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Volkswagen Volkswagen solidarisiert sich mit Flüchtlingen im Mittelmeer
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15:30 10.12.2019
Starkes Zeichen: Mit Rettungswesten an den Werkstoren und am Kraftwerk solidarisiert sich VW mit den Flüchtlingen im Mittelmeer. Quelle: VW Betriebsrat
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Wolfsburg

Es ist ein deutliches Signal, das der Betriebsrats, Vertrauenskörper und die Flüchtlingshilfe des Volkswagen Konzerns gesetzt haben. Weithin sichtbar prangen seit Dienstagmorgen orangefarbene Rettungsschwimmwesten an Kraftwerk und den Toren zum Wolfsburger VW-Werk – als Zeichen der Solidarität mit den vielen tausend Flüchtlingen, die sich durch das Mittelmeer kämpfen und oftmals dabei ihr Leben lassen müssen. „Seit 2014 sind über 19.000 Menschen bei ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken. Auf dieses erschreckende Situation wollen wir aufmerksam machen. Ich denke, es ist unsere Pflicht, im Freundeskreis, bei Verwandten und intern im Betrieb, aber eben nach Möglichkeit auch öffentlich für dieses Thema zu sensibilisieren und ein Bewusstsein zu schaffen“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Evangelische Kirche als Vorbild

Mit der Aktion schließen sich Gewerkschaft und Betriebsrat dem Engagement der breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung Seebrücke sowie der evangelischen Kirchen an. Diese unterstützen die Seenotrettung im Mittelmeer. Viele Kirchengemeinden in Niedersachsen erinnern bereits mit Rettungswesten an ihren Kirchtürmen an das Schicksal der Flüchtenden im Mittelmeer. Die evangelische Kirche plant derzeit sogar, ab Ostern 2020 ein eigenes Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken.

Zeichen gegen die Abschottungspolitik

Die Aktion ist gleichzeitig ein Zeichen gegen die fortschreitende Abschottungspolitik innerhalb der Europäischen Union, wie Vertrauenskörperleiter Wolfgang Kuznik deutlich machte. „„Das Mittelmeer ist ein Massengrab. Diese humanitäre Katastrophe vor den Toren der VW-Heimat Europa verdient mehr Aufmerksamkeit“, sagte er. „In der Belegschaft ist das Schicksal dieser Menschen auf der Flucht regelmäßig Thema. Das Leid im Mittelmeer geht uns alle etwas an. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung für diese Menschen und dürfen die Mittelmeerstaaten nicht mit dem Problem alleine lassen. Wir haben Mitarbeiter aus über 90 Nationen, es geht also auch ganz konkret um das Schicksal der Landsleute unserer Kollegen.“

Jahrelanges Engagement

Das Engagement für Flüchtlinge decke sich mit den Werten von Betriebsrat und Konzern, sagten Osterloh und Ariane Kilian, Leiterin der Konzern Flüchtlingshilfe. „Wir engagieren uns seit Jahren vielseitig und mit ganz konkreten Projekten für Flüchtlinge. Volkswagen unterstützt beispielsweise die Arbeit der Retter am Mittelmeer, unter anderem durch die Bereitstellung von Fahrzeugen für Hilfsorganisationen. Stolz können wir auch auf die vielen Volkswagen Beschäftigten sein, die sich ehrenamtlich für Geflüchtete engagieren“, betonte Kilian.

Starkes Zeichen: Mit Rettungswesten an den Werkstoren und am Kraftwerk solidarisiert sich VW mit den Flüchtlingen im Mittelmeer. Quelle: VW Betriebsrat

Die Arbeitnehmervertreter engagieren sich ebenfalls bereits seit längerem für Themen der Flucht. So hat die Volkswagen Belegschaftsstiftung seit 2015 mit dem Projekt „Step by Step“ zahlreiche junge Geflüchtete unterstützt. Die Stiftung erleichterte den Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren ein gutes Ankommen in der Wolfsburger Bildungs- und Schullandschaft.

Signal auch am Gewerkschaftshaus

Die Rettungswesten sollen auch über den Jahreswechsel hinaus hängen bleiben.Vertrauensleute und Betriebsrat rufen dazu auf, dass sich auch weitere Betriebe, Organisationen und Einrichtungen an der Aktion beteiligen. Die IG Metall in Wolfsburg macht als bundesweit größte Geschäftsstelle bereits mit: An der Außenfassade des Gewerkschaftshauses an der Siegfried-Ehlers-Straße wurde ebenfalls eine Weste befestigt. „Gerade in Zeiten des Rechtsruckes, der durch Europa geht, ist dieses Zeichen umso wichtiger“, sagte Ricarda Bier, Zweit Bevollmächtigte der Wolfsburger IG Metall.

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