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Vorsfelde 20 Jahre nach Beschädigung: Brücke immer noch nicht saniert
Wolfsburg Vorsfelde 20 Jahre nach Beschädigung: Brücke immer noch nicht saniert
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17:55 26.11.2019
Kampf gegen Windmühlen: Jörg Lindmüller (l.) und Christian Peter von der FI auf der fraglichen Brücke. Seit vielen Jahren kämpft sie für die Sanierung. Quelle: Britta Schulze
Wendschott

Ein kleines unscheinbares Bauwerk sorgt für Langzeit-Ärger in Wendschott: Konkret geht es um die Brücke über den vorderen Drömlingsgraben in der Gemarkung Wendschott, kurz vor der blauen Brücke über den Kanal. Diese wurde bereits 1996 nach der Herrichtung eines Feuchtbiotops auf maximal 6 Tonnen Traglast abgelastet. Seitdem kämpft die Feldmarkinteressenschaft (FI) Wendschott für die Sanierung – bis heute vergeblich.

„Ich habe mir die Hacken wund gelaufen“, sagt Jörg Lindmüller, Vorsitzender der FI. Etliche Dokumente füllen den Ordner, den er eigens für diesen Vorgang angelegt hat. Darin finden sich Briefwechsel mit der Stadtverwaltung Wolfsburg, dem Büro des Oberbürgermeisters, dem Landvolk, dem Aller-Ohre-Verband und mehr. Doch bis heute hat sich nichts getan.

Brücke musste schon 1996 abgelastet werden

Deer Stein des Anstoßes kam 1996 ins Rollen. „Da wurde ein Feuchtbiotop angelegt. Mit der Erde wurde der Kiebitzteich in Vorsfelde zugeschüttet. Die Dreiachser haben den Feldweg und die Brücke genutzt“, erinnert sich Lindmüller. Die Wege, die zum Großteil Eigentum der FI sind, machten das Spektakel noch einigermaßen gut mit, die Brücke allerdings viel dem Schwerlastverkehr zum Opfer. „Schon unmittelbar nach dem Anlegen dies Biotops hat die Stadt die Brücke auf 6 Tonnen abgelastet“, erzählt Lindmüller. In einem Vertrag, den Lindmüller vorliegen hat, erlaubte die FI dem Projektträger, das Umweltamt der Stadt Wolfsburg, damals die Nutzung der Wege –vorausgesetzt, diese würden wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Zumindest die Brücke aber, wurde bis heute nicht saniert.

Landwirte müssen Riesen-Umweg fahren

Für die FI und die Landwirte hat dies unangenehme Konsequenzen. „Mit scherem Gerät kann man die Flächen hinter der Brücke nur mit einem Umweg über Danndorf erreichen, erklärt Lindmüller. Das bedeute schon einen wirtschaftlichen Schaden von einigen tausend Euro jährlich, sagt er. Auch brisant: Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr wiegt 12 Tonnen – auch dieses dürfte die Brücke theoretisch also nicht queren.

2012 nimmt Lindmüller, der ein Jahr zuvor den Vorsitz der FI einnimmt, einen neuen Versuch. Er wendet sich an die Stadt. „Da wurde mir gesagt, wir hätten es damals verpasst, Ansprüche anzumelden“, berichtet er. Diesen Fehler gesteht er ein: „Wir dachten vermutlich, das würde unaufgefordert geschehen, da der Schaden ja bemerkt wurde. Die Brücke wurde schließlich abgelastet.“

Stadt ist Eigentümer der Brücke

Des Weiteren informiert in die Stadt 2012 darüber, dass sie nicht Eigentümer der Brücke sei, sondern die FI selbst. Sie müsse also für die Sanierung aufkommen. Das stellt sich nach Nachforschungen Lindmüllers schlicht als falsch raus. Das fragliche Flurstück befindet sich tatsächlich im Besitz der Stadt. Wie diese damals in einem Gespräch mit Lindmüller und dem Landvolk einräumt. Die Zuständigkeiten sind also geklärt, denkt sich Lindmüller damals.

Brücke sollte eigentlich 2019 saniert werden

Doch von Ende gut, alles gut kann keine Rede sein. Sechs weitere Jahre passiert nichts. Dem FI-Vorsitzenden platzt der Kragen. Bei einer öffentlichen Gesprächsrunde mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs bringt er das Thema 2018 erneut auf den Tisch. Es folgt eine Reaktion. Lindmüller: „Mir wurde mitgeteilt, das die Planungen für die Sanierung laufen und wahrscheinlich 2019 stattfinden können.“ Das entsprechende Schreiben aus dem Bauamt hat er noch.

Erneute Verzögerungen

Jetzt ist das Jahr 2019 fast rum – und die FI muss sich erneut gedulden. „Der Stadtbaurat hat mir mitgeteilt, dass das Vorhaben aus haushaltstechnischen Gründen nicht umgesetzt wurde“, berichtet Lindmüller. Auch eine Sanierung 2020 stehe wegen der finanziellen Lage auf der Kippe. Für Lindmüller und die FI eine untragbare Situation. Zumals es sich bei der Sanierung um keine große Summe handelt. Mit einer Unterrohrung, wie sie an den gräben sonst überall üblich, ist, schätz er die Kosten auf unter 50 000 Euro. Nach über 20 Jahren Versäumnis, müsse das doch drin sein.

Von Steffen Schmidt

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