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Volkswagen VW-Mitarbeiter fahren auf Mofas mit Tempo 20 nach Berlin
Wolfsburg Volkswagen VW-Mitarbeiter fahren auf Mofas mit Tempo 20 nach Berlin
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00:18 04.06.2019
Mit dem Mofa nach Berlin: Rouven Harenberg, David Komosinski, Michael Grenn und Thorsten Kahle (v.l.) haben’s gemacht. Quelle: privat
Wendschott

Mit einem Mofa nach Berlin? Klingt bekloppt. Macht aber bestimmt Spaß – genau deswegen sind der Wendschotter David Komosinski (34), der Süpplinger Michael Grenn (45), der Wassensdorfer Rouven Harenberg (46) und Thorsten Kahle (51) aus Triangel mit ihren nicht mehr taufrischen 50-Kubik-Mofas in die Hauptstadt gefahren.

Eine Bildergalerie zu der irren Fahrt nach Berlin:

Vier VW-Mitarbeiter sind mit vier Mofas nach Berlin gefahren. Dabei haben sie Pannen, aber auch sehr viel Spaß gehabt.

Die vier Mofafans sind Arbeitskollegen und Freunde, sind in der VW Service Factory beschäftigt. Während einer Weihnachtsfeier erwähnte Michael Grenn einen großen Wunsch: „Ich möchte einmal mit Freunden auf Mofas nach Berlin fahren.“ Zuerst guckten seine drei Kumpel ihn etwas ungläubig an – aber nach einer kurzen Besprechung stand fest: „Machen wir.“

Von null auf hundert zu Mofaexperten

Natürlich besaß keiner von ihnen ein Mofa: „Die sind aus dem Stadtbild leider komplett verschwunden“, sagt Michael Grenn. Sie starteten eine Suchaktion im Internet und wurden tatsächlich alle fündig: David Komosinski kaufte sich eine Simson SR2, Michael Grenn eine Honda Camino, Rouven Harenberg eine Puch Manet und Thorsten Kahle eine Garelli Bonanza – alle hatten ihre besten Zeiten hinter sich, schrauben war angesagt: „Neu kann ja jeder“, schmunzelt Grenn. „Wir haben uns von null auf hundert zu Mofaexperten entwickelt.“ Die Motoren leisten zwischen 1,2 und 2,2 PS, die Mofas fahren maximal 25 km/h – natürlich wurden sie auch gepimpt. Wobei Rouven Harenberg Schweißausbrüche bekam: „Am Vorabend der Abfahrt um 21 Uhr bin ich fertig geworden“, berichtet er. „Nachts um 3 Uhr bin ich wach geworden – ich bin aufgestanden und habe alles noch mal gecheckt. Lief.“

Erste Panne in Gardelegen

Um 5.30 Uhr war Start in Wassensdorf – um 8.30 Uhr schepperte es am Krümmer der Honda. „Da waren wir gerade mal in Gardelegen“, berichtet Michael Grenn. „Aber genau wegen solcher Fälle haben wir viele Ersatzteile mitgenommen.“ Nicht nur das: Auch Benzin und Öl haben sie in Satteltaschen mitgenommen, denn: „Das typische Zweitakter-Gemisch gibt es an den meisten Tankstellen doch gar nicht mehr“, erklärt Rouven Harenberg. Er selbst blieb übrigens kurz vor Berlin liegen – mit einem Plattfuß.

Sandpiste und Liegestühle an der Spree

Als der repariert war, gab es die nächste Herausforderung: „Wir mussten die Mofas über eine mehrere hundert Meter lange Sandpiste schieben“, stöhnt David Komosinski. Nach genau 208 Kilometern und einer reinen Fahrtzeit von 11 Stunden und 38 Minuten kamen die vier Haudegen in Berlin-Glienecke an. Erschöpft aber glücklich. Am nächsten Tag zeigte der gebürtige Berliner Grenn seinen Freunden Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt – „aber wir haben auch vier Stunden lang im Liegestuhl an der Spree gesessen.“

Es ging weiter – dann Ulrich Kutzschbach

Am nächsten Morgen – einem Sonntag – ging es zurück Richtung Wolfsburg. In Großwudicke (Havelland) blieb plötzlich die Simson von David Komosinski liegen – ein Defekt am Antrieb. „Sonntags um 13 Uhr“, betont der Wendschotter. „Alle Werkstätten und Geschäften hatten zu.“ Die vier Mofareisenden hatten trotzdem Glück: Ein Radfahrer machte sie auf die Motoren-Werkstatt von Ulrich Kutzschbach aufmerksam – nur einen Steinwurf entfernt. „Er hat den Schaden sofort repariert“, betont Komosinski. „Wir sind ihm unendlich dankbar.“ Wobei sie überhaupt und überall freundlich begrüßt wurden: LKW-Fahrer hätten gehupt, Motorradfahrer gegrüßt, Fußgänger gewunken.

Nächste Tour ist in Planung

Mit Verspätung konnten die vier dann schließlich weiterfahren – und blieben von weiteren Pannen verschont. Nach 201 Kilometern sowie elf Stunden und 22 Minuten reiner Fahrtzeit tuckerten sie wieder auf den Hof von Rouven Harenberg in Wassensdorf – dort stehen drei von vier Mofas immer noch. Und warten auf die nächste Tour. „Erste Ideen haben wir schon“, schmunzelt Michael Grenn. Aber noch habe man sich nicht entschieden.

Von Carsten Bischof

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