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Volkswagen Entscheidung über VW-Werk in Türkei wegen Syrien-Offensive vertagt
Wolfsburg Volkswagen Entscheidung über VW-Werk in Türkei wegen Syrien-Offensive vertagt
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10:28 15.10.2019
Volkswagen plant ein neues Werk in der Türkei. Diese Pläne geraten jetzt ins Wanken. Quelle: AFP
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Wolfsburg

Der Volkswagen-Konzern hat die Entscheidung über den Bau eines neuen VW-Werks im türkischen Izmir verschoben. Grund dafür ist der Einmarsch der türkischen Truppen in Syrien. „Die Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt“, teilte ein Konzernsprecher am Dienstag mit.

Das Unternehmen beobachte die gegenwärtige Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die derzeitige Entwicklung. Zuvor hieß es lange Zeit, dass man in finalen Verhandlungen sei. Für den neuen Firmen-Standort in der Türkei hatte der Konzern schon einige Vorbereitungen getroffen und erst kürzlich eine Tochtergesellschaft in der westtürkischen Provinz Manisa gegründet.

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Auch vonseiten der Türkei gab es schon positive Rückmeldungen für die Ansiedlung von VW im Land. So hatte Staatschef Recep Tayyip Erdogan erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass die Führungsriege der AKP-Partei demnächst VW-Passat fahren werde.

Syrien-Offensive weltweit scharf kritisiert

Seit Mittwoch gehen türkische Truppen mit verbündeten Rebellen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien vor. Ankara betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

Diese Offensive der Türkei wird weltweit scharf kritisiert. Die Bundesregierung hat mit einem sofortigen Stopp der Waffenexporte an die Türkei reagiert. Viele weitere EU-Staaten haben sich dieser Entscheidung mittlerweile angeschlossen und exportieren ebenfalls keine Waffen mehr in die Türkei.

Doch nicht nur in der Politik sorgt das Thema für Konsequenzen. Nachdem der Fußballspieler Cenk Sahin auf Instagram seine Unterstützung für die umstrittene Operation des türkischen Militärs in Syrien bekundet hat, hat sich der FC St. Pauli mit sofortiger Wirkung von seinem Offensivspieler getrennt.

Von RND/jok/dpa