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Vorsfelde Kleidung für Sternenkinder: So arbeiten die Wolfsburger „Elfen“
Wolfsburg Vorsfelde Kleidung für Sternenkinder: So arbeiten die Wolfsburger „Elfen“
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11:22 12.10.2019
Fröhliche Stoffe für traurige Anlässe: Daniela Voß und ihre „Elfen“ unterstützen Familien mit totgeborenen Kindern oder Frühchen. Quelle: Britta Schulze
Vorsfelde

Der Verein „Wolfsburger Elfen helfen“ freut sich über eine großzügige Spende: Für 2000 Euro, die der Kiebitzmarkt Kroll in Vorsfelde gestiftet hat, kaufen die ehrenamtlichen Näherinnen bald wieder Materialien, um Frühchen und totgeborene Babys einzukleiden.

Auch im Kiebitzmarkt wird genäht – und gespendet

Im Kiebitzmarkt Kroll wird auch genäht, aber eher zum Spaß. Regelmäßig treffen sich hier Hobbykreise zum Handarbeiten. Eine Teilnahmegebühr gibt es nicht, aber wer mag, darf spenden. Und diese Gelder, aufgestockt durch einige andere Aktionen des Fachmarkts, hat Thorsten Kroll nun den Elfen gewidmet.

Dankbar: Daniela Osadnik vom Verein „Wolfsburger Elfen helfen“ (re.) nahm die Spende von Thorsten Kroll (li.) entgegen. Quelle: Boris Baschin

Daniela Osadnik ist ein Gründungsmitglied der Wolfsburger Elfen und weiß, dass der Verein die finanzielle Hilfe gut gebrauchen kann. „Wir werden davon Stoffe und Materialien wie zum Beispiel Bündchen anschaffen“, verrät sie. Daraus nähen die Elfen zum Beispiel Hosen, Strampler, Hemdchen und Mützen im Miniaturformat. Denn die Kleidung verteilen sie an Kliniken in der Region – für Kinder, die zu früh oder gar tot zur Welt gekommen sind.

Beim 80. Stadtgeburtstag: Die Elfen zeigen ihr vielfältiges Sortiment. Quelle: Britta Schulze

Der Verein hat sich 2015 gegründet, die Idee stammt von Daniela Voß. Schon zuvor hatte die Fotografin ehrenamtlich Bilder von „Sternenkindern“, also verstorbenen Babys, im Klinikum gemacht. „Dort wurden mir die toten Babys in Silberschalen gebracht, und das fand ich einfach nicht schön“, erklärt die Wolfsburgerin, wie sie zu ihrem Einfall kam. Als begeisterte Freizeitnäherin lag die Lösung nicht fern: kindgerechte bunte Kleidung schneidern.

Kleidung für Frühchen in der Intensivstation: Die Wolfsburger Elfen haben schon vielen jungen Familien geholfen. Quelle: Sebastian Bisch

Für die Frühchen gibt es Anziehsachen in kleineren Größen als im Laden. Außerdem sind Kleidungsstücke ausgelegt für das Leben des Kinds im Brutkasten: Löcher an den richtigen Stellen lassen die nötigen Kabel und Schläuche zum Baby kommen und Druckknöpfe an der Seite sorgen dafür, dass man einen Strampler zum Beispiel öffnen kann, ohne das Frühchen hochzunehmen und somit unnötig zu stressen.

Und für totgeborene Kinder gibt es neben Kleidchen und Stramplern auch sogenannte „Sternendecken“, mit denen die Kleinen bestattet werden. Die „Sternendecken“ gibt es sogar in Größen, in die nicht mal eine Puppe passen würde: Die kleinsten sind für Kinder, die schon in der zwölften Schwangerschaftswoche im Mutterleib sterben. Das Besondere: Aus dem jeweiligen Stoff für Decke oder Kleidung nähen die Elfen für die Eltern ein Stoffherz, das nicht mit beerdigt wird, sondern der trauernden Familie als Andenken bleibt.

Aus einer Facebookgruppe mit Gleichgesinnten wurde schließlich der Verein, der inzwischen rund 200 Mitglieder zählt. Nicht alle von ihnen nähen selbst, aber auch die passiven Mitglieder helfen durch ihre Beiträge: „Wir müssen ja auch Miete, Strom, Wasser und Heizung finanzieren. Deshalb freuen wir uns so sehr, dass wir immer mehr Unterstützer finden“, sagt Daniela Osadnik.

Bald ziehen die Elfen um

Demnächst ziehen die Elfen mitsamt ihren Stoffen, Tischen und Nähmaschinen übrigens um. Angefangen hatte alles auf 40 Quadratmetern in Reislingen. Nach einem Wasserschaden hat die Stadt Wolfsburg den Elfen einen 70 Quadratmeter großen Raum im Stadtzentrum verschafft. Doch auch das reicht inzwischen nicht mehr. Eine größere Fläche haben die Elfen schon in Aussicht – ungefähr zum Jahreswechsel wollen sie umziehen. In Zukunft können sie damit womöglich noch mehr trauernde Eltern trösten.

Von Frederike Müller

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