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Volkswagen VW-Konzern muss Produktion von über 200.000 Autos verschieben
Wolfsburg Volkswagen VW-Konzern muss Produktion von über 200.000 Autos verschieben
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18:01 08.06.2018
Golf-Produktion im VW-Werk in Wolfsburg: Nach den Werksferien werden hier die Bänder tageweise gestoppt. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Der Volkswagen-Konzern muss wegen der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP in der zweiten Jahreshälfte die Produktion von bis zu 250.000 Fahrzeugen verschieben. „Mit Hochdruck arbeiten wir an weiteren Maßnahmen, um die Auswirkungen auf unsere Produktion so gering wie möglich zu halten. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es zu temporären Produktionsengpässen kommen wird und es Auswirkungen auf unsere Auslieferungen gibt“, sagte ein VW-Sprecher am Freitag der WAZ.

Konzernchef Herbert Diess hatte bereits bei der Betriebsversammlung in dieser Woche angekündigt, dass es in Wolfsburg nach dem Werksurlaub zu Produktionsausfällen und Schließtagen kommen wird.

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Laut „Spiegel“ ist der WLTP-Test ein Milliardenrisiko für VW

Einem Bericht des „Spiegel“ (Samstag) zufolge kalkuliert Volkswagen das Risiko möglicher Verluste gegenüber der ursprünglichen Produktions- und Verkaufsplanung inzwischen auf eine mittlere sechsstellige Zahl an Fahrzeugen. Diese Neuwagen erreichten die Händler womöglich verspätet oder gar nicht, weil sie nicht rechtzeitig ein WLTP-Zertifikat erhalten haben. Für den VW-Konzern sei dies ein Milliardenrisiko, heißt es in dem Bericht.

Ein VW-Sprecher erklärte dazu, der Konzern rechne „mit einem Effekt von etwa 200.000 bis 250.000 Fahrzeugen, die wir später als ursprünglich geplant bauen werden“. Finanzielle Auswirkungen könnten sich durch erhöhte Lagerbestände ergeben. „Außerdem sind Auswirkungen durch zeitlich begrenzte Einschränkungen beim Modell-Mix möglich, da temporär eventuell nicht alle Varianten verfügbar sein werden“, erläuterte der VW-Sprecher.

VW bestätigt die Jahresziele für 2018

Der Konzern habe in den vergangenen Monaten ausdrücklich auf das Risiko durch die neue Testprozedur WLTP hingewiesen und die Auswirkungen im Konzern-Ausblick 2018 berücksichtigt. „Insgesamt bestätigen wir die für 2018 gesetzten Ziele“, betonte der Sprecher.

Ab September dürfen Autobauer nur noch Neufahrzeuge verkaufen, die Typgenehmigungen mit dem neuen Testverfahren haben. Bei den Autobauern mangelt es aber unter anderem an Prüfständen. „Wir müssen allein bei der Marke Volkswagen innerhalb kürzester Zeit über 200 Modellvarianten neu prüfen und zulassen“, hatte VW-Konzernchef Diess bei der Betriebsversammlung in Wolfsburg erklärt. Die neue Testprozedur WLTP sei viel komplexer und dauere länger, der gesamte Prüfaufwand sei drei- bis viermal so hoch wie bisher.

Produktion im VW-Werk Wolfsburg wird tageweise gestoppt

Im VW-Werk Wolfsburg werden nach den Werksferien nur noch Fahrzeuge gebaut, die die neuen Vorgaben erfüllen. Bis Ende September plant der Autobauer, seine Produktion tageweise zu stoppen, damit nicht zu viele Fahrzeuge zwischenzeitig gelagert werden müssen.

Von Florian Heintz

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