses Ziel, Germer, sei in Gefahr. „Und genau deshalb fahren wir mit tausenden Treckern nach Berlin. Um genau darauf aufmerksam zu machen.“

Von Carsten Bischof

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