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Volkswagen IG-Metall gibt sich selbstbewusst und kämpferisch
Wolfsburg Volkswagen IG-Metall gibt sich selbstbewusst und kämpferisch
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08:54 23.11.2019
Kundgebung der IG-Metall zur Tarifrunde 2018: Auch diesmal gibt sich die Gewerkschaft kämpferisch. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Das Jahr 2020 wird in der Metallbranche gewissermaßen zum Jahr in Entscheidung: Nicht nur bei VW steht die neue Tarifrunde an, sondern auch in der Fläche wird die IG Metall neue Verträge aushandeln. Eine komfortable Position, mit der sich viel Druck ausüben lässt. Auch deshalb gehen die Gewerkschaft und der VW-Betriebsrat kämpferisch in die Tarifrunde. In dieser wird die Erhöhung der Entgelte eine wichtige Rolle spielen. Die Arbeitnehmervertreter machen schon zum Auftakt der innergewerkschaftlichen Forderungsdebatten deutlich: Mit großen Zugeständnissen ist trotz des belastenden Strukturwandels in der Automobilindustrie von Gewerkschaftsseite nicht zu rechnen.

Volkswagen stehe gut dar – dank der Belegschaft

Auch weil gewissermaßen auf hohem Niveau gejammert werde. „Volkswagen steht geschäftlich sehr gut da, und das ist in erster Linie der guten Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen zu verdanken“, so VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Trotz Diesel-Affäre und kriselnder Märkte steigere VW Umsatz und Gewinn. „Unser Unternehmen gewinnt Marktanteile, weil unsere Fahrzeuge Kunden überall auf der Welt überzeugen. Diese Fahrzeuge werden von unseren Beschäftigten in Top-Qualität konstruiert, gebaut und ausgeliefert“, betont Osterloh.

Zukunftspakt schon fast erfüllt

 Und auch an der Steigerung der Effizienz und Profitabilität des Unternehmens hätten die Beschäftigten entscheidenden Anteil. „Die Belegschaft hat vor allem über den Zukunftspakt die Produktivität deutlich verbessert“, weiß Osterloh. Schon jetzt seien die im Zukunftspakt geplanten Einsparungen fast erreicht. „Darum steht der Belegschaft jetzt ein fairer Anteil am Unternehmenserfolg zu“, fordert der Betriebsratschef.

Niedrige Löhne schwächen die Wirtschaft

Das sieht auch Thorsten Gröger so. Der Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist überzeugt, dass vor diesem Hintergrund ein fairer Anteil am Unternehmenserfolg für die Beschäftigten gerechtfertigt ist. Auch wenn Volkswagen die Auswirkungen der Transformation mit der Umstellung auf Elektromobilität und Digitalisierung zu spüren bekomme, sei Lohnzurückhaltung kein Mittel, um darauf zu reagieren. Denn – so die Argumentation – nur durch privaten Konsum sei die deutsche Wirtschaft trotz schwächelnder Konjunktur und angespannter Lage auf dem Weltmarkt bisher vor einer ernsten Krise bewahrt worden. Niedrigere Löhne würden deshalb den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen.

Selbstbewusst in die Verhandlungen

Auch mit Blick auf die Erfolge in der letzten Tarifrunde war die Stimmung beim ersten Treffen der Tarifkommission deshalb gut. Es gebe keinen Grund zur Bescheidenheit. „Wir gehen selbstbewusst in die Tarifrunde“, fassen Gröger und Osterloh das Meinungsbild zusammen. „Uns geht es um eine faire Verteilung und die Erhöhung der Reallöhne, um die Konjunktur weiter zu stärken.“

So läuft die Tarifrunde

Am 13. November hat die Tarifkommission von Volkswagen die Forderungsdebatte eröffnet. Bis zum 16. Januar werden jetzt an allen Standorten mögliche Forderungen diskutiert. Ende Februar wird dann der abschließende Forderungskatalog für die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite beschlossen. Diese beginnen spätestens am 2. April. Die aktuellen Tarifverträge und damit auch die Friedenspflicht endet am 28. April bei VW und am 29. April in der Fläche. Ab dann sind auch erste Warnstreiks möglich.

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