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Volkswagen VW-Betriebsrat: Klimapolitik gefährdet Industriestandort Deutschland
Wolfsburg Volkswagen VW-Betriebsrat: Klimapolitik gefährdet Industriestandort Deutschland
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13:28 05.08.2019
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: Er sieht deutschen Industriestandort durch die aktuelle Klimapolitik in Gefahr. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Wolfsburg

Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh bezeichnet die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung als Gefahr für den Industriestandort Deutschland. „Wir riskieren, was uns stark gemacht hat“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Politik warf er vor, zwar Verbrennungsmotoren möglichst schnell abschaffen zu wollen, aber gleichzeitig den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Autos zu lange vernachlässigt zu haben.

Er befürchte, dass die Kunden die Elektroautos am Ende stehen ließen, weil es schlicht keine Ladeinfrastruktur gebe. „Die Frage ist doch, ob wir überhaupt die richtigen Leitungen und Ladestationen haben, damit der Strom für die Elektromobilität dorthin kommt, wo sie benötigt wird.“

Manche Unternehmen müssten vielleicht bald schließen

Vor allem die Autozulieferer litten derzeit dramatisch unter der Situation der Branche, sagte Osterloh weiter. In ganzen Landstrichen könnte es seiner Einschätzung nach sein, dass deswegen bald Unternehmen schließen müssen. „Das untergräbt auch unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt“, warnte Osterloh. „Das scheint aber in Berlin die Politik nicht zu interessieren.“

Ihn regten die politischen Diskussionen „echt auf, in denen Leute mit Altbauwohnungen in der Innenstadt von Berlin oder Stuttgart das Auto verteufeln, weil die nächste U-Bahn-Haltestelle höchstens Minuten entfernt ist“, sagte der VW-Betriebsratschef. Deutschland sei gerade wegen seiner starken Industrie 2008 besser als andere Länder durch die internationale Finanzkrise gekommen.

Osterloh mahnt einen Masterplan zur Mobilität der Zukunft an

Wenn die Politik jetzt sage, dass Deutschland möglichst schnell keine Verbrennungsmotoren mehr wolle, dann müsse sie sich fragen, ob das Thema Mobilitätswende überhaupt noch in Deutschland stattfinden werde. „Die Politik muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie Deutschland als eines der führenden Industrieländer bewahren will“, sagte Osterloh.

Bei der Wende zur Elektromobilität warf der VW-Betriebsratschef der Politik vor, den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu lange vernachlässigt zu haben. „Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Berlin-Mitte“ lebten in Mehrfamilienhäusern, sagte er. „Wie soll das aussehen, schmeißen die Menschen dann aus dem vierten Stock ihre Kabel aus dem Küchenfenster?“, so Osterloh. Er mahnte einen Masterplan zur Mobilität der Zukunft an. „Ich sehe in der Politik zu wenige, die das ernsthaft zu ihrem Thema machen“, sagte Osterloh der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Die deutsche Autoindustrie steht selbst in der Kritik, das Thema alternative Antriebe lange vernachlässigt zu haben.

Von dpa/der Redaktion