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Vorsfelde Deshalb feiert das Weltradel-Ehepaar Witten Weihnachten in Chile
Wolfsburg Vorsfelde Deshalb feiert das Weltradel-Ehepaar Witten Weihnachten in Chile
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09:05 25.12.2019
Weihnachten mal ganz anders: Die Weltradler Karin Klaus-Witten und Fritz Witten sind zurzeit in Südamerika unterwegs und verbringen das Fest in Chile. Quelle: privat
Wolfsburg

Ein schöneres Weihnachtsgeschenk könnten sie sich selbst gar nicht machen: Karin Klaus-Witten und Fritz Witten aus Vorsfelde erfüllen sich gerade ihren großen Traum – sie sind in Südamerika auf der Panamericana unterwegs. Eigentlich wollten sie die über 10 000 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen, aber das klappt nicht. „Uns läuft die Zeit weg und wir haben die Wüste erstmal satt.“ 1000 Kilometer sind sie durch die Atacama geradelt – bei dünner Versorgungslage und kaum Menschen. Deshalb nahmen sie bis Santiago (Chile) den Bus. Obwohl die Wittens fern der Heimat sind, an Freunde und Familie denken sie schon – gerade jetzt an Weihnachten.

Die Feiertage verbringen die Wolfsburger in Valdivia

Die Feiertage verbringen sie in Valdivia im Süden von Chile. Das ist die Hochburg der deutschen Einwanderer. Ein schönes Essen gibt es, na klar. Das können Spaghetti oder ein Steak sein – auf jeden Fall ist es lecker. Start der sechsmonatigen Tour war Anfang September in Bogota/Kolumbien. Ziel soll im Februar Argentinien sein. Es ist die dritte und sicherlich härteste Etappe ihrer Panamericana-Reise. Wie immer erkunden die Wolfsburger Weltradler Land und Leute abseits der ausgelatschten Touristenpfade. Sie erleben dabei atemberaubende Natur, machen interessante Begegnungen mit Einheimischen und gehen an ihre körperlichen Grenzen.

Die Südamerika-Tour der Wittens in Bildern:

Impressionen von der Tour

Die Route stand zwar schon daheim in Vorsfelde grob fest. Vor Ort gab es aber Änderungen – auch wegen der unruhigen politischen Verhältnisse. Straßenblockaden mit brennenden Reifen, aber freundliche Menschen, die das Radler-Ehepaar gern durchließen – das erlebten die Wittens in Ecuador. In Boliviens machten andere Radler andere Erfahrungen, deshalb strichen die Wolfsburger Bolivien – und damit ein weiteres Highlight der Reise: den Salar de Uyuni. „Das war bitter.“

„Es geht uns sehr gut und wir sind dankbar für alles“

Die Tour ist anstrengend, aber „dennoch geht es uns sehr gut und wir sind dankbar für alles“, sagt Karin Klaus-Witten. Ein echtes Highlight war die Zeltübernachtung auf 4500 Metern Höhe an der Lagune auf dem Weg nach Cusco. „Diese ganze Etappe von Naszca nach Cusco war unglaublich intensiv“, schwärmt die Vorsfelderin. „Das Bewusstsein und das Spüren der Höhe, Wahnsinns-Szenerie. Die Indigenas mit ihren bunten Trachten ein ständiges Erinnern an die kulturelle Vergangenheit und die zerstörerische Rolle der europäischen Kultur.“

Unschöner Unfall mit dem Tuk-Tuk

Überhaupt nicht schön hingegen war der Unfall mit dem Mototaxi im Oktober: Ein Tuk-Tuk rammte Fritz Witten kurz vor der Stadt Cerro Azul, er knallte auf die Straße, seine Frau, die hinter ihm fuhr, musste eine Vollbremsung hinlegen und stürzte deshalb ebenfalls. Die Verletzungen hielten sich in Grenzen (eine OP am Ellenbogen war aber nötig), die Schäden an Rädern und Zubehör waren nicht schön, aber erträglich, doch das Gefühl, als Radreisende könne einem nichts passieren, habe gelitten. Der Unfall habe Demut, das Gefühl von Verletzlichkeit, aber auch Dankbarkeit gelehrt.

Offen sein für neue Erfahrungen

Der Unfall ist Geschichte, jetzt ist etwas anderes dran: Offen sein für neue Erfahrungen, das Andere, Grenzen austesten, erkennen und zulassen, fassen die Wittens zusammen. „Auch wenn es manchmal und manchen schwer fällt zu glauben: Wir leben in einer verdammt sicheren und unverschämt reichen Region dieser Welt“, sagt Karin Klaus-Witten nachdenklich. „Mangelndes Teilen und fehlende Teilhabe führt in vielen Ländern zu großen Spannungen und Risiken. Lasst uns nicht nur zu Weihnachten daran denken.“

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So läuft die Weltradel-Tour

Seit über 15 Jahren sind für Karin Klaus-Witten und Fritz Witten Radreisen die angemessenste Art, Urlaub zu machen. Immer wieder das Gefühl zu haben, unabhängig zu sein, weil alles Notwendige am Rad ist, das ist ihr Motiv. Seit Anfang September ist das Ehepaar aus Vorsfelde wieder auf großer Tour: auf der Panamericana in Südamerika. Was sie erleben und wo sie sind, schreiben sie in ihrem Tagebuch-Blog unter https://www.weltradeln.de.

Von Sylvia Telge

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