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Volkswagen VW: Keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen in neueren Diesel-Autos
Wolfsburg Volkswagen VW: Keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen in neueren Diesel-Autos
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22:49 12.09.2019
In einer Autowerkstatt: Ein Kfz-Mechaniker arbeitet an einem VW-Motor des Typs EA189, bei dem eine illegale Abschaltvorrichtung eingebaut wurde. Quelle: dpa
Wolfsburg

Volkswagen hat nach eigener Darstellung in neueren Diesel-Autos keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen zur Manipulation der Abgaswerte eingebaut. Nach aktuellem Stand sei „nichts Illegales passiert“, sagte ein VW-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er reagierte damit auf einen Bericht des SWR, nach dem auch in neuere Diesel-Motoren mit der Abgasnorm Euro 6 eine Software eingebaut sei, die erkenne, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet, eine so genannte „Zykluserkennung“. Konkret geht es dem SWR-Bericht zufolge um den Nachfolger des Skandalmotors EA189, EA288.

Keine Beeinflussung der Abgassteuerung

Ein VW-Sprecher erklärte, es sei nicht verboten, so genannte „Fahrkurven“ festzulegen. Dabei werden bestimmte Eigenschaften eines Autos so eingestellt, dass prinzipiell auch erkannt werden kann, ob es sich gerade in einem Prüfstandstest befindet. Diese Einstellungen dürften von Entwicklern aber nicht dazu genutzt werden, etwa die Abgassteuerung zu beeinflussen. Hinweise darauf, dass so etwas geschehen sein könnte, habe man nicht.

Auch nach Erkenntnissen des Bundesverkehrsministeriums seien keine illegalen Abschalteinrichtungen in die Motorsoftware neuer Dieselautos eingefügt. „Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zu diesen Modellen bereits in 2016 eigene Messungen, Untersuchungen und Analysen durchgeführt“, erklärte das Ministerium am Donnerstag und bezog sich dabei auf Fahrzeuge mit dem Motortyp EA 288. Die Vorwürfe gegen den Autobauer seien „nicht neu“. Aber: „Unzulässige Abschalteinrichtungen konnten nicht festgestellt werden – auch nicht in Gestalt einer unzulässigen Zykluserkennung.“

Verdacht stand schon 2015 im Raum

Bereits im Herbst 2015 kurz nach dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals mit dem Motor EA189 im Zentrum war der Verdacht aufgekommen, auch das neuere Aggregat EA288 könne von Manipulationen betroffen sein. Schon damals kam VW „nach gründlicher Prüfung“ zu dem Ergebnis, dass in beiden EA288-Varianten – mit Euro 6 und der früheren Abgasnorm Euro 5 – „keine Software verbaut ist, die eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung darstellt“. Der SWR beruft sich nun auf interne VW-Unterlagen von Ende 2015, in denen detailliert beschrieben werde, wie eine „Zykluserkennung“ im EA288 funktioniere.

Bei der vor vier Jahren in den USA aufgedeckten Abgasaffäre, die den VW-Konzern bereits viele Milliarden Euro gekostet hat, geht es rein technisch darum, dass eine VW-Software erkennt, dass das Auto auf Abgas-Prüfständen getestet wird. Die Einstellungen werden dann so geändert, dass die Richtwerte erreicht werden. Draußen auf der Straße im Alltag sind die Werte dann höher, und die Angaben aus der Laborsituation werden deutlich überschritten.

Von der Redaktion

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