Kinder warten auf Spielplatz in Wendschott - Wolfsburgs Verwaltung vertröstet Bürgerinitiative
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Vorsfelde Kinder der Glatzer Straße warten weiter sehnsüchtig auf ihren Spielplatz
Wolfsburg Vorsfelde

Kinder warten auf Spielplatz in Wendschott - Wolfsburgs Verwaltung vertröstet Bürgerinitiative

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06:00 02.08.2021
Glatzer Straße: Für Kinder aus Wendschott bleibt die Wiese weiterhin ein Treffpunkt – auch im dritten Jahr ohne feste Spielgeräte. Die Bürgerinitiative fordert Politik und Verwaltung zur Wiederbelebung des Spielplatzes auf – schnell!
Glatzer Straße: Für Kinder aus Wendschott bleibt die Wiese weiterhin ein Treffpunkt – auch im dritten Jahr ohne feste Spielgeräte. Die Bürgerinitiative fordert Politik und Verwaltung zur Wiederbelebung des Spielplatzes auf – schnell! Quelle: Britta Schulze
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Wendschott

Mit großen Hoffnungen waren die Mitglieder der Bürgerinitiative „Spielplatz Glatzer Straße“ zum Gespräch mit Vertretern der Verwaltung gekommen. Es fand auf der Wiese statt, auf der früher Schaukel und Klettergrüst standen. So schnell wie möglich sollten neue Geräte aufgebaut werden, fordern Eltern und Kinder des Wohngebiets. Allzu schnell wird das aber wohl nicht realisierbar sein: Der Spielplatz soll zwar tatssächlich wieder belebt werden, allerdings steht er noch nicht auf der Priorisierungsliste der Spielraumkommission. Und die ist ausschlaggebend.

Jörg Pennewitz (Geschäftsbereich Jugend) und und Ralf Hartmann (Geschäftsbereich Grün) hatten immerhin eine gute Nachricht: Rund 2000 Euro stehen zur Verfügung, um den abschließbaren Blechcontainer auf dem Gelände, den die Bürgerinitiative betreut, mit weiteren mobilen Materialien zum Spielen auszustatten. Da gibt es aus Sicht der Nutzenden allerdings ein Problem: Der Platz im Container, in dem Bänke und Tische, Bälle, Tore, Wikinger-Schach, Mega-Bausteine, Tücher und weitere Spielsachen lagern, ist jetzt schon eng. Der Bau einer Sandkiste oder eines fest installierten Klettergeräts, das die Kinder auch benutzen können, ohne sich vorher einen Container-Schlüssel von den Erwachsenen zu holen, wäre allen wesentlich lieber. Doch mit einer Priorisierung und dem Beginn der konkreten Planung inklusive Beteiligung von Kindern ist frühestens 2022 zu rechnen. „Ich find’s echt schade, dass das alles so elend lange dauert“, sagt Janeta Schenk.

Grundschule nutzt das Areal ebenfalls

Dabei stehen die Chancen eigentlich wirklich gut – denn auch Stephanie Neumann, Leiterin der nahen Grundschule, will sich dafür stark machen, dass der Spielplatz wieder aufgebaut wird. Der Platz auf dem Schulhof ist begrenzt, der Weg zur Turnhalle und zum Sportplatz am anderen Ende des Dorfes weit – und die Wiese auf der Glatzer Straße ist für die Kinder in der Ganztagsbetreuung ein willkommenes Ausflugsziel. Auch der noch amtierende Ortsrat unterstützt die Forderung. Peter Schenk, Mitbegründer und Sprecher der Bürgerinitiative, hatte gehofft, dass zusätzlich der Wahlkampf dem Projekt auf die Sprünge hilft. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die alte Spielraumkommission hat ihre Arbeit beendet, die neue wird sich wohl erst im Januar erstmals treffen. Und vom Beginn der Planung bis zur Realisierung vergehen mindestens sechs Monate, erfahrungsgemäß dauert es wegen Ausschreibungen und Witterungsverhältnissen eher mehr als ein Jahr. Zusätzlich erschwert werde die Situation in der Glatzer Straße durch die engen Zufahrten zum Grundstück, gab Ralf Hartmann zu bedenken.

Die Verwaltungsvertreter stellten aber in Aussicht, zumindest zur Überbrückung der Wartezeit ihr Möglichstes zu tun: Der Geschäftsbereich Grün will Findlinge als Balancier- und Klettermöglichkeit auf die Wiese bringen. Der Geschäftsbereich Jugend nimmt das Areal als Standort bei der Tour des Spielmobils mit auf – das könnte dann im Herbst erstmals und künftig regelmäßig hier Station machen. „Für alles andere brauchen wir erst einen Ratsbeschluss“, so Hartmann. Er rechnet mit rund 200 000 Euro Gesamtkosten für den Spielplatzbau.

Wikingerschach: Die Bürgerinitiative verwahrt Spielmöglichkeiten wie diese in einem Container an der Glatzer Straße. Quelle: Britta Schulze

Laut Helmut Schimmel, Peter Schenk und Tanja Böddinghaus von der Bürgerinitiative hat sich seit dem Abbau der alten Geräte im Jahr 2018 die Zahl der Kinder in der Siedlung sogar erhöht – von rund 30 auf knapp 50. Und sie alle warten sehnsüchtig. „Für meine Kinder war es ein Schock, als die Geräte plötzlich abgebaut wurden. Und sie haben die Hoffnung schon fast verloren, dass der Spielplatz wieder aufgebaut wird“, sagt Janeta Schenk, „aber wir kämpfen weiter – und wenn es für unsere Enkelkinder ist.“

Von Andrea Müller-Kudelka