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Volkswagen Die Grundrente kommt – eine gute Nachricht für VW-Betriebsrentner
Wolfsburg Volkswagen Die Grundrente kommt – eine gute Nachricht für VW-Betriebsrentner
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16:14 19.12.2019
Viele Betriebsrentner werden ab Januar 2020 etwas mehr von der betrieblichen Altersvorsorge haben. Quelle: dpa
Wolfsburg

Im Kielwasser des Koalitionsbeschlusses über die Einführung der Grundrente hat die Regierungskoalition auch eine deutliche Verbesserung für Betriebsrentner umgesetzt. Diese können sich ab nächstem Jahr über eine Entlastung und damit eine Rentenerhöhung von rund 300 Euro jährlich freuen. Gerade in der Volkswagenstadt Wolfsburg profitiert eine Vielzahl von Menschen von dem Gesetz. Einer, der sich deshalb schon seit vielen Jahren für das Thema stark macht, ist VW-Betriebsrat Gunter Wachholz.

25 Euro im Monat mehr

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Wachholz über die Gesetzesreform. „Durch den Freibetrag von 159,25 Euro monatlich bei den Betriebsrenten haben unsere Kollegen zukünftig monatlich etwa 25 Euro mehr zur Verfügung – und zwar egal ob sie 200 oder 2000 Euro Betriebsrente erhalten“, rechnet Wachholz vor.

Die Ungerechtigkeit der Doppelverbeitragung

Sein eigentliches Steckenpferd beschäftigt den Rentenexperten allerdings weiterhin - das Problem der sogenannten Doppelverbeitragung der Betriebsrenten. Diese „große Ungerechtigkeit“, wie Wachholz sie nennt, geht auf ein Gesetz aus dem Jahr 2004 zurück. „Damals waren die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung leer“, erinnert sich Wachholz. Über das sogenannte GKV-Modernisierungsgesetz sollten die Finanzen konsolidiert werden.

Betriebsrentner sind schlechter gestellt

Zur Kasse gebeten wurden die Betriebsrentner. „Statt dem einfachen Beitrag von 7,3 Prozent müssen die Arbeitnehmer bei ihren Betriebsrenten seitdem auch den Arbeitgeberanteil also die kompletten 14,6 Prozent und den kompletten Zusatzbeitrag bezahlen“, erklärt Wachholz. Eine Schlechterstellung im Vergleich zur gesetzlichen Rente von etwa 8 Prozent. „Diese Ungerechtigkeit zu korrigieren ist weiter unser Ziel“, versichert Wachholz.

Gunter Wachholz. Quelle: AZ

Dafür ist eine Menge Überzeugungsarbeit nötig. Erste Erfolge konnte der Betriebsrat allerdings schon verbuchen. Auf dem Gewerkschaftstag in Nürnberg überzeugte er jüngst seine Metaller-Kollegen. Die Abschaffung der Doppelverbeitragung wurde in den Forderungskatalog der IG Metall aufgenommen. „Und auch viele politische Parteien haben die Abschaffung mittlerweile per Parteitagsbeschluss zu ihrem Ziel erklärt“, weiß Wachholz.

Betriebsrente als Mittel gegen Altersarmut

Das sei auch dringend nötig. Denn: „Die gesetzliche Rente allein wird weiter in Richtung Altersarmut führen“, ist auch Betriebsratschef Bernd Osterloh überzeugt. „Ich war deshalb schon immer ein Fan der Betriebsrente.“ Er und Wachholz sehen diese deshalb als Schlüssel für eine gesicherte Altersvorsorge.

Kritische Situation ab 2025

„Schon heute bleiben bei einem Durchschnittseinkommen nach 45 Versicherungsjahren nur noch nach Abzug der Sozialversicherungsabgaben und der Besteuerung der Rente etwa 1200 Euro gesetzliche Rente monatlich übrig“, weiß Wachholz. Ab 2025 wird sich die Situation weiter verschärfen. „Dann gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente.“

VW ist auf gutem Weg

Neben der privaten Vorsorge bleibt da nur eine Betriebsrente, um die Lücken zu stopfen. Bei VW sei man in dieser Hinsicht seit der letzten Tarifrunde auf einem sehr guten Weg. So wurde der zweite Eckpfeiler der Betriebsrente, die von Volkswagen finanzierte Beteiligungsrente 1, seit Juli von ursprünglich 27 Euro monatlich massiv auf 90 Euro erhöht. Ab Januar steigt sie nochmals auf 98 Euro im Monat.

Betriebsrentenbaustein hat sich vervierfacht

„Damit wird der Baustein der Beteiligungsrente I teilweise mehr als vervierfacht“, erklärt Wachholz. Vor allem junge Leute profitieren immens von der Erhöhung. Ein 20-jähriger kann so nun bei Renteneintritt mit 65 auf 671 Euro statt vormals 131 Euro monatlich bei dem Baustein Beteiligungsrente I freuen. Für einen 50-Jährigen steigt der immerhin von 27 auf 107 Euro an. Das Beste an dieser Errungenschaft: „Die Beteiligungsrente I steigt tarifdynamisch an“, betont Wachholz. Wenn also im April der neue Tarifvertrag steht, könnte mit dem Gehalt auch die Betriebsrente nochmals steigen. Wenn dann noch die Doppelverbeitragung wegfallen sollte, ist Wachholz dann wirklich am Ziel.

Von Steffen Schmidt

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