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Volkswagen Drei Tonnen pro Woche: Wie die Kartoffeln in die VW-Kantinen kommen
Wolfsburg Volkswagen Drei Tonnen pro Woche: Wie die Kartoffeln in die VW-Kantinen kommen
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20:00 20.06.2019
Hier wird noch per Hand geschält: Die Kartoffeln für die Volkswagen-Betriebsrestaurants kommen aus regionalem Anbau. Quelle: Volkswagen
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Wolfsburg

Wo kommen eigentlich die Kartoffeln der Betriebsrestaurants von Volkswagen her? Die Antwort: von der Lebenshilfe Gifhorn. Die fleißigen Kartoffelschäler der Einrichtung liefern täglich frisch geschälte Erdäpfel. 27 körperlich oder geistig beeinträchtigte Mitarbeiter der Lebenshilfe befreien jede Woche sechs Tonnen Kartoffeln von ihren Schalen. Mit drei Tonnen pro Woche ist Volkswagen der größte Abnehmer.

Jeder kann hier mithelfen

„Wir wollen möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, ihren jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend zu arbeiten“, sagt Fred Raupers, Abteilungsleiter Bereich Nahrung der Lebenshilfe. Die Kartoffeln werden deshalb auf einer besonderen Schälstraße mit Hilfe einer Schälmaschine bearbeitet. „Die Art der Beeinträchtigung spielt keine Rolle, jeder kann hier mithelfen. Vom ganz Schwachen, der die Kartoffeln nur umdreht, bis hin zum Starken, der sie vierteln kann“, sagt Raupers.

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Hier eine Bilder-Galerie – viel Spaß beim Umblättern:

Die Lebenshilfe Gifhorn liefert jede Woche drei Tonnen Kartoffeln an die Betriebsrestaurants von Volkswagen. Die Knollen werden bei der Lebenshilfe noch per Hand geschält.

In herkömmlichen Betrieben gebe es beim Kartoffelschälen kaum noch Handarbeit. Das sei bei der Lebenshilfe anders. Hier sei die Schälmaschine so gebaut und eingestellt, dass noch genügend Arbeit für alle bleibt. Die Beschäftigten identifizierten sich mit ihrer Tätigkeit und wollten oft gar nicht nach Hause gehen. „Hier ist ihr Umfeld, hier sind ihre Freunde. Viele Mitarbeiter sehen einen großen Lebensinhalt in ihrer Arbeit“, erklärt Raupers.

Die Kartoffeln werden wöchentlich aus der Gegend angeliefert

Dietmar Schulz, Leiter Nahrungsmittelproduktion der Volkswagen Service Factory, erklärt: „Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Gifhorn ist aus zwei Gründen besonders schön für uns. Erstens bietet sie beeinträchtigten Menschen die Möglichkeit, mitzuarbeiten. Zweitens ist die Ware absolut regional. Sie wird wöchentlich aus der unmittelbaren Gegend angeliefert.“ Um zu sehen, was bei Volkswagen alles aus ihren Kartoffeln gemacht wird, hatte die Volkswagen Service Factory die ganze Schälmannschaft der Lebenshilfe sogar schon in die Zentralküche ins VW-Werk eingeladen. „Wir haben gesehen, wie stolz die Menschen darauf sind, indirekt für Volkswagen arbeiten zu können“, so Schulz.

VW-Betriebsrat setzt sich für Aufträge an die Lebenshilfe ein

Nicht nur in der Nahrungsmittelproduktion, sondern auch als Zulieferer der Montage sind die Beschäftigten der Lebenshilfe tätig. Der VW-Betriebsrat setzt sich dafür ein, dass die Aufträge an die Lebenshilfe und andere Werkstätten gesichert und ausgebaut werden. „Denn VW als größtes Unternehmen der Region trägt hier auch soziale Verantwortung“, betonen die zuständigen Betriebsräte Frank Paetzold und Siebert Kloster.

Manche Mitarbeiter schaffen es in den freien Arbeitsmarkt

Das Ziel der Lebenshilfe sei eine Qualifizierung der Mitarbeiter für den ersten Arbeitsmarkt, sagt Stefan Gerecke, Bereichsleiter Lebenshilfe Gifhorn. In manchen Fällen gehe der Weg von der Kartoffelschälerei in die Großküche der Lebenshilfe. Nach dieser höherwertigen Tätigkeit sei es dann sogar schon einigen Mitarbeitern mit Einschränkungen geglückt, den Sprung in den freien Arbeitsmarkt zu schaffen. „Einer unserer Mitarbeiter macht zum Beispiel gerade ein Praktikum in einer Metzgerei.“

Seit zwei Jahren beliefern die Gifhorner Volkswagen auch mit mehlig kochenden Kartoffeln. Seitdem gibt es auch den leckeren Kartoffelstampf in den Betriebsrestaurants von Volkswagen.

Von der Redaktion