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Volkswagen VW: Osterloh und Diess legen Streit bei
Wolfsburg Volkswagen VW: Osterloh und Diess legen Streit bei
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23:59 10.03.2017
Streit beigelegt: VW-Markenvorstand Herbert Diess (l.) und Betriebsratschef Bernd Osterloh äußerten sich in einem gemeinsamen Interview. Quelle: Archiv
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„Auch aus meiner Sicht sind die Unstimmigkeiten ausgeräumt. Und sie haben die laufende Umsetzung des Zukunftspakts nicht behindert, sondern auch daran wurde weiter hart gearbeitet“, ergänzte Diess.

Der VW-Markenchef räumte zugleich Fehler in der Kommunikation ein, als er öffentlich die Frage aufgeworfen hatte, ob Gewerkschaftsmitglieder bei Volkswagen Karrierevorteile haben. „Mir ist klar, dass auch ich mit meinen Äußerungen zu IG Metall und Betriebsrat manche Irritationen ausgelöst habe. Das bedauere ich. Die Mitbestimmung sehe ich als einen Grundpfeiler des Unternehmens“, sagte Diess.

Bei VW hatten sich Management und Betriebsrat in den vergangenen Wochen um den tiefgreifenden Umbau des Autobauers gestritten. Der Betriebsrat hatte Markenchef Diess Wortbruch bei der Umsetzung des Zukunftspakts vorgeworfen, etwa bei der Zahl der Leiharbeiter, die VW verlassen müssen. „Es war aber kein persönlicher, sondern ein grundlegender Konflikt zwischen dem Konzernbetriebsrat und dem Markenvorstand“, sagte Osterloh und ergänzte: „Die positive Seite ist: Allen Beteiligten geht es um Volkswagen.“ Auch Diess betonte den notwendigen „Schulterschluss“ bei der Umgestaltung der Marke VW. Dabei seien „Reibungspunkte“ völlig normal. „Mir ist es wichtig, die entscheidenden Themen am Anfang des Weges anzugehen - nicht erst zwischendurch oder gar am Ende, wenn es zu spät ist“, so der Markenchef.

Mit dem Zukunftspakt soll die Ertragskraft der gewinnschwachen Marke VW gesteigert werden. Dabei ist auch der Abbau von bis zu 23.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vorgesehen, etwa durch Altersteilzeit. „Es liegen inzwischen mehr als 6000 Unterschriften für diese Verträge vor. Damit können andere Mitarbeiter nachrücken oder wir nutzen die freiwerdenden Kapazitäten für Zukunftsaufgaben“, erläuterte Diess. Auch der interne Arbeitsmarkt mache Fortschritte. „Wenn wir auf unsere Komponentenwerke schauen, dann wird das deutlich“, sagte Osterloh. „Der Personalumfang ist dort bis Ende Januar um fast 1000 Mitarbeiter gefallen. Die Fabrikkosten liegen dort inzwischen um 120 Millionen Euro niedriger als vor dem Zukunftspakt.“

Für viele Leiharbeiter bei VW wird es keine Weiterbeschäftigung mehr geben. „Wir erwarten aber, dass wir gemeinsam schauen, ob es auch für diese Kollegen Alternativen gibt“, sagte Osterloh. So werden etliche Leiharbeiter aus Wolfsburg nun an den Standorten in Kassel und Hannover eingesetzt Weiteren 100 Zeitarbeitern soll eine Perspektive in der Produktion des neuen E-Fahrzeugs bei Porsche geboten werden.

Bei der Umsetzung des Zukunftspakts kommt VW laut Diess gut voran. Die Fixkosten der Marke seien im vergangenen Jahr erstmals seit 2007 gesunken, allein in Deutschland um 300 Millionen Euro. „Auch damit konnten wir den Druck auf unsere Margen ausgleichen und 2016 ein stabiles Geschäftsergebnis erreichen“, sagte Diess und ergänzte: „In der Produktion verbessern wir die Prozesse und in den indirekten Bereichen bauen wir Bürokratie ab. Das hilft Tag für Tag den Mitarbeitern, die sich besser auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können.“

Der Zukunftspakt sieht außerdem den Aufbau von 9000 Zukunftsarbeitsplätzen bei VW in Deutschland vor. „Die IT-City (in Kästorf) wird das Power-House für die Digitalisierung“, betonte der Betriebsratschef. Zur Beschäftigungssicherung soll im Werk Wolfsburg ab 2018 auch ein Geländewagen der Marke Seat vom Band laufen.„In Wolfsburg läuft die Einrüstung des Seat-SUV voll nach Plan, die Bauarbeiten sind schon terminiert. Die Werkplanung hat da hoch flexibel gearbeitet und die Hebel in rekordverdächtiger Zeit in Bewegung gesetzt“, sagte Osterloh.

htz

Der Volkswagen-Konzern hat sich im Skandal um manipulierte Abgaswerte vor einem US-Gericht in mehreren Punkten schuldig bekannt. Chefjurist Manfred Döss bestätigte am Freitag dem zuständigen Richter Sean Cox in Detroit das vor zwei Monaten im Rahmen eines Vergleichs mit dem US-Justizministerium abgegebene Geständnis im Namen des Autobauers.

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