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Volkswagen Wie die Logistikhalle des Golf ihre Effizienz steigert
Wolfsburg Volkswagen Wie die Logistikhalle des Golf ihre Effizienz steigert
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09:11 15.12.2019
„Wie Sie sehen, sehen Sie alles!“ - Berenike Höhne, Rainer Ladda, Eric Wurzel, Dennis Siragusa und Jörn Freier präsentieren die Hochregal-freie Logistikhalle 55. Quelle: DETLEV WECKE
Wolfsburg

Die für die Golf-Montage zuständige Logistikhalle im Stammwerk von Volkswagen hat ihren „Supermarkt“ nach dem Lean-Konzept neu gestaltet. Die Fläche zum Kommissionieren und Sortieren von Fahrzeugbauteilen für die Montagelinien des Golf ist überschaubarer, schlanker, effizienter geworden. Dort, wo früher Material in die Höhe auf Regalen gestapelt wurde, reicht der Blick heute ungehindert von einem Ende der Halle zum anderen. Und das bei mehr Logistikumfängen als zuvor. Insgesamt reduzierte die Neugestaltung des Supermarktes den Einsatz von Gabelstaplern um 60 Prozent. Gleichzeitig kann der Bereich fortan 30 Prozent mehr Logistikumfänge abwickeln.

Mitarbeiter gestalten mit

Keine Hochregale bedeutet nur noch wenige bis gar keine Gabelstapler in der Halle. Da diese viel Platz zum Rangieren benötigen, konnten auch die Fahrgassen zwischen den aufgereihten Materialbehältern schmaler gestaltet werden. Somit blieb mehr nutzbare Fläche zum Abstellen von Materialbehältern. Sebastian Neveling, Leiter der operativen Logistik Nord des Werkes Wolfsburg, erinnert sich: „Uns war es von Anfang an wichtig, dass wir die Impulse der Logistikplanung gemeinsam mit den Mitarbeitern aufgreifen und umsetzen und so ein optimales Supermarktkonzept etablieren. Daher haben wir in zahlreichen gemeinsamen Workshops das gesamte Kommissionierprinzip überarbeitet, von der Materialanlieferung bis zur Linienbereitstellung.“

3D-Druck Bauteil für ideale Bereitstellung

Dazu gehörte auch, dass die Laufwege und Griffweiten optimiert wurden. Dies spart nicht nur Zeit, sondern verbessert zudem die Ergonomie der Arbeitsplätze. Um das zu gewährleisten, müssen die Materialbehälter natürlich immer an exakt derselben Stelle und in gleicher Ausrichtung aufgestellt werden. Die Lösung hierfür kam aus dem 3D-Drucker: Ein 14 mal 14 Zentimeter großes Kunststoffteil, dass am Hallenboden installiert ist, gibt automatisch die richtige Position und Ausrichtung vor. „Wichtige Impulsgeber für das neue Supermarktkonzept sind die Logistikplaner sowie unsere eigenen Mitarbeiter“, sagt Berenike Höhne, Leiterin Technik und Service Nord. „Durch das Einbringen ihrer intelligenten Ideen verbessern sie kontinuierlich ihre Arbeitsplätze nach dem Lean-Gedanken.“

E-Paper statt Papierkram

Rund 350 Mal am Tag fahren Routenzüge vorkommissioniertes Material aus der Logistikhalle 55 in die benachbarte Montagehalle. Welche Bauteile in welcher Reihenfolge in welchen Materialbehälter gelegt werden müssen, erfahren die Kommissionierer über die sogenannte „Pick-Liste“ – ein ausgedruckter Pack-Plan im DIN A4-Format. Mehrere tausend Pick-Listen kommen täglich aus den Druckern der Halle 55. Noch: Denn der Leitung der Logistikhalle sind diese ausgedruckten Papierpläne schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge.

Durch eine Umgestaltung wurde die Halle wesentlich effizienter gestaltet. Aber wie genau?

„Es ist nicht nur das Papier, es sind auch die Tonerpatronen, die gewechselt werden müssen, es sind die Drucker, die regelmäßig gewartet werden müssen. Ganz zu schweigen von der abschließenden Entsorgung der Listen“, erklärt Unterabteilungsleiter Dennis Siragusa. „Wir tragen auch eine ökologische Verantwortung. Unsere Vision ist eine papierlose Fabrik. Im kommenden Jahr werden wir Schritt für Schritt die Papierlisten durch digitale e-Paper ersetzen“, so Siragusa. Sechzehn digitale Lesegeräte sind heute schon im Piloteinsatz.

„Posaune“ spart Platz und halbiert das Fahraufkommen

Und auch das Fahraufkommen vom Supermarkt zu den Montagelinien soll künftig reduziert werden. Im Rahmen der Neugestaltung der Halle tauschte der Bereich auch gleich die Materialwagen seiner Logistikfahrzeuge aus. So ermöglicht der neue, drehbare „Karussell-Kommissionierwagen“ ein schnelleres und einfacheres Be- und Entladen. Und der ausziehbare „Posaunen-Kommissionierwagen“ transportiert gleich die doppelte Menge an Türdichtungen an die Montagelinie, spart im zusammen geschobenen Zustand Platz und halbiert so die Anzahl der notwendigen Fahrten an die Linie.

Von Steffen Schmidt

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