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Volkswagen VW-Aufsichtsräte fordern Aufklärung und Konsequenzen
Wolfsburg Volkswagen VW-Aufsichtsräte fordern Aufklärung und Konsequenzen
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10:29 30.01.2018
Bernd Osterloh: Der VW-Betriebsratschef fordert Aufklärung zur Verstrickung des Konzerns in Tierversuche.   Quelle: dpa
Wolfsburg

 „Als VW-Konzernbetriebsrat sind wir erschüttert. Hier sind offensichtlich ethisch-moralische Grenzen überschritten worden.“ Für die Volkswagen-Beschäftigten distanziere er sich klar, so Osterloh.

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bezeichnete die Diesel-Schadstofftests mit Affen als „in keinster Weise nachvollziehbar“. „Im Namen des gesamten Aufsichtsrates distanziere ich mich mit allem Nachdruck von derlei Praktiken“, sagte Pötsch am Montag in Wolfsburg. Die Vorgänge müssten „vorbehaltlos und vollständig aufgeklärt werden“. Er kündigte an, dass sich der Aufsichtsrat bald mit dem Thema beschäftigen werde. „Ich werde alles dafür tun, dass der Vorgang umfassend untersucht wird. Wer auch immer dafür Verantwortung zu tragen hat, ist selbstverständlich zur Rechenschaft zu ziehen.“

„Absurd und widerlich“

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil forderte umfassende Aufklärung. Geklärt werden müsse auch, ob es weitere Testreihen dieser Art und zu diesem Zweck an und mit Menschen gegeben habe, sagte der SPD-Politiker, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, am Montag in Hannover. Bereits am Wochenende habe er die Versuche als „absurd und widerlich“ bezeichnet – dies gelte erst recht, wenn es zu Versuchen an Menschen gekommen sein sollte. Die Vertreter des Landes Niedersachsens im Aufsichtsrat wollten „noch heute“ eine dringliche Aufforderung zur Aufklärung an den Volkswagen-Vorstand richten.

Volkswagen hatte sich zuvor für die Versuche in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden waren. Diese Tests waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Die EUGT („Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“) - eine von VW, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - hatte die Studie in Auftrag gegeben. Federführend war laut Studienleiter dabei VW.

„Keine akzeptable Begründung“

Weil betonte, das Verhalten des Konzerns müsse in jeder Hinsicht auch ethischen Ansprüchen genügen. Es wäre im Interesse aller gewesen, wenn der Vorgang früher bekannt gewesen wäre. Maßgeblich sei der Zweck solcher Testreihen – gehe es darum, die Belastung am Arbeitsplatz zu testen, lasse sich das vertreten. Dienten die Testreihen aber Marketing und Verkaufsförderung, „fällt mir keine auch nur von ferne akzeptable Begründung für ein solches Vorgehen ein“. Das Land Niedersachsen ist VW-Großaktionär.

Von dpa