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Volkswagen VW: Beschäftigte sind sauer auf den Vorstand
Wolfsburg Volkswagen VW: Beschäftigte sind sauer auf den Vorstand
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16:03 21.03.2019
Die Stimmung ist angespannt: Auch nach der Mammut-Betriebsversammlung sind die VW-Mitarbeiter weiter beunruhigt. Quelle: VW-Betriebsrat/Kevin Nobs
Wolfsburg

Die wirtschaftlichen Zahlen sind gut, die Stimmung ist dennoch angespannt bei Volkswagen. Viele VW-Mitarbeiter sind nach der über fünfstündigen Mammut-Betriebsversammlung am Mittwoch in Halle 11 nach wie vor beunruhigt und frustriert – sie hatten auf Klarheit gehofft, doch VW-Chef Herbert Diess habe keine Antworten auf konkrete Fragen gegeben.

Keine Antworten von Herbert Diess

Viele von ihnen trugen ihren Unmut mit Plakaten auch nach außen: „Es geht um unsere Zukunft!“ Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh stellte VW-Chef Herbert Diess konkrete Fragen: Wer ist schuld am WLTP-Debakel? Wer ist für die Verzögerung von neuen Fahrzeugprojekten verantwortlich? „Auf diese Kritikpunkte ist Herbert Diess in keiner Weise eingegangen“, berichtete ein VW-Mitarbeiter aus der TE (50). „Das ist eine Frechheit.“ Statt seine Leute zu beruhigen, schüre der Vorstand Ängste, sagt ein Mitarbeiter (57) der Service Factory: „Der Vorstand droht mit der Ausgliederung von Dienstleistern wie Wirtschaftsbetrieben oder Werkssicherheit.“ Solche Äußerungen würde die ohnehin schlechte Stimmung im Werk nicht gerade verbessern. Zumal sich frisch Ausgelernte darüber beschweren würden, dass der Vorstand lieber Externe einstelle statt seine eigenen Leute zu übernehmen. Azubis seien sauer auf Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche: Der hatte gefordert, nicht jedes Jahr 1500 Auszubildende automatisch zu übernehmen.

„Leute haben die Nase voll“

Nach der Versammlung hörte sich die WAZ an den Werkstoren um – nach wie vor herrscht Unsicherheit bei den Mitarbeitern: „Die Leute haben schlicht die Nase voll“, betonte ein 40-jähriger VW-Mitarbeiter (Rohbau). „Der Vorstand verursacht Skandale, und wir müssen es ausbaden.“

VW-Chef Herbert Diess und Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh sprachen am Mittwoch zur Belegschaft. Zuvor gab es eine hochkarätig besetzte Talkrunde mit Jogi Löw, Oliver Bierhoff und Nationalspieler Kevin Trapp.

Die Folgen der Digitalisierung spüre man doch jetzt schon, so ein 31-Jähriger aus der Produktion: „Leute gehen, die Arbeit bleibt – wir müssen sie einfach mit weniger Leuten erledigen.“ Natürlich lasse die Motivation nach, gibt ein andere (31, Produktion) zu bedenken: „Zumal der Krankenstand immer höher wird. Die Leute können die Mehrarbeit körperlich gar nicht mehr leisten.“

„Marsch aufs Verwaltungshochhaus“

Ein anderer VW-Mitarbeiter (57, TE) sagte zur WAZ: „Mich beunruhigt das Ganze. Den Vorstand kann man nicht mehr einschätzen. Bernd Osterloh ist gerade genau der Richtige zu diesem Zeitpunkt.“ Gehe es so weiter, sagt sein Kollege (ebenfalls 57), „droht der nächste Marsch aufs Verwaltungshochhaus“ – das könne doch keiner wollen.

Die VW-Betriebsversammlung im Überblick

Weiterführende Links zur VW-Betriebsversammlung vom 20.03.2019 in Wolfsburg:

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Protest-Plakate und Bedingungen: 20.000 Beschäftigte bei VW-Betriebsversammlung

„Das schaffen wir!“: Das sagt VW-Vorstand Herbert Diess

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Von Carsten Bischof

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