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Vorsfelde Ein Herz für Schwalben: Diese Vorsfelder kennen sich aus
Wolfsburg Vorsfelde Ein Herz für Schwalben: Diese Vorsfelder kennen sich aus
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00:19 01.06.2019
Die Gewinner des Schwalbenquiz in Vorsfelde. Quelle: Burkhard Heuer
Vorsfelde

Man musste schon ein Schwalbenkenner sein, um die durchaus schwierigen Fragen richtig lösen zu können: Beispielsweise sollte die Anzahl von Insekten geschätzt werden, die ein Schwalbenpärchen pro Aufzucht an die Jungen verfüttert. Dies sind immerhin 250.000 Stück.

Ebenso beeindruckend die Flugstrecke von 10.000 Kilometern ins Winterquartier, bedrückend allerdings, dass der flinke Vogel mangels Nist- und Brutmöglichkeiten in unseren Breiten immer stärker bedroht ist. Der Heimatverein Vorsfelde und der NABU Wolfsburg haben deshalb die Drömling Messe genutzt, für die gefiederten Freunde zu werben und ein Preisrätsel auszurichten.

Schwalben-Quiz: Bücher, Gutscheine, Keramik für die Gewinner

Am Dienstag wurden in der Heimatstube Meinstraße die Gewinner mit Geschenken bedacht: Martina Wolter, Herta Roth, und Jonas Roth(alle Reislingen) gehörten zu den elf Glücklichen, ebenso Nils Dümeland, Monja Meinert, Cathleen Konstroffer (alle Vorsfelde), Carola Knobbe (Fallersleben), Tinny Mann (Neuhaus), Norbert Wiora und Wolfgang Schrieber (beide Tiddische) und Karin Thielecke (Velpke). Im Losverfahren wurden die Preise mit Gutscheinen, Büchern, diversen Leckereien sowie kunstvollen Keramiken an die Sieger übergeben.

Das sind Schwalben

Schwalben sind reinliche Vögel. Ihr Nest halten sie sauber, die Hauswand darunter allerdings zeigt zumeist deutliche Spuren. 250.000 Insekten, die so ein kleiner Schwalbennachwuchs konsumiert, müssen selbstverständlich verdaut werden.

Es gehört deshalb schon eine Portion Tier- und Naturliebe dazu, die Ansiedlung von Schwalbenpärchen zu begünstigen. Das ist sogar möglich, wenn die Tiere zu wenig eigenes Baumaterial finden. Vorgefertigte Nester werden meist bereitwillig angenommen, und ein Brett darunter fängt den größten Teil der Hinter(n)lassenschaften auf. Daran sollten Menschen denken, die manchmal Schwalbennester mit brachialer Gewalt entfernen.

Sie sind die Boten des nahenden Sommers, man bewundert ihre Flugkünste am Himmel und schätzt die Schwalben als Wetterpropheten. Fliegen sie niedrig, droht Regen. „Aber nicht immer“, schmunzelt Landwirt Henning Wolter aus Ehmen, in dessen Stallungen und Werkstätten sich alljährlich Rauchschwalben ansiedeln. „Manchmal kommen sie so tief auf mich zu, „sagt Wolter, „dass ich unwillkürlich den Kopf einziehe.“ Kollisionen allerdings hat es in Jahrzehnten niemals gegeben.

Doch traditionelle Bauernhöfe verschwinden mehr und mehr aus den Ortsbildern, bleiben Fachwerkhäuser in den Stadt-und Ortsteilen mit rauen Balken, an denen die Nester gut haften. In Vorsfelde beispielsweise wird die Vorbereitung von Schwalbennestern mit einer Anerkennungsplakette belohnt. Hängt eine solche mit dem Aufdruck „Schwalbenfreundliche Haus“ an der Front, werden dies sicher nicht wenige Passanten mit einem anerkennenden Nicken quittieren.

Zuvor hatten Rita Deiders und Alfred Riebe vom Organisatorenteam noch einmal zufrieden Bilanz der Informationsaktion auf der Messe gezogen. „Wir hoffen, bei zahlreichen Besuchern ein Herz für Schwalben erweckt zu haben“, sagte Alfred Riebe. Lob für die Aktion gab es auch von Marlies Gräwe, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Süd-Niedersachsen-Harz in Salzgitter. „Die Besucher des NABU-Standes auf der Messe sollten als Multiplikatoren wirken und ordentlich für die Schwalben werben.“

Oh wie putzig: Rauchschwalbe auf dem Nest in der Scheune von Henning Wolter aus Ehmen. Quelle: Burkhard Heuer

Gern erinnerte Gräwe an ein altes Sprichwort: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren.“ Allerdings schaut man selbst in Dörfern oftmals vergeblich aus nach kleinen Tümpeln mit Lehmufern, die den Schwalben das notwendige Baumaterial bieten. Da kann der Mensch helfend eingreifen. Alfred Riebe hat an seinem Haus ein vorgefertigtes Gitternest montiert, quasi ein Fertighaus für die gefiederten Gäste. Und flugs stellten sich Nachbarn ein, die ihr Eigenheim allerdings in herkömmlicher Bauweise errichteten.

Es kann gar nicht genug getan werden für Schwalben

„Es kann gar nicht genug getan werden für Schwalben aller Art, die dafür sorgen, dass lästige Insekten reduziert würden“, betonte auch Dr. Reinhold Schultz, Leiter des Naturschutzzentrums Wolfsburg. Die Aktion in Vorsfelde sei ein nachahmenswertes Beispiel.

Von Burkhard Heuer

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