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Volkswagen Unerlaubte Werbung mit Kunstwerk: Ai Weiwei klagt gegen VW
Wolfsburg Volkswagen Unerlaubte Werbung mit Kunstwerk: Ai Weiwei klagt gegen VW
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17:49 23.05.2019
Streit mit Volkswagen:Der chinesische Künstler Ai Weiwei klagt gegen den Autobauer. Quelle: dpa
Wolfsburg

Der chinesische Starkünstler Ai Weiwei verklagt Volkswagen, weil der Autohersteller eines seiner Kunstwerke ohne Erlaubnis in einer Anzeige für das Unternehmen verwendet haben soll. Auf Instagram postete Ai Weiwei jetzt ein Selfie mit einer klaren Botschaft: Darauf blickt er ernst in die Kamera und hält sich den Mittelfinger vors Gesicht – dahinter prangt das VW-Logo. Unter dem Foto steht: „Auf dem Weg nach Kopenhagen, um der Verhandlung in unserem Prozess gegen Volkswagen beizuwohnen.“

Der Hintergrund ist ein Streit zwischen dem politischen Künstler und dem dänischen Partner von Volkswagen, Skandinavisk Motor, der derzeit vor einem Gericht in Kopenhagen ausgetragen wird. Die Auseinandersetzung dreht sich um das KunstwerkSoleil Levant“ (2017), das von Juni bis Oktober 2017 an der Fassade von Kopenhagens Kunsthalle Charlottenburg angebracht war.

Mehr zum Thema: Klage von Ai Weiwei gegen VW – „Das nehme ich dem Fotografen nicht ab“

Dabei handelt es sich um eine Installation mit 3500 Rettungswesten, die von Flüchtlingen auf dem gefährlichen Seeweg nach Europa getragen wurden. Später bildete das Kunstwerk den Hintergrund für eine Polo-Werbeanzeige von Volkswagen, wie Ai Weiwei im vergangenen März in einem Instagram-Post erklärte.

Ai Weiwei schrieb, dass sein Werk ohne Erlaubnis verwendet wurde. „Ich verklage Volkswagen in Dänemark wegen Verletzung meines geistigen Eigentums und meiner moralischen Rechte“, heißt es in dem Instagram-Post. „Das verletzende Material wurde an über 200.000 Menschen verteilt, was den falschen Eindruck erweckte, dass ich Volkswagen ermächtigt hatte, meine Kunstwerke in der Anzeige für den neuen Polo zu verwenden.“ In einem Gastbeitrag für den „Guardian“ schreibt Ai Weiwei dazu: „Diese falsche Darstellung schadet meinem künstlerischen Ruf und meiner lebenslangen Arbeit für die Verteidigung der Menschenrechte.“

Das Unternehmen habe seinen Fehler eingestanden

Die Gerichtsanhörung fand am Mittwoch vor dem Amtsgericht Glostrup in Kopenhagen statt. Ein Sprecher von Volkswagen Dänemark erklärte gegenüber dem Fernsehsender CNN, das Unternehmen werde sich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren äußern. Der Sprecher sagte jedoch, das Unternehmen habe seinen Fehler eingestanden und versucht, eine Lösung mit dem Künstler zu finden. „Es war leider nicht möglich, deshalb waren wir heute vor Gericht“, sagte der Sprecher. „Jetzt müssen wir sieben bis acht Wochen auf das Gerichtsurteil warten.“

Fotograf will Kunstwerk an Fassade nicht bemerkt haben

Bei der Anhörung nahm der Fotograf des Bildes und Pressechef von VW Dänemark, Thomas Hjortshoj, Stellung und behauptete, er habe nicht bemerkt, dass der Hintergrund seines Fotos ein Museum sei und dass es eine Installation mit Schwimmwesten enthalte. Er sagte laut einem Bericht der „Deutschen Welle“, er habe die Schwimmwesten nicht bemerkt, „weil sie in der Fassade gestapelt waren und sie sich in Eile befanden“, als das Bild aufgenommen wurde.

Ai Weiwei wirft VW „arrogante Gesten“ vor

Ai Weiwei behauptete in seinem Instagram-Post, er habe erfolglos versucht, die Angelegenheit mit Volkswagen zu klären, und kritisierte das Unternehmen für seine „arroganten Gesten“. „Volkswagen und andere multinationale Konzerne verfügen über eine enorme Verhandlungsmacht im Bereich des Schutzes des geistigen Eigentums sowie der Umwelt- und Menschenrechte“, schrieb er. „Sie stehen nicht über dem Gesetz.“

Kritik an Partnerschaft mit autoritärem Regime

Kritik an VW übt Ai Weiwei auch im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Engagement des Autobauers in der chinesischen Provinz Xinjiang, wo Angehörige religiöser Minderheiten nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen inhaftiert und gefoltert werden. VW-Chef Herbert Diess musste sich kürzlich für eine Äußerung zu Umerziehungslagern für muslimische Uiguren in der Provinz rechtfertigen.

„Die Tatsache, dass das Unternehmen seine Zukunft als eine Partnerschaft mit einem autoritären Regime sieht, spricht Bände“, sagt Ai Weiwei. Der politische Künstler und Dissident war nach regierungskritischen Äußerungen von April bis Juni 2011 selbst in China inhaftiert.

Von htz

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