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Vorsfelde Ein Kolumbianer in Vorsfelde: Samuel (17) hat das Abenteuer gewagt
Wolfsburg Vorsfelde Ein Kolumbianer in Vorsfelde: Samuel (17) hat das Abenteuer gewagt
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20:00 12.08.2019
Aus Kolumbien nach Vorsfelde: Austauschschüler Samuel Romero Ceron. Quelle: Roland Hermstein
Vorsfelde

Mit mehreren Hemden, Pullis und Hosen übereinander ist der Kolumbianer Samuel Romero Ceron im Februar in Wolfsburg angekommen. Mittlerweile fühlt sich der 17-jährige Austauschschüler in Vorsfelde so richtig wohl – auch wenn zu Beginn nicht nur das Wetter unterkühlt war.

Zur Begrüßung gab’s gebrannte Mandeln

Samuel hat in Kolumbien schon seinen Schulabschluss geschafft, besucht aber seit dem Sommerhalbjahr 2019 das Phönix-Gymnasium und wohnt bei einer Vorsfelder Gastfamilie. Nach einem Vorbereitungsseminar in Frankfurt kam er mit dem Zug in Wolfsburg an, wo Familie Ludwig ihn abholte und ihn erst einmal auf eine Tüte gebrannte Mandeln mit zum Wintermarkt in die Innenstadt nahm, bevor es nach Vorsfelde ging. Ein echtes Vergnügen, obwohl ihm eine dicke Winterjacke bitterlich gefehlt habe, berichtet Samuel heute lachend.

Der 17-Jährige Samuel Romero Ceron aus Kolumbien hat ein großes Abenteuer gewagt und verbringt ein Jahr lang in Wolfsburg. Mit seiner Vorsfelder Gastfamilie hat er einen Volltreffer gelandet.

Der erste Tag in der deutschen Schule war hart

Der Umgewöhnung an die deutsche Schule fiel da schon etwas schwerer. „Der erste Tag in der Schule war nicht so schön“, erinnert sich Samuel. Davor war er im Vorbereitungsseminar des Vermittlungsvereins „Experiment“ schon gewarnt worden: „Sie haben uns erklärt, dass die Deutschen nicht immer ganz so ... offen sind“, berichtet der Schüler in gutem Deutsch, das er erst hier gelernt hat, und mimt eine Umarmung. Statt überschwänglicher Begrüßungen gab es in der Klasse zunächst scheele Blicke.

„Viele unserer Austauschschüler haben diese Erfahrung gemacht“, erklärt Samuels Gastschwester Mariele Ludwig. „Die Deutschen sind im Vergleich mit Südamerikanern eher zurückhaltend und verschlossen.“

Doch zum Glück tauen auch die kühlen Deutschen irgendwann auf: In seiner Klasse am Phönix-Gymnasium hat Samuel inzwischen Freunde gefunden. Und auch in der Basketballmannschaft, mit der er nachmittags trainiert, ist das Eis längst gebrochen.

Bei Familie Ludwig ist immer etwas los

Wo es sogar von Anfang an Herzlichkeit und Wärme gab, war in der Gastfamilie. Zwischen Schildkröten, Pferden, sieben Hunden und vier Töchtern ist immer etwas los, auch wenn die Töchter nicht alle dauerhaft zu Hause wohnen. Seit 2004 nimmt die Familie fast jedes Jahr Gastschüler auf. „Ich finde, es ist eine tolle Erfahrung, ins Ausland zu gehen. Das wollten wir auch zurückgeben“, findet Gastschwester Mariele Ludwig. Sie selbst war als Schülerin ein Jahr lang in Argentinien und spricht seither fließend Spanisch – so kann sie für Samuel auch übersetzen, wenn es doch einmal nötig wird.

Samuel will am liebsten in Deutschland studieren

Für Samuel ist seine Heimat auf Zeit ein echter Glücksgriff. Nicht nur fühlt er sich in der Familie wohl – auch Wolfsburg selbst ist ein Volltreffer für ihn, der ein großer Autofan ist und später Maschinenbau studieren möchte, am liebsten auch in Deutschland. Auf der To-Do-Liste steht deshalb nicht nur ein Besuch an seiner Traum-Uni in Stuttgart, sondern auch noch eine Werksbesichtigung bei VW, bevor Samuel wieder heim fliegt.

Ein paar Monate bleiben Samuel noch, erst im Januar geht es zurück in die Heimat. Weihnachten und Silvester feiert er noch im Kreis der Familie Ludwig, wo er noch einmal ganz typisch deutsch speisen wird: Es gibt Weißwurst mit Sauerkraut.

WAZ-Info: Gastfamilie werden

Der Verein „Experiment“ erwartet noch in diesem Monat 150 neue Jugendliche aus dem Ausland. Für 16 von ihnen werden noch Gastfamilien gesucht, die sie ab dem 31. August beherbergen. Gastfamilie kann fast jeder werden – egal, ob Paare mit Kinder oder ohne , Alleinerziehende oder Patchwork-Familie, ob auf dem Land oder in der Stadt.

Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 18 Jahre alt und kommen aus Brasilien, Italien, Mexiko, Norwegen und Thailand. Während des Aufenthalts in Deutschland steht den Familien und den Gastschülern ein Ansprechpartner in der Region zur Seite.

Wer Interesse hat, kann sich direkt an Kerstin Overs de Gutierrez in Bonn wenden – unter der Telefonnummer (02 28) 9 57 22 41 oder per Mail an overs@experiment-ev.de. Weitere Informationen gibt es unter www.experiment-ev.de/gastfamilie-werden.

Von Frederike Müller

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