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Volkswagen VW baut Komponenten-Werke für E-Mobilität um
Wolfsburg Volkswagen VW baut Komponenten-Werke für E-Mobilität um
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14:00 15.07.2019
Gestern Motorenschmiede – heute Elektropionier: Das VW-Werk Salzgitter liefert Rotor und Stator für E-Antriebe und bekommt eine Pilotanlage zur Batteriezellfertigung. Quelle: Volkswagen
Wolfsburg

Volkswagen stellt durch den Schwenk zur Elektromobilität auch die Produktion in den Komponentenwerken um. Dort werden die zentralen Bauteile für die neuen E-Fahrzeuge entwickelt und produziert: Der E-Antrieb kommt aus Kassel, der Standort Salzgitter liefert den hessischen Kollegen Rotor und Stator zu. Das Werk Braunschweig entwickelt und fertigt das Batteriesystem, andere Werke steuern Guss- oder weitere Bauteile bei.

Im VW-Werk Zwickau ist die Vorserienproduktion des Elektroautos ID.3 bereits angelaufen. „Der erfolgreiche Anlauf des ID.3 ist ein Meilenstein für unseren Konzern“, sagt Thomas Schmall, Vorstandschef der Konzern-Komponente. Für die Produktion der Elektroautos werden ihm zufolge die Komponentenwerke eigens umgebaut. „Dabei spezialisieren wir einzelne Standorte und nutzen gleichzeitig die Synergien der Verbundfertigung“, so Schmall.

E-Antrieb: Schlüsselrolle für das Werk Kassel

Das Werk der Konzern-Komponente in Kassel liefert die elektrischen Antriebe und zudem Plattformteile für den ID.3. Neben dem Direktschaltgetriebe DSG werden künftig vor allem E-Antriebe für den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) gefertigt. Zusammen mit Teilen aus den Komponentenwerken Salzgitter, Poznań und Hannover werden am Standort Kassel alle Bauteile zum E-Antrieb zusammengefügt.

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Kassel fertigt dabei die E-Antriebe für alle MEB-Fahrzeuge für Europa und Nordamerika. Die Produktion der Vorserienantriebe ist bereits angelaufen, künftig werden bis zu 500.000 elektrische Antriebe pro Jahr das Werk verlassen. Kassel kooperiert eng mit dem chinesischen Werk Tianjin, wo parallel der E-Antrieb für den chinesischen Markt produziert wird.

Neben dem E-Antrieb werden in Kassel zudem tragende Bau- und Karosserieteile für den ID.3 gefertigt: Teile des ultrafesten Rahmen für den Batteriekasten, Dämpferaufnahmen, Querträger und der Tunnel. Die Kasseler Plattformteile werden anschließend im Werk Zwickau zur fertigen Fahrzeugkarosse verbaut.

Rotor und Stator aus Salzgitter

Das Komponentenwerk Salzgitter hat sich zusätzlich zur konventionellen Motorenfertigung auf die Produktion von Rotor und Stator, zwei elementaren Bauteilen des E-Antriebs, spezialisiert. Neben Otto-, Diesel- und Erdgas-Antrieben werden hier pro Tag künftig bis zu 2000 Einheiten Rotor und Stator produziert. Um diese hohe Stückzahlen zu realisieren, wird in der Statorfertigung eine selbstentwickelte neue Hairpin-Technologie eingesetzt. Das ermöglicht verbesserte Leistungsdaten bei kürzeren Fertigungszeiten.

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Am Standort Salzgitter baut VW im so genannten Center of Excellence (CoE) das Batteriefachwissen auf und eröffnet noch in diesem Jahr eine Pilotanlage zur Batteriezellfertigung. 2020 folgt die Pilotanlage für das Batterierecycling. In beiden Pilotanlagen sollen Kompetenz und Industrieprozesse aufgebaut werden.

Batteriesystem aus Braunschweig

Am Standort Braunschweig wird das Batteriesystem für den ID.3 gefertigt. Eigens für die Produktion des äußerlich an eine Schokoladentafel erinnerndes Batteriesystem wird eine neue Halle errichtet – in der Fläche so groß wie neun Fußballfelder. Die Eröffnung ist für das vierte Quartal 2019 vorgesehen. Rund 2000 Batteriesysteme werden hier künftig täglich gefertigt und zur Fahrzeugproduktion nach Zwickau geliefert. Bereits seit 2013 baut der Standort Braunschweig seine Batteriekompetenz aus, sowohl in der Entwicklung kompletter Systeme als auch in der Fertigung. Aktuell werden die bereits hergestellten MEB-Batteriesysteme einer mehrwöchigen Härteprüfung unterzogen und auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse fließen anschließend in die weitere Entwicklung ein.

Der Standort Braunschweig stellt zudem Fahrwerkskomponenten her und montiert die Vorder- und Hinterachsen. Dazu zählen unter anderem die Schweißgruppen und Lenksysteme, aber auch die Antriebsgelenkwellen aus dem Standort Fahrwerk Wolfsburg.

Die Pläne von VW zur Elektromobilität

Volkswagen setzt voll auf die Elektromobilität und investiert viele Milliarden Euro. Weiterführende Links zum Thema:

– 17.03.2019 – VW-Chef Diess: Elektroantrieb hat Schlüsselrolle bei Klimawandel

– 12.03.2019 – Pläne: Volkswagen will in zehn Jahren 22 Millionen E-Autos bauen

– 12.03.2019 – Kommentar: VW setzt auf E-Mobilität – und muss diesmal glaubwürdig liefern

– 04.03.2019 – Elektromobilität: VW öffnet E-Baukasten auch für andere Hersteller

– 15.02.2019 – E-Mobilität: VW verlangt Unterstützung der Politik

– 13.02.2019 – Aus der Krise: VW investiert in neue E-Modelle

– 16.11.2018 – Aufsichtsratssitzung: VW investiert 44 Milliarden Euro in E-Autos und Digitales

– 14.11.2018 – Elektro-Offensive: VW will E-Autos auch in Emden und Hannover bauen

– 16.10.2018 – VW-Chef warnt: Deutscher Strommix schlecht für E-Mobilität

Von der Redaktion

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