Volkswagen: Auftakt der Tarifrunde ohne Ergebnis
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Volkswagen: Auftakt der Tarifrunde ohne Ergebnis

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16:19 13.01.2021
Das erste Gespräch in der Tarifrunde bei Volkswagen brachte keine Annäherung.
Das erste Gespräch in der Tarifrunde bei Volkswagen brachte keine Annäherung. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Der Verhandlungsauftakt der Tarifrunde bei Volkswagen brachte wie erwartet kein Ergebnis. Die IG Metall fordert für die 120 000 Beschäftigten bei Volkswagen in den westdeutschen Werken Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Emden und Kassel sowie bei den Financial Services und Volkswagen Immobilien eine Entgelterhöhung von vier Prozent ab dem 1. Januar 2021, Verbesserungen bei der 2019 neu eingeführten tariflichen Freistellungszeit sowie die Fortschreibung der Ende 2020 ausgelaufenen Garantie zum Angebot von jährlich 1400 neuen Ausbildungsplätzen für die kommenden zehn Jahre.

Verhandlungsführer und IG Metall Bezirksleiter Thorsten Gröger verwies darauf, dass für das aktuelle Jahr mit einer verbesserten konjunkturellen Lage zu rechnen wäre, zumal jetzt durch das Vorhandensein eines Impfstoffes Licht am Ende des Pandemietunnels zu sehen sei. Die Belegschaft habe während der Pandemie tollen Einsatz gezeigt und müsse jetzt dafür belohnt werden.

VW ohne Bekenntnis zur Ausbildungsgarantie

VW-Verhandlungsführer Arne Meiswinkel stellte klar, dass der neue Tarifvertrag „Stärke und Verlässlichkeit“ in der Transformation gewährleisten müsse. Er verwies auf die angespannte Situation, in der sich das Unternehmen befände. „Wir verzeichnen eine starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und gleichzeitig haben wir coronabedingt Lieferengpässe und damit verbunden auch Kurzarbeit in Teilen der Belegschaft. Zudem gilt es weiterhin in die Zukunft zu investieren, ohne dabei die notwendige Kostendisziplin zu vernachlässigen. Für Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen ist das ein Kraftakt“, sagte Meiswinkel.

Arne Meiswinkel: „Volkswagen steht für erstklassige Ausbildung am Puls der Zeit.“ Quelle: Volkswagen AG

Auch in Sachen Ausbildungsgarantie ließ er ein klares Bekenntnis vermissen. „Volkswagen steht für erstklassige Ausbildung am Puls der Zeit – das ist unser Versprechen, daran halten wir fest. Dabei gilt es aber auch die Gesamtsituation des Unternehmens zu berücksichtigen, um die Ausbildung in Quantität und Ausrichtung optimal an den Erfordernissen zu orientieren“, so Meiswinkel.

IG Metall ist von VW enttäuscht

Die IG Metall zeigte sich von der VW-Haltung während der ersten Gesprächsrunde enttäuscht. „Leider hat sich Volkswagen zu keiner der Kernforderungen heute konkret geäußert, sondern nur in das allgemeine Klagelied der Arbeitgeberverbände in der Metall- und Elektroindustrie eingestimmt.“, so Gröger. Für die kommende Verhandlung am 29. Januar erwarte er ein deutliches Zeichen von Volkswagen und verwies auf das Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie Anfang März 2021: „Die Beschäftigten bei Volkswagen werden sich solidarisch mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Fläche zeigen.“

Von Steffen Schmidt